I’m a loser baby? 30 nach 30

30 ist ein magisches Alter. Ein symbolisches Alter. Aus irgendeinem Grund wird man am 30. Geburtstag nicht einfach ein Jahr älter – sondern erwachsen. Viele Menschen fürchten sich vor diesem Tag, mit dem sie ihre Jugend, ihre wilden Jahre hinter sich lassen. Vor dem Tag, von dem an sie offenbar schlagartig Verantwortung übernehmen müssen und nicht mehr jeden Blödsinn einfach tun können.
Spätestens jetzt denkt man über ein Häuschen im Grünen nach, darüber sich nieder zu lassen, zu heiraten, Kinder in die Welt zu setzen. Und wenn man diese Dinge noch nicht abgehakt hat, dann häufen sich mit dem Näherrücken – und v.a. dem Erreichen! – des 30. Lebensjahres die Nachfragen, wann man denn gedenkt, das alles zu tun und die gutbürgerlichen Must-Dos in die Tat umzusetzen.

Ich dagegen… ich bin 31, ich lebe mit zwei Katzen zusammen. Ich habe kein Haus, keinen Mann, keine Kinder, nicht mal ein Auto. Und eigentlich bin ich gefühlte Lichtjahre von all diesen Dingen entfernt.

I’m a loser baby…?

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#3. Normannischen Boden unter den Rädern – Ankunft in Rouen

Mit dem Fahrrad zum Mont St. Michel, Teil 3
Die bisher erschienen Artikel über unsere Normandie-Reise:

#1 Mit dem Fahrrad zum Mont St. Michel. 716 km durch die Normandie
#2 Der Weg ist das Ziel – oder so


Rouen! Endlich! Nun haben wir also tatsächlich normannischen Boden unter unseren Füßen – und Rädern. Zwei Nächte wollen wir hier in der eigentlichen normannischen Hauptstadt bleiben. Und immer wieder werden wir in dieser Zeit kurz innehalten, uns breitgrinsend ansehen und kaum glauben können, dass wir jetzt wirklich da sind. In – der – Normandie! Nach zehn Jahren Planung und vielen Stunden mühsamer Anreise.

Blick auf St. Ouen in Rouen

Mehr Fotos aus Rouen findet ihr hier. (Weiterleitung zu flickr)

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Wien für Deutsche. Lektion 1: Von der Heimkehr

Österreich und Deutschland – v.a. Süddeutschland – sind sich eigentlich nicht so unähnlich. Na gut, sie redeten komisch auf der jeweils anderen Seite der Grenze. Bevor ich nach Wien zog, schaute ich immer die ZIB2 (die österreichische Tagesschau) im ORF an, um mich „abzuhärten“, wie ich das damals nannte. Und ich amüsierte mich wirklich gut dabei.
Nach einer Weile in Wien nahm ich den österreichischen Akzent gar nicht mehr wahr, aber immer wenn ich dann nach Hause kam, amüsierte sich meine Mutter, wenn ich mal wieder die Silben langzog. „Haha, du redest schon wieder so wienerisch!“ Ja, danke. Karma is a bitch!

Fast sechs Jahre verbrachte ich insgesamt in Wien. Es waren keine großen Kulturschocks, mit denen ich konfrontiert wurde – aber viele viele kleine. Auch nach der Rückkehr nach Deutschland 2014.
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Einblicke #1: Nachgefragt bei Umar aus Pakistan

Wir reden und schreiben so viel über die Länder dieser Welt und auch über die Menschen, die darin leben. Die Einblicke, die wir als Reisende in diese Länder bekommen, sind doch immer nur kurze neugierige Blicke von außen. Blicke durch ein Schlüsselloch quasi.
Statt über die Menschen zu schreiben, so dachte ich mir, sollten wir sie doch einfach einmal selbst fragen. Gerade in den heutigen Zeiten, in denen Menschen ferner Länder doch meist nur einen Klick entfernt sind, ja, wir mit ihnen sogar häufig in sozialen Netzwerken befreundet sind.
Deshalb starte ich diese neue kleine Serie, in der ich Facebook- und Brieffreunde, die ich in aller Herren Länder habe, einfach eine Reihe Fragen stelle und mich neugierig darauf einlasse, was sie dazu zu sagen haben. Auch dies wird ein Blick von außen durch das Schlüsselloch bleiben – aber vielleicht vergrößert sich das Schlüsselloch doch ein bisschen?

Den Anfang macht mein Brieffreund Umar aus Pakistan.
Umar ist 28, verheiratet und hat einen kleinen, acht Monate alten Sohn. Er lebt in Rawalpindi in Pakistan, der Zwillingsstadt der Hauptstadt Islamabad, in der er auch geboren wurde. Er arbeitet als Dozent an einem College in Rawalpindi und ist zudem freiberuflich als Online-Redakteur tätig.

Umar_zitat

Umar am Siri Paye

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Lieblingsorte in Wien – (Wahl-)Wiener verraten ihre liebsten Ecken

Das Wort „Insidertipp“ wird auf Reiseblogs ja fast schon inflationär verwendet. Über jeden Ort, jedes Land werden „Geheimtipps“ oder „Insiderinformationen“ weitergegeben. Dabei gibt es doch immer nur relativ wenige Insider: Und das sind die Menschen, die an einem Ort leben oder gelebt haben.
In den fast sechs Jahren, die ich in Wien verbracht habe, durfte ich eine Menge spannender Menschen kennen lernen. Einige davon habe ich gefragt, welche von den vielen wunderschönen Ecken in der österreichischen Hauptstadt ihr ganz spezieller Lieblingsplatz ist.

Seid gespannt auf ihre Antworten – und Tipps zu Orten, von denen ihr sicher z.T. noch nicht gehört hattet.
Falls ihr wissen wollt, wo Wiener gerne Essen gehen, dann schaut mal hier vorbei. Hier findet ihr eine Menge Restauranttipps für Wien – von urig Wienerisch bis exotisch ist alles dabei.

am Donaukanal

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Wattwandern und Krabbentrauma: Wie mir die Ferien meiner Kindheit das Meer verdarben

Meine Großeltern waren richtige Bergfexe. Sie liebten es, in die Berge zu fahren, dort zu wandern und auch den ein oder anderen Klettersteig zu erklimmen. Halsbrecherisch scheint es dabei manchmal zugegangen zu sein, wenn man meiner Mutter glauben darf, die selbst als Kind bei diesen Touren immer dabei war.

So ganz glücklich war sie darüber aber offenbar nicht immer. Ständig ging es ins Allgäu, ins Salzburger Land, in die Dolomiten. Ob sie sich vor einem der Klettersteige fürchtete, interessierte nicht weiter. „Wenn du nicht mitkommst, dann bleibst halt oben“, sollen meine Großeltern ihr mal gesagt haben, als sie eine Leiter nicht runterklettern wollte. Ich kann mir das eigentlich ganz gut vorstellen.

Jedenfalls hatte meine Mutter bald genug von den Bergen. Wieso mussten sie eigentlich immer in die Berge fahren? Könnte man nicht mal ans Meer? Als sie dann endlich alt genug war, um selbst zu entscheiden, wo es hin ging, war ihre große Zeit gekommen… und deshalb verbrachte ich gefühlt meine halbe Kindheit damit, in Gummistiefeln oder barfuß durchs Wattenmeer zu stapfen. Weiterlesen