Fronleichnam in Bamberg

Daß Kunstkenner und Pilger aus Deutschland in großen Scharen zu Ostern nach Sevilla gehen und nach Sizilien, nicht aber in dem gleichen Maße zu Fronleichnam nach Bamberg, ist [den Bambergern] unbegreiflich. In der großen Prozession werden alljährlich die Schätze der Stadt mitgetragen, soweit sie noch vorhanden sind: die Heiligen aus den Kirchen und Kapellen, die gewundenen kunstvollen Stäbe der Zünfte aus dem Diözesan-Museum, das mächtige Domkreuz, von mehr als zwanzig Männern auf den Schultern getragen.
Kaum ist das Glockengeläut verklungen, sitzen die Männer und Frauen bereits bei Bier und Bratwürsten oder beim Wein in den Kneipen, manchmal noch ihren Lokalheiligen vor der Tür.

So beschrieb Die Zeit 1973 die Bamberger Fronleichnamsprozession. Und genau genommen hat sich bis heute fast nichts geändert. Nur, dass inzwischen regelmäßig mehrere Tausend Gläubige und Schaulustige zusammenkommen und die Straßen säumen, durch die die Prozession sich langsam bewegt.

Eine GALERIE mit vielen weiteren Bildern der Fronleichnamsprozession (bei besserem Wetter 😉 ) gibt es hier.

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Alles andere als beschaulich. – Ostern in Florenz

Um 3/4 12 Uhr ist der ganze Domplatz schwarz von Volk, dennoch strömen immer neue herzu. Ganz Florenz ist auf den Beinen, es müssen viele Tausende sein. Aus allen Straßen strömt es noch gegen den Dom her. (…) Punkt 12 Uhr mit dem Kanonenschuss beginnen alle Glocken zu läuten, das Volk jubelt, die Luft ist voll Getöse. So muss es an den großen Festen des alten Florenz geklungen haben.“

(Hermann Hesse, Tagebucheintrag vom 6. April 1901)*

ein großartiges Spektakel, an das ich mich immer wieder gerne zurückerinnere: Lo Scoppio del Carro in Florenz

Kaum nähern sich die Osterfeiertage, so schieben sich die Touristen durch die Arnostadt. Mit jedem Tag werden es mehr, mit jedem Tag wird es nerviger, sich durch die Massen zur Sprachschule zu kämpfen. „Nie nie wieder komme ich an Ostern nach Florenz! Das ist ja verrückt!“, schimpfe ich vor mich hin, v.a. wenn ich spät dran bin.

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