Bamberg Reise-Guide: Tipps einer Einheimischen

„Meine Tipps für Bamberg“ und „Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bamberg“ – solche Beiträge kommen mir immer wieder unter. Ich klicke meist mit großer Neugierde darauf, weil ich wissen möchte, was andere Leute über meine Heimatstadt denken.
Ich gestehe, dass die meisten „Tipps“ oder gar „Insidertipps“ mich ziemlich unbefriedigt zurücklassen. Die meisten Besucher nutzen die Weltkulturerbe-Stadt nur für einen kurzen Zwischenstopp oder einen Tagesausflug, obwohl man wirklich viel Zeit hier verbringen könnte. Sie befassen sich kaum näher mit der Stadt und ihren Bewohnern, den vielen sehenswerten Gebäuden und seinen Brauereien. Es gibt natürlich löbliche Ausnahmen, aber im Großen und Ganzen dachte ich mir: Ich müsste endlich einen großen Artikel schreiben. Wieso sollte ich die Präsentation meiner Heimatstadt denjenigen überlassen, die nur für einen Tag dort waren, und es nicht selbst in die Hand nehmen? Immerhin habe ich 25 Jahre meines Lebens dort verbracht und bin auch heute noch regelmäßig und gerne dort, auch wenn ich dort nicht mehr wohne.

Bamberg Sehenswürdigkeiten: Bamberg-Tipps einer Einheimischen

Deshalb setzte ich mich hin und fing an zu schreiben.
Ich möchte euch keinen Artikel liefern „Die Stadt erleben wie ein Local“. Nein, ihr seid ja keine Einheimischen, ihr seid neu und wollt auch die touristischen Highlights erleben. Und glaubt mir: Selbst die Einheimischen kriegen für gewöhnlich nicht genug vom Anblick der Altstadt und ihrer Gebäude. Sie gehen genauso gerne – wenn nicht noch viel lieber – in die traditionellen Brauereiwirtschaften, wie die Touristen.
Ich möchte euch hier das nahebringen, was ich auch meinen Freunden nahebringe, wenn sie mit mir zum ersten Mal nach hierher kommen: Bambergs Sehenswürdigkeiten, seine Kulinarik und Braukust und auch seine Eigenheiten.

Findet ihr hier also Insidertipps für Bamberg? Ja und nein. Ich zeige euch meine Heimat so, wie ich sie liebe: die touristischen Seiten genauso wie einen Einblick in die Eigenarten der Einheimischen.

Mein Artikel krankt an ganz anderen Dingen, als die der bloggenden Tagesbesucher: Ich habe gerade von manchen touristischen Highlights so gut wie keine postkartentauglichen Fotos. Die Bilder des Bamberger Reiters und des berühmten Beinchens am Rathaus sind qualitativ wenig hochwertig. Man möge es mir verzeihen.

Was man vorher wissen sollte – 4 Bamberg Tipps

Einheimische und Touristen – eine zwiegespaltene Beziehung

Die Einheimischen sind hin und hergerissen. Einerseits leidet die Stadt – wie so viele schöne Städte – unter dem Ansturm der Touristen, v.a. der Tagestouristen. Ja, Einheimische sind manchmal genervt von den Touristen und wünschten sich, sie kämen nicht. Andererseits freuen wir uns über jeden, der unsere Heimatstadt bestaunt. Und wenn uns jemand erzählt, wie schön wir es hier haben und wie gut doch das Bier schmecke, platzen wir fast vor Stolz. Und wir erzählen obendrein jedem, wie schön es hier ist und dass man Bamberg echt mal gesehen haben muss.
Natürlich profitieren auch Stadt und Einwohner ganz handfest vom Tourismus. Er dient uns nicht nur als Egoschmeichler.

Diese zwiespältige Meinung schlägt sich auch in einer Umfrage nieder. Zwar schätzen die meisten der Befragten die Zahl der Touristen als zu hoch ein und sehen die damit verbundenen Probleme sehr deutlich. Dennoch antworten 75%:“Ich bin stolz auf Bambergs Anziehungskraft als Reiseziel“

Damit Touristen und Bamberger sich auch in Zukunft gut verstehen, möchte ich ein paar Punkte vorausschicken, die ihr wissen und beachten solltet, bevor ihr in die Welterbestadt kommt.
Bitte beachtet auch weiter unten die Hinweise zum Übernachten in Bamberg!

1. Bamberg ist eine Bierstadt

Wenn nicht gar DIE Bierstadt schlechthin!
Mit heute noch 10 Braustätten allein in der Stadt und etwa 200 in der Region Oberfranken ist diese Ecke Deutschlands Weltspitze was die Brauereidichte angeht (ja, wir halten hier den Weltrekord).
Wer nach Bamberg kommt und die Produkte diverser Großbrauereien trinken möchte oder glaubt, lautstark verkünden zu müssen, diese Industrieprodukte seien doch das einzig Wahre, der sollte lieber wegbleiben. Ihr werdet euch keine Freunde damit machen, überhaupt keine. Wenn der Bamberger auf eine Sache nichts kommen lässt, dann auf sein Bier!

2. Bamberg liegt in Franken

Nicht in Bayern. Ganz wichtig!
Ja, natürlich, politisch gesehen liegt es natürlich in Bayern und Oberfranken ist ein bayerischer Regierungsbezirk. Das war es dann auch schon mit den Gemeinsamkeiten. Einen Franken als Bayern zu bezeichnen, kommt ungefähr so gut an, wie einen Schotten mit Engländern oder einen Katalanen mit Kastiliern in einen Topf zu werfen. Historisch, sprachlich (ja, es ist tatsächlich eine andere Dialektgruppe) und auch konfessionell (zwar sind die Bamberger katholisch, die Region an sich ist aber gemischt-konfessionell, ganz anders als Bayern. Es gibt  genauso viele Protestanten wie Katholiken) gibt es eher fließende Übergänge Richtung Thüringen oder Hessen.
Verkneift euch also Sprüche wie „hier in Bayern“ oder lustiges Nachahmen bayerischen Dialekts.

3. Bamberger sind eher ruppig

Sie nehmen kein Blatt vor den Mund und sind für ihre vornehme Ausdrucksweise nicht unbedingt bekannt. Das darf man einfach nicht persönlich nehmen. Im Zweifelsfalle lieber mal zurückblaffen oder es einfach mit Humor nehmen. Denn auch die Bamberger Herzlichkeit hat immer etwas ruppiges – und für Nicht-Franken kann das schon einmal etwas seltsam wirken. Nicht alles, was für euch im ersten Moment nicht ganz so freundlich klingen mag, ist auch unbedingt unfreundlich gemeint. Im Großen und Ganzen sind wir trotzdem ganz zugänglich.
Man sagt uns nach, wir blieben im Wirtshaus lieber für uns und würden keine fremden Menschen an unseren Tischen haben wollen. Das kann ich nicht im Entferntesten bestätigen, denn egal wo – ob auf einer Kerwa (Kirchweih, Kirmes), auf dem Keller (siehe dazu unten) oder im Gasthaus : Man ruckt „immer noch a wengla zamm“, damit noch jemand an den Tisch passt. Und dann kommt man für gewöhnlich auch ins Gespräch.

4. Fahrradwege sind heilig

Bei uns sind sehr viele Radfahrer unterwegs. Und es gibt sehr viele Radwege. Für diejenigen, die in der Stadt leben und von A nach B kommen müssen, gibt es nichts Schlimmeres, als Horden von Touristen, die enge Sträßchen blockieren, auf Fahrradwegen herumstehen und selbst auf Klingeln nicht reagieren. Und wenn sie reagieren, dann mit dem Hinweis, man solle hier halt nicht durchfahren.
Liebe Touristen, die Stadt ist kein Freilichtmuseum. Hier wohnen Menschen. Eben diejenigen, die euch das Essen hinstellen, die an der Kasse im Museum oder im Laden sitzen oder die Straßen sauberhalten. Sie müssen keine Umwege fahren, nur weil andere die Straßen blockieren oder auf Radwegen stehen. Gebt also bitte Acht aufeinander und nehmt auch etwas Rücksicht auf die Einheimischen, die eben auch mal schnell von A nach B müssen.

Verkehrsknotenpunkt: Am Kranen. Schöne Ausblicke auf die Altstadt und die Universität führen öfter einmal zu unfreundlichen Begegnungen zwischen Radlern und Touristen


Bamberg Sehenswürdigkeiten: Ein Spaziergang

Ich werde diesen Reise-Guide so aufbauen, dass ihr die meisten Highlights tatsächlich gemütlich abgehen könnt, wie sie hier stehen. Ein Spaziergang, den ich so oder so ähnlich auch mit Freunden mache, die hierher kommen und die Stadt noch nicht kennen.

Das historische Bamberg besteht aus drei Teilen: Die Bergstadt, die Inselstadt und die Gärtnerstadt. Wenn man in Bamberg von der Innenstadt spricht, meint man für gewöhnlich die Inselstadt, als Altstadt bezeichnet man die Bergstadt. So klar getrennt ist das aber natürlich nicht.
Durch die Stadt fließt – von Süden nach Norden – der Fluss Regnitz, der wenige Kilometer später in den Main mündet. Im Süden teilt sich der Fluss in zwei Arme – der rechte wurde als Teil des Rhein-Main-Donau-Kanals ausgebaut -, die sich im Norden wieder vereinigen. So entsteht die Dreiteilung der Stadt. Die Inselstadt, die ehemaligen Bürgerstadt, liegt eben zwischen diesen beiden Flussarmen. Die Bergstadt, die ehemalige bischöfliche Stadt, liegt westlich davon, wie der Name schon sagt an den Hügeln, von denen es sieben gibt und die der Stadt den Beinamen „Fränkisches Rom“ bescherten. Östlich liegt die Gärtnerstadt, etwas abseits der normalen Touristenroute, wo sich heute noch zahlreiche Felder befinden.

Altes Rathaus

Wir beginnen unseren Spaziergang am Alten Rathaus, dem Wahrzeichen von Bamberg. Das Besondere an diesem Gebäude: Es ist mitten im Fluss errichtet, im linken Arm der Regnitz, und nur über Brücken zu erreichen.
Man erzählt sich, der Bamberger Bischof hätte den Bürgern nicht gestattet, auf seinem Land ein Rathaus zu errichten. Und deshalb hätten die Bürger es kurzerhand im Wasser gebaut.
Auf jeden Fall markierte das Alte Rathaus die Grenze zwischen bischöflicher Berg- und bürgerlicher Inselstadt.

In seiner heutigen Gestalt wurde das das Gebäude im 15. Jahrhundert erbaut, die Fresken kamen bei einem erneuten Umbau Mitte des 18. Jahrhunderts hinzu.
Berühmt und bei allen Touristen beliebt ist das kleine Beinchen eines Putto, das plastisch aus der Malerei herausragt. Der Putto verweist auf den Namen des Freskenmalers – der Blickfang hat also durchaus seinen Zweck.

Von der Oberen Brücke hat man einen Blick auf das Mühlviertel (siehe weiter unten), besonders von der Unteren Brücke einen guten Blick auf Klein Venedig, das wir auf unserem Spaziergang später noch besichtigen werden.
Zuerst geht es einmal bergauf.


Bambergs Sehenswürdigkeiten am Domplatz

Der Bamberger Dom

Herzstück der Altstadt ist der Domplatz, gelegen auf dem gleichnamigen Berg. Hier reihen sich etliche sehenswerte Gebäude aneinander: Die Alte Hofhaltung und die Neue Residenz und natürlich der Namensgeber: Der Dom.

Der dritte Bau ist es, der an dieser Stelle entstanden ist. Die erste Kirche (errichtet ab 1004) wurde von Heinrich II. gestiftet. Nachdem der Bau abgebrannt war, wurde er wieder hergestellt, aber bereits 100 Jahre später brannte auch dieser Bau ab. Die Heiligsprechung Kunigunds im Jahr 1200 mag Anlass zu einem Neubau – dem jetzigen Dom – gegeben haben.

Spannend ist, dass der Bau den Übergang von der Romanik zur Gotik gut erkennen lässt. Der Ostteil ist noch stark spätromanisch geprägt – je weiter man nach Westen kommt, desto spitzer (also gotischer) laufen die Bögen im Langhaus zu.

Bamberg Sehenswürdigkeiten Bamberger Dom

Hinter den Dächern der Altstadt erheben sich die charakteristischen vier Türme


Exkurs: Kaiser Heinrich II. und Kaiserin Kunigunde

Heinrich II., römisch-deutscher König seit 1002 (Kaiser seit 1014), und später heilig gesprochen, genießt mit seiner (ebenfalls heiliggesprochenen) Gattin  Kunigunde in Bamberg besondere Verehrung.
Im Jahr 1007 erwirkte Heinrich II. bei einer Synode in Frankfurt die Gründung des Bistums Bamberg aus Teilen der Bistümer Eichstätt und Würzburg. Jedes Mal, so heißt es in den Quellen, wenn es für sein Vorhaben schlecht aussah, warf sich der König den Bischöfen zu Füßen, so dass diese letztendlich gar nicht anders konnten, als der Demutsgebärde Heinrichs nachzugeben.
Pfalz und Bistum nahm bei Heinrich und Kunigunde wohl einen besonderen Stellenwert ein. „Lieblingsstiftung“ und „Lieblingspfalz“ wird es genannt. Sicher ist, dass das kinderlose Kaiserpaar das Bistum für seine Memoria ausstatten ließ: Das heißt, da sie es keinen Nachkommen überlassen konnten, für ihr Seelenheil zu beten, machten sie – wie so viele andere – fromme Stiftungen, um für ihr Seelenheil vorzusorgen. Während andere Messen oder Altäre oder vielleicht sogar Klöster stifteten, konnte sich das hohe Paar ein ganzes Bistum leisten.

Beide, Heinrich II. und Kunigunde, wurden im Bamberger Kaiserdom bestattet.

Bamberg Tipps: Kunigunde an der Unteren Brücke

Statue der Heiligen Kunigunde an der Unteren Brücke


Das Hochgrab des Kaiserpaares im Langhaus stammt von Tilmann Riemenschneider und zeigt Sagen aus dem Leben der beiden Heiligen. Auf dem Sargdeckel sind sie beide überlebensgroß dargestellt.
Dies ist aber nicht das einzige besondere Grab in der Bischofskirche. Zudem gibt es hier das einzige (erhaltene) Papstgrab nördlich der Alpen. Der Bamberger Bischof Suitger wurde 1046 als Clemens II. Papst und nach seinem Tod auf seinen eigenen Wunsch hin in seiner alten Diözese bestattet. Sein Grab befindet sich etwas versteckt hinter der Bischofskathedra im Westchor.

Das wichtigste Kunstwerk im Bamberg Dom ist aber mit Sicherheit der Bamberger Reiter. Wen er darstellt, ist nach wie vor nicht eindeutig geklärt, man geht aber für gewöhnlich davon aus, dass er den Heiligen Stephan von Ungarn darstellen soll – den Schwager Heinrichs II. Nachdem die heidnischen Ungarn vor dem Jahr 1000 das christliche Abendland in Angst und Schrecken versetzt hatten, wendete sich mit Stephan als erstem christlichen König das Blatt. Er heiratete Gisela, Tochter des bayerischen Herzogs und eben Schwester des späteren Kaisers Heinrichs II. Seit dem Jahr 1000 war er König des von ihm  begründeten ungarischen Königreiches und durch ihn kam es zur Missionierung der heidnischen Magyaren. Heute ist er der ungarische Nationalheilige.

Bamberg Sehenswürdigkeiten: Bamberger Reiter

Im reichen Sagenschatz gibt es auch eine Erklärung für den Bamberger Reiter und seine Deutung als Stephan von Ungarn: Als Stephan – noch als Heide – nach Bamberg kam, sah er den Dom und glaubte, das große prächtige Bauwerk müsse der Palast sein, also ritt er geradewegs hoch zu Ross in die Kirche hinein.

Es lohnt sich außerdem, den Kaiserdom auch von außen einmal genauer zu betrachten. Innen ist er – nach einer „Purifizierung“ im 19. Jahrhundert, bei der man den vermeintlichen Originalzustand wieder herstellen wollte – zwar recht schlicht und aufgrund der frühen Bauzeit weißt er auch bei Weitem nicht den Detailreichtum gotischer Kathedralen auf, aber alleine die verschiedenen Portale sind einen Blick wert. Besonders auf der Nordseite das Fürstenportal mit der Darstellung des Jüngsten Gerichts, aber auch Adams- und Marienpforte an der Ostseite sind einen Blick wert.

 

Alte Hofhaltung

Gleich nebenan befindet sich ein weiteres sehenswertes Gebäudeensemble: Die Alte Hofhaltung.
An der Stelle der Alten Hofhaltung stand zuvor die Kaiserpfalz Heinrichs II. – das Castrum Babenberg. Nach der Gründung des Bistums 1007 entstand hier die bischöfliche Hofhaltung.

Die Alte Hofhaltung enthält noch immer einen Kern aus dem 11. Jahrhundert, der Großteil des Gebäudekomplexes stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert.
Im 18. Jahrhundert wurde die Anlage noch einmal stark verändert, so wurde z.B. die Andreaskapelle aus dem 11. Jahrhundert abgebrochen.
In der alten Hofhaltung befindet sich heute das Historische Museum der Stadt Bamberg.

 

Neue Residenz

Wo es eine ALTE Hofhaltung gibt, muss es ja auch eine NEUE geben. Und das ist die Neue Residenz, ein großer prächtiger Bau aus dem 17. und 18. Jahrhundert, der weite Teile der Nord- und Ost-Seite des Domplatzes beherrscht.

Heute befindet sich darin die Staatsbibliothek und die Staatsgemäldesammlung. Auch die Schauräume können besichtigt werden.

 

Ein besonders schönes Fleckchen ist der hinter der Residenz gelegene Rosengarten. Vor allem im Sommer, wenn die Rosen blühen, lohnt sich ein Besuch. Aber allein wegen des Blicks über die vielfältig schiefen und krummen Dächer der Altstadt sollte man den Rosengarten besuchen.

Tipps: Bamberg Rosengarten

Kloster Michelsberg

Der Michelsberg heißt offiziel Kloster St. Michael, aber absolut niemand nennt ihn so. Der Michelsberg ist der Michelsberg und Punkt. Und diese Bezeichnung bezieht sich sowohl auf den Berg – einen der sieben Hügel – als auch auf das dort befindliche Kloster oder auf die Kirche.

Bamberg Sehenswürdigkeiten: Michelsberg

Michelsberg – ehemalige Klosterkirche

Bei vielen Einheimischen nimmt die Kirche der ehemaligen Benediktinerabtei auf dem Michelsberg einen besonderen Stellenwert ein. Sie war auch immer eine meiner Liebsten in dieser Stadt der 1000 Kirchen. Leider wird sie aber bereits seit Jahren saniert und bisher ist noch nicht wirklich abzusehen, ab wann sie auch von innen wieder zu besichtigen ist. Ich habe sie selbst seit vielen Jahren nicht mehr betreten – was ich sehr bedauerlich finde, denn im Inneren verbirgt sich ihr besonderer Schatz: Der Himmelsgarten.

Im frühen 17. Jahrhundert wurde das Deckengewölbe der neugotisch erbauten Kirche mit fast 600 verschiedenen Pflanzen ausgemalt, botanisch genau und sehr exakt wurden auch exotische Pflanzen wie der Granatapfel oder die Baumwolle dargestellt.

Bamberg Michelsberg Himmelsgarten

Hinter dem Hochaltar steht eine weitere Besonderheit: Das Grab des dritten Stadtheiligen Bambergs: Des heiligen Bischofs Otto, der besonders für seine Missionierung der heidnischen Pommern Bekanntheit erlangte (weshalb man seinem Namen tatsächlich auch in Mecklenburg-Vorpommern mitunter begegnen kann). Soweit ist das nichts Besonderes – außer, dass sich der Bischof nicht in der Bischofskirche, sondern in der Benediktinerkirche hat beisetzen lassen – doch das Grab des Heiligen Otto hat einen Durchgang. Dem Volksglauben nach muss man hindurchschlüpfen, um von Kreuzschmerzen geheilt zu werden. Hinter suchen Durchkriech-Gräbern steckt die Idee den Reliquien der Heiligen besonders nahe zu kommen. Aber keine Sorge, in Berührung kommt man mit ihnen natürlich nicht.

Bamberg Sehenswürdigkeiten: Michelsberg

Blick auf den Michelsberg vom Kranen aus. Das gelbe Gebäude rechts ist das Gefängnis. Von dort – vom Leinritt – hat man den besten Blick auf Klein Venedig.

Auch wenn die Kirche leider derzeit noch immer nicht besichtigt werden kann, lohnt ein Abstecher auf den Michelsberg, denn auch von dort hat man einen tollen Blick auf Kaiserdom und Stadt und über den schönen Michelsberger Garten kann man hinunter in die Sandstraße und Dominikanerstraße absteigen. Wer jetzt Hunger und Durst hat, kann dort eine Pause einlegen (mehr dazu unten). Und mit einem kleinen Abstecher an den Leinritt genießt man auch den besten Blick auf Klein Venedig.

Klein Venedig

Nein, Bamberg selbst nennt sich nicht „Klein Venedig“. Klein Venedig ist lediglich eine Zeile von Fischerhäusern am linken Regnitzarm.
Pittoresk schmiegen sich die kleinen, schiefen Häuschen aneinander und ihre Gärtchen führen direkt in den Fluss. Ein sehr beliebtes Fotomotiv. Ich bin sicher, auch ihr werdet nicht darum herumkommen, hier eine ganze Reihe Fotos zu machen. Ich mache fast immer welche, wenn ich vorbeikomme.

Die beste Sicht auf Klein Venedig hat man vom gegenüberliebenden Flussufer, Am Leinritt.

Das Mühlenviertel

Es gibt eigentlich zwei Mühlviertel: Die Oberen und die Unteren Mühlen, beide liegen unterhalb des Berggebiets (unterhalb von Kaulber und Stephansberg) und werden durch die Bischofsmühlbrücke voneinander getrennt.
Die Mühlen waren in genossenschaftlichen Verbänden organisiert und dienten verschiedenen Zwecken: als Schleif-, Walk-, Öl- und Schneidmühlen etwa.

Heute kann man über verschiedene Brücken – die Obere Mühlbrücke oder die Untere Mühlbrücke – durch die Mühlviertel gehen oder vom Geyerswörthsteg sowohl den Ausblick auf das Mühlviertel als auch auf das Alte Rathaus genießen.

In vielen Mühlen sind heute Restaurants und Hotels untergebracht (siehe unten). Andere dienen als Studentenwohnheim oder – ganz neu – als Welterbezentrum.

Die Gärtnerstadt

Achtung! Es gibt einen Vorort namens „Gartenstadt“. Davon ist hier aber nicht die Rede!

In früheren Zeiten war Bamberg weniger bekannt für Dom und Reiter, auch weniger für die Braukunst – denn kleine, private Brauereien gab es damals noch überall – sondern es genoss einen großen Ruf als Gärtnerstadt.

Der Verein „Jüngere Gärtner“ der Oberen Gärtnerei.
Auf diesem Bild sind auch meine Urgroßeltern in Bamberger Gärtnertracht zu sehen
(sitzend und stehend jeweils 2.v.r.)

Die Bedeutung die dieser Ruf einstmals hatte, zeigt sich zum Beispiel in einer Beschreibung der Stadt aus dem Jahr 1903, die beginnt mit den Worten:

„Wenn ich früher von Bamberg reden hörte, stellte ich mir stets einen riesig, riesig großen Gemüsegarten vor mit vielen zierlichen Gärtnerhäuslein und einer Kirche dazwischen.
Der Ruf Bambergs als „weitberühmte Stadt der Gärtnerei“ hatte in mir dieses einseitige Bild geweckt.“
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Bronner, F.J. „Bayerisch‘ Land und Volk in Wort und Bild“, München 1903.
„Gärtner“ meint übrigens keineswegs diejenigen, die die Hecke schneiden und den Rasen mähen. Gärtner – und ihr Pendant, die Hecker – sind, so könnte man sagen, städtische Landwirte. Sie bauten Obst und Gemüse an – und tun dies bis heute auf großen Flächen mitten in der Stadt. Häcker wiederum waren die Bamberger Winzer.

Mitten in der Stadt liegen heute noch die Felder und Gewächshäuser der Gärtner

Die Gärtnerstadt ist Teil des Weltkulturerbes und befindet sich auf der Stadtseite östlich der Inselstadt. Sehenswert ist das vor einigen Jahren neu konzipierte Gärtner- und Häckermuseum, aber es gibt noch mehr Angebote rund um die Gärtnerstadt Bamberg, etwa den Tag der Gärtnereien im Frühjahr oder Führungen.
Bamberg Tipp: Gärtner- und Häckermuseu

Schaugarten im Gärtner- und Häckermuseum

Die Altenburg

Hoch über der Altstadt thront die Altenburg. Urkundlich wurde sie anfang des 12. Jahrhunderts zum ersten Mal erwähnt. Vom 14. bis 16. Jahrhundert diente sie als zweite Residenz der Bischöfe.
Beliebt ist die Altenburg v.a. für den tollen Blick, den man auf Bamberg hat. Absurderweise habe ich genau von diesem tollen Ausblick nur Fotos aus der prä-digitalen Ära. Ihr müsst also selbst vorbeikommen und ihn euch vor Ort anschauen. Es lohnt sich, versprochen.


Meine Bamberg Tipps: Essen und Trinken in Bamberg

Bamberger Bier

Aans geed nuch – heißt es beim Mahrs Bräu. Solange man das Auto stehen lässt.

Die Bedeutung der Brauereien und ihrer Produkte habe ich zu Beginn dieses Artikels schon ein angedeutet. Bamberg und Bier, das gehört zusammen. Wie stark es zusammengehört, wurde mir selbst erst klar, als ich von zuhause wegzog. Es war, wie sich herausstellte, Teil meiner Identität. Und ich weiß nicht, wie oft man verwundert feststellte – sogar in Bayern und Österreich, wo man doch eigentlich gerne und viel des Gerstensaftes trinkt – es sei sehr ungewöhnlich für eine Frau, so wählerisch bei diesem Thema zu sein. Oder auch nur so gerne Bier zu trinken.
Nun, dort wo ich herkomme, ist das nicht ungewöhnlich. Es ist normal.

Bei einem gemütlichen Umtrunk in einer Brauereiwirtschaft saß ich mit zwei Touristen aus Oberbayern an einem Tisch, die voller Verwunderung feststellten: „Hier trinkt wirklich JEDER Bier, sogar alle Frauen! Bei uns ist das nicht so!“ Tja, bei uns halt schon.

Ein weiteres tolles Video über die hiesige Braukultur gibt es auch hier (ab Minute 4:17). Hier heißt es sehr treffend: „We love beer, we live beer, our identity is beer. That’s the special thing about Bamberg.“

Übrigens: Man genießt es nicht als „Halbe“, sondern als „Seidla“ (ebenfalls 0,5 l).

In der Stadt selbst gibt es heute noch 10 Braustätten, die meisten davon sind schon einige hundert Jahre alt. Zwei brauen noch immer das berühmt-berüchtigte Rauchbier: Schlenkerla und Spezial. Das Schlenkerla ist das berühmteste, auch das geschmacklich intensivste. Den wenigsten Menschen schmeckt Rauchbier gleich zu Beginn. Der Grund ist einfach: Sie erwarten etwas, was sie kennen – und das sind meist sehr leichte Helle oder vielleicht noch herbe Pilsner. Vom intensiven Rauchgeschmack sind sie erst einmal so überrumpelt, dass sie es überhaupt nicht mögen. Die meisten „gewöhnen“ sich aber daran, da der zweite Schluck schon nicht mehr so ein Schock ist und nicht wenige finden es dann letztendlich doch eigentlich ganz gut.
Aber es gibt weit mehr als Rauchbier in Bamberg und Umgebung. Um die 1000 verschiedene Sorten werden gebraut. Da sollte für jeden etwas dabei sein. Mehr über das Bierland Oberfranken und die dortige Vielfalt erfahrt ihr hier.

Fränkische Spezialitäten – Was isst man in Bamberg?

Ihr mögt es leicht, fleischfrei und exotisch? Dann ist die fränkische Küche nichts für euch, denn sie ist deftig, bodenständig und tatsächlich ziemlich fleischlastig. Zwar sind auch noch keine Vegetarier in Franken verhungert, aber die Auswahl ist weitaus geringer.

Sicher, ihr bekommt bei uns alles, was man sich vorstellen kann: Italienische, chinesische, indische usw. Restaurants gibt es genauso. Aber ich möchte euch hier die fränkische Küche etwas näher bringen. Also, werft eure Diätvorhaben zumindest kurzzeitig über Bord und probiert die hiesigen Köstlichkeiten:

Schäuferla: Das Schäuferla ist eine Art fränkisches Nationalgericht. In Bamberg nennt man es Schäuferla, in anderen Regionen „Schäufele“. Gemeint ist immer das Gleiche: Schweineschulter mit Knochen und Schwarte, gebraten, mit einer herrlichen Kruste.

Bamberg Tipps: Essen und Trinken

Schäuferla mit Wirsing und Klößen. Für gewöhnlich schwimmt der Braten in Soße – so muss es sein bei uns

Klöße (bambergerisch: Glööß): Gibt es als Beilage zu fast allem. Auch zum Schäuferla. Gemeint sind Kartoffelklöße.

Wirsing (Wirsching oder Wärsching): Als ich aus Bamberg wegzog, war ich überrascht – um nicht zu sagen: entsetzt – dass man nicht überall mit einer solchen Ausdauer Wirsing isst wie in daheim. Der Wirsing – in einer speziellen fränkischen Zubereitungsart: püriert, mit viel Muskat – ist tatsächlich eine Bamberger Eigenart. Sogar wenige Kilometer weiter kriegt man ihn nicht mehr bzw. nicht mehr in dieser Häufig- und Selbstverständlichkeit. Er gehört zum Schweine- und Entenbraten oder zum Schäuferla dazu.

Bratwürste (bambergerisch: Broodwörschd): Muss man was zu Bratwürsten sagen? Hier sieht man wieder den fließenden Übergang zwischen Franken und Thüringen. Bratwürste (Nürnberger oder Coburger sind besonders bekannt und beliebt, aber so ziemlich jeder Metzger hat sein eigenes Rezept) gibt es an Bratwurst-Ständen in der Innenstadt gegrillt im Brötchen („Brödla“ oder „Weggla“ – nein man sagt nicht „Semmel“. Hab ich schon gesagt, dass wir sprachlich nicht viel mit den Bayern gemein haben?), mit Kraut im Restaurant oder als Saure Zipfel mit Essigsud und Zwiebeln. Das sieht zwar komisch aus, ist aber wirklich lecker. Unbedingt mal probieren!

Wurst oder Käs mit Musik: Auch Fleisch- oder Knoblauchwurst oder „Backstaa-Käs“ (Limburger) legt man gerne sauer ein. Essig, Öl und Zwiebeln braucht man dazu und isst das Ganze gerne abends als Brotzeit mit einem gutem Brot.

Gerupfter: Gerupfter ist dem bayerischen Obazda ähnlich, aber nicht gleich, wie mir passionierte Gerupfte-Mischer immer wieder erzählen. Ich selbst habe tatsächlich noch nie selbst Gerupften (oder Obazda) gemacht, erkenne lediglich einen Unterschied in der Konsistenz.

Zwetschgabaames: Das hat weder was mit Zwetschgen noch mit Bäumen zu tun. Es handelt sich um langsam geräucherten oder rohen Rinderschinken.

Wohin zum Essen?

Restaurants in Bamberg

Die beliebtesten Adressen zum Essengehen sind sicher Sandstraße und Dominikanerstraße. Die beiden Straßen – die eine die Verlängerung der anderen – liegen direkt unterhalb des Domberges und jeder Tourist fällt regelrecht hinein. Dementsprechend tummeln sich hier natürlich auch Restaurants für Touristen und die Preise entsprechen nicht immer dem hiesigen Niveau.
Trotzdem sind sowohl Dominikaner- als auch besonders die Sandstraße  – auch bei Einheimischen beliebt. Die Küche in diesen Restaurants ist meist eher traditionell und deftig. Und ich würde sie eigentlich eher als Gasthäuser denn als Restaurants bezeichnen, obwohl ich damit nur ihre Urigkeit meine und in keinster Weise die Qualität der Speisen.
Im Schlenkerla trifft man sowohl Touristen als auch immer noch die Einheimischen, die „in der Schwemm“ oder vor der Tür sitzen oder stehen und ihr Bier genießen. Und die Sandstraße ist besonders bei nachtaktiverem Publikum aufgrund der vielen Kneipen sehr beliebt.

Schlenkerla – die berühmteste, aber wahrlich nicht die einzige Brauerei in Bamberg

Auch in den Brauwirtschaften Bambergs kann man ziemlich gut essen und das jeweilige Bier gleich mitverkosten. Auch hier gibt es jeweils eine Mischung aus Touristen und Einheimischen. Eine Auswahl an Brauereigaststätten findet ihr hier.
Das einzige Brauerei-Lokal, in dem sich Bamberger meines Wissens eher nicht tummeln, ist die Brauerei Ambräusianum, die sich direkt neben dem Schlenkerla in der Dominikanerstraße befindet. Ich kenne zumindest niemanden, der dort hingeht.

Bei Studenten sehr beliebt ist die Austraße, unweit des linken Flussarmes der Regnitz, auf der Insel. Hier reihen sich Cafés aneinander, unterbrochen von ein paar Buchläden.

Bäckereien und Konditoreien in Bamberg

Gediegen Kaffee und Kuchen kann man an schönen Tagen im Rosengarten der Neuen Residenz zu sich nehmen oder in alteingesessenen Kaffeehäusern wie Beckstein, Graupner oder Riffelmacher in der Innenstadt (Inselstadt).

Die älteste Bäckerei Bambergs – die Bäckerei Seel – findet man am Fuße des Domberges in der Lugbank (so heißt die Straße) bzw. gleich neben dem Schlenkerla. Den Seel gibt es bereits seit 1427 und hier bekommt man die berühmten Bamberger Hörnla. Zwar heißt so auch eine Kartoffelsorte, aber in diesem Fall handelt es sich um Butterhörnchen (also ähnlich wie Croissants). Für Kalorienbewusste sind Bamberger Hörnla allerdings nichts, denn wie das Landgericht Bamberg 1977 feststellte: Bamberger Hörnla müssen mit Butter gebacken werden!
Gemeinhin geht man ja davon aus, dass die halbmondförmige Backspezialität als Kipferl aus Wien stammteund auf den Sieg über die Türken 1683 anspielte. An der Regnitz wurden diese Gebäckstücke allerdings bereits 300 Jahre früher gebacken als an der Donau (sorry, Wien!).

Bamberger Bierkeller

Eine Besonderheit der Region sind die Keller. In Bamberg geht man aber keineswegs IN, sondern AUF den Keller. Es handelt sich um nichts anderes als Biergärten, die auf den Hügeln liegen. In den Hügeln befinden sich die Felsenkeller, in denen früher das Getränk gelagert wurde, damit es nicht verdarb. Obendrauf pflanzten die Brauer Kastanien, stellten ein paar Tische und Stühle auf und schenkten dort ihre Ware aus. So saß man eben AUF dem Keller.
Sein Essen darf man fast immer mitbringen, nur das Trinken muss natürlich vor Ort erworben werden.

Bamberg Tipps: Bierkeller

in Gunzendorf auf dem Keller

Die Auswahl ist groß, sowohl in der Stadt als auch im Umland. Mein Bamberg Tipp für alle, es an einem lauen Sommerabend wie die Einheimischen machen wollen: packt eure Siebensachen und geht auf einen Keller.
Mehr Infos findet ihr hier.

Dank der Gemüse-Anbau-Tradition gibt es in Bamberg stets frisches Gemüse auf dem Markt und in den Gasthäusern

Meine Bamberg Tipps: Wohnen und Anreise

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Wohnen in Bamberg

Wer nach Bamberg kommt, möchte gerne in der Altstadt wohnen. Es hat etwas für sich, direkt aus der Tür heraus mitten im Weltkulturerbe zu sein. Es kann allerdings auch Nachteile haben. Das Gebiet „Im Sand“ etwa ist abends sehr bevölkert und damit kann es auch einmal laut werden.
Etwas weiter gibt es alteingesessene Hotels wie das Hotel Alt Ringlein*, das Hotel am Dom*,  das Hotel Weierich* oder das Barockhotel am Dom Garni*. Wer gerne in den Mühlenvierteln übernachten möchte, kann auch das tun: Etwa im Hotel Brudermühle*, im Altstadthotel Molitor* oder im Hotel Nepomuk*.

Wer gerne in einer Brauerei übernachten möchte, kann dies bei der Brauerei Fässla oder der Brauerei Spezial tun oder 7km vor Bamberg in Memmelsdorf bei der Brauerei Höhn*. Denkt dran, dass ihr auch nach dem Genuss von mehreren Seidla wieder zum Hotel zurückkommen müsst!

Eine große Bitte! 
Bamberg ist flächenmäßig keine große Stadt, hat aber gerade aufgrund der – für eine Stadt mit ca. 77.000 Einwohnern recht großen – Universität einen ständigen Zuzug. Wohnraum ist auch in Bamberg knapp und teuer und wird durch die Umwidmung von Wohnungen als Ferienwohnungen künstlich verknappt und verteuert.
Wenn ihr also den Einheimischen noch einen leistbaren Wohnraum in ihrer Stadt gönnt, dann bitte ich euch, nach Möglichkeit nicht auf Ferienwohnungen zurückzugreifen – und v.a. nicht auf Angebote bei AirBnB. Vielen Dank!

Als Einheimische habe ich in keinem der genannten Hotels jemals selbst gewohnt und kann mich deshalb nur auf die Erfahrungen anderer verlassen und auf das Hören-Sagen. Ich freue mich über Empfehlungen meiner Leser! Welche Hotels und Unterkünfte in Bamberg könnt ihr empfehlen?

Anreise nach Bamberg

Denkt daran, wenn ihr mit dem Auto anreisen wollt, dass die Innenstadt und die Altstadt nicht sehr autofreundlich sind, gerade wenn man sich nicht auskennt. Die vielen kleinen Gassen, die zeitweilig gesperrt sind, und die noch häufigeren Einbahnstraßen lassen Ortsfremde oft mehrfach im Kreis fahren, bis sie endlich dorthin kommen, wo sie hinwollen.
Ich empfehle die Anreise mit der Bahn und vor Ort die Stadt per Pedes oder mit einem Fahrrad zu erkunden.
Bamberg ist öffentlich sehr gut angebunden, da es glücklicherweise an der ICE-Strecke zwischen Berlin und München liegt. Von Westdeutschland kommend erreicht man es mit einem Umstieg in Würzburg.

Bucht hier eure Tickets für euren Städtetrip nach Bamberg.*


Ich hoffe, ich konnte euch Lust auf meine wunderschöne Heimatstadt machen und auch ein bisschen zur besseren Verständigung zwischen Bambergern und Touristen beitragen. Falls ihr in Bamberg wart, schreibt mir doch gerne eure Meinung in die Kommentare: Welche Lokale und Hotels haben euch gefallen? Was habt ihr entdeckt?

Lesetipps – Weiterlesen über Bamberg

Ihr wollt noch mehr über Bamberg lesen? Hier findet ihr noch andere Artikel von mir:

Bamberg Tipps: Blick auf den Michelsberg

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19 Gedanken zu “Bamberg Reise-Guide: Tipps einer Einheimischen

  1. Liebe Ilona,
    sehr schöner und informativer Artikel – und sehr gut, dass du auf das Dilemma mit Airbnb hinweist, das sollte man überhaupt öfter tun. Ich komme aus dem Rheinland und war das erste Mal als Studentin in Franken in Bamberg, damals auch nur einen Tag, was ich sehr bedauerlich fand. Da fand ich es direkt schade, nicht lieber dort zu studieren…
    Erst später, von meinem jetzigen Wohnort München aus, war ich noch mehrmals dort und würde immer wieder hinfahren. Persönlich empfehle ich immer noch gerne das von dir oben erwähnte Hotel Nepomuk allein schon aufgrund seiner Lage mitten im Wasser neben dem Mühlrad. Das hat was von Romantik… Denn auch wenn man Bamberg bereits kennt, lohnt es sich einfach wegen seiner Schönheit, wegen der Stimmung und ja, wegen seiner Kneipen, Restaurants und dem Bier ;). Ideal für Paare, ideal zum Abschalten und ideal für jeden, der schöne historische Gebäude, Anlagen und Kirchen noch zu genießen weiß. Und die Bamberger mögen schon einmal ruppig sein, beißen aber nicht. Von mir klare (Liebhaber-)Empfehlung.

    • Danke für den ausführlichen Kommentar! Und für deine Meinung zum Hotel Nepomuk – und zu Bamberg ganz allgemein natürlich.

      Ja, die Erwähnung von AirBnB war mir durchaus ein Anliegen hier. Eigentlich ist mir das grundsätzlich ein Anliegen, gerade bei touristisch sehr beliebten Städten, aber bei meiner Heimatstadt wars das noch ein bisschen mehr. Das Problem des Massentourismus ist ja nicht von der Hand zu weisen in Bamberg.

  2. Ein schöner Artikel, Bamberg kenne ich tatsächlich noch nicht, was ich ändern sollte. Über meine Heimatstadt Lüneburg habe ich auch schon geschrieben. Nun wohne ich dort auch nicht mehr. Übrigens auch eine sehr sehenswerte Stadt, ungefähr so groß wie Bamberg und auch mit vielen Studenten.
    Liebe Grüße
    Gabriela

    • Lüneburg steht dagegen schon länger auf MEINER Liste 🙂 Ich arbeite mich ja einmal im Jahr irgendwo durch Deutschland, wo ich noch nicht war. Vielleicht wirds ja nächstes Jahr Lüneburg 🙂 Da schau ich mir deinen Artikel gleich mal an.

  3. Hallo Ilona,
    „10 Tipps, was Du in Bamberg gemacht haben MUSST“ usw., das ist nur Clickbaiting auf B**dzeitungsniveau und die meisten dieser Artikel hinterlassen einen faden Beigeschmack. Danke daher, dass Du Dir die Mühe gemacht hast, Deine Heimatstadt zu porträtieren. Da steht einfach alles drin! Ich habe mir den Artikel gleich als Lesezeichen abgelegt. 🙂
    Bamberg ist von mir nur eine Dreiviertelstunde entfernt und ich bummle da gerne herum, lasse mich treiben, esse Eis beim Bassanese und genieße die Stadt. Im Laufe der Jahre lerne ich immer wieder etwas neues kennen und manches weiß ich bis heute nicht. Die Gartenstadt kenne ich, aber auf der Altenburg war ich schon ewig nicht mehr.
    Ich war als Kind übrigens mit meinen Eltern das erste Mal hier, gleich ein paar Tage lang. Und seitdem hat sich zumindest das nicht geändert: Bamberg lohnt locker für eine ganze Woche, und mit dem Umland noch deutlich länger.
    Liebe Grüße
    Barbara

    • Ach, ich darf dagegen gar nix sagen, weil ich ja selbst einen „10 Dinge, die du in Florenz gesehen haben musst“-Artikel habe. Den habe ich ganz zu Beginn meiner Blogkarriere geschrieben, ohne jegliche Ahnung von SEO und ähnlichem – und der läuft bis heute wie geschmiert. Und so lange, wie die Leute drauf bleiben, wird er wohl auch wirklich gelesen. Ich denke, wenn der Inhalt gut ist, darf man auch eine zugkräftige Überschrift wählen. Irgendwie muss man bei diesem Überangebot online ja auch die Leute erst mal auf seine Seite bringen.

      Danke für deinen Kommentar und deine Meinung zu Bamberg. Achtung, übrigens, die Gartenstadt ist nicht die Gärtnerstadt. Die Gartenstadt ist ein Vorort von Bamberg, der touristisch nun wahrlich nicht besonders spannend ist 🙂

      Mit dem Aufenthalt in Bamberg geb ich dir Recht: Man sollte sich ein paar Tage Zeit nehmen. Das sollte man ja so ziemlich überall… nichts widerspricht nachhaltigem Tourismus mehr als dieser Hop-on-Hop-off-Tourismus.

  4. Liebe Ilona!
    Wow! Was für ein umfangreicher Beitrag!! Wir hatten Bamberg bisher nicht wirklich am Schirm, sieht aber toll aus. Vor allem die Gärten und Gewächshäuser würden mich ja reizen, aber natürlich auch mehr 🙂
    Liebe Grüße
    Ines

  5. Liebe Ilona,
    eine wirklich tolle Übersicht. Ich war vor ein paar Jahren, im Rahmen eines Roadtrips auf der Burgenstraße, für einen halben Tag in Bamberg. Was def. nicht ausgereicht hat. Seit dem will ich eigentlich mal wieder in die Stadt reisen… dein Bericht erinnert mich mal wieder daran. Von Norddeutschland ist das natürlich immer ein längerer Weg und man sollte es vielleicht mit einer anderen Stadt kombinieren… ich recherchiere mal dazu. 🙂
    Lieben Dank für die vielen Tipps.
    Liebe Grüße
    Tanja

    • Hallo Tanja, ja, das glaub ich, dass ein halber Tag nicht ausgereicht hat. Man sollte schon mal über Nacht bleiben, dann kann man die Stadt v.a. abends auch ganz anders genießen.
      Von Hamburg braucht man mit dem Zug übrigens zwischen 4 und 5 Stunden, mit einem Umstieg in Würzburg. Mit Würzburg ließe sich Bamberg auch ganz gut verbinden, oder aber mit Nürnberg natürlich. Es geht aber auch gut mit Erfurt. Oder man nimmt das Auto und verbindet ein paar Tage in Bamberg mit ein paar Tagen Wandern oder Kanufahren in der Fränkischen Schweiz 🙂

  6. Hallo Ilona,

    Heimat-Tipps lese ich im Moment – neben Reiseberichten aus Asien – nahezu am liebsten.
    In Bamberg war ich noch nie, sollte ich künftig mal in der Nähe sein, dann schaue ich mir die Stadt gerne mal etwas genauer an!

    Liebe Grüße
    Isabel

  7. ich habe mir für dieses jähr vorgenommen im eigenen Land mehr unterwegs zu sein und mir tolle Ort und Städte auszusehen. Bamberg ist mit deinen tollen Eindrücken nun auch auf die Liste gerutscht. Wirklich schöne Fotos die überzeugen.

  8. Liebe Ilona,
    Man sollte viel öfters in Deutschland unterwegs sein! Bamberg ist gar nicht so weit weg von uns. Danke für Deine Insider-Tipps.
    Viele Grüße von Sanne

  9. Hallo,
    super Artikel. Gefällt mir als Bamberger! 🙂
    Ich habe noch einen kleinen Hinweis, vielleicht kannst du das in deinen Artikel mit aufnehmen: vom Fässla und dem Spezial weiß ich, dass sie auch Zimmer zum Übernachten anbieten. 😉 Somit kann man auch in Bamberg in einer Brauerei schlafen. 😉
    Viele Grüße,
    Simon

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