Erste Reise seit den Corona-Einschränkungen. Worauf muss man sich einstellen?

Sobald ich hörte, dass in Bayern die Hotels wieder aufmachen, war mir klar: Ich brauche einen Kurztrip. Es musste gar nicht weit weg gehen – Hauptsache, ich schlief mal wieder in einem anderen Bett.
Corona hatte mir – wie so vielen anderen auch – einen gewaltigen Strich durch meine Urlaubsplanung gemacht. Die Iran-Reise, die für April angedacht war, wurde ziemlich bald abgesagt. Ich buchte um auf Spanien – denn Anfang März galt das noch als sicheres Reiseziel. Ende März, als die Reise stattfinden sollte, war das nicht mehr der Fall. Und so wurde auch diese Reise abgeblasen.

Reisen in Corona-Zeiten: Einfach mal wieder raus!

Einfach mal raus! Der Blick von unserem Balkon

Seit November, seit meinem Südfrankreich-Urlaub, war ich also nicht mehr unterwegs gewesen, wenn man von einem Wochenendbesuch bei einem Freund absieht. Und ja, ich hatte das Bedürfnis, rauszukommen. Da dies sicher derzeit vielen so geht, aber niemand ein unnötiges Risiko eingehen möchte, dachte ich, ich könnte einen kurzen Bericht über meinen Ausflug schreiben.

Ich berichte hier nur von meinen Erlebnissen. Natürlich handhabt jedes Hotel das anders, so wie es auch in jedem Bundesland andere Vorschriften gibt!

Der Aufenthalt wurde komplett selbst geplant und gezahlt und war ein rein privater Aufenthalt. Auf die Idee, darüber zu schreiben, kam ich erst hinterher.

Raus ins Grüne! Auf dem Weg von Weyarn zum Taubenberg

Gar nicht so einfach: Die Suche nach einem Hotel

Als ich hörte, dass in Bayern die Hotels ab 30. Mai wieder öffnen dürften, glaubte ich – ganz naiv – dass jeder Hotellier jetzt aufatmete und es gar nicht erwarten konnte, sein Hotel wieder zu eröffnen.
Ich begann, nach passenden Hotels zu recherchieren und stellte fest: Viele waren zwar über Booking.com buchbar, aber wenn man auf die Homepage schaute, dann stellte sich heraus, dass die Hotels auch Mitte Mai noch „bis auf Weiteres geschlossen“ waren. Ein Termin für die Wiedereröffnung wurde nicht genannt.
In einem Fall schrieb ich das Hotel an, um zu fragen, ob eine Wiedereröffnung ab 30. Mai vorgesehen war. Bis heute habe ich keine andere Antwort erhalten, als eine automatisierte Abwesenheitsnotiz, dass das Hotel „bis auf Weiteres“ geschlossen bliebe. Ich gebe zu: Das verwundert mich bis heute, dass in einem guten Hotel nicht einmal jemand die E-Mails beantwortete.

Besichtigung der Klosterkirche Weyarn

Hotels, deren Hauptattraktion ein großer, schöner Wellnessbereich war, fielen natürlich sofort raus, da Wellnessbereiche in Bayern noch nicht wieder geöffnet werden dürfen.

Relativ schnell hatte ich aber ein passendes Hotel gefunden: Den Aschbacher Hof in der Nähe des Mangfalltales. Was uns sofort anzog war die große Terrasse des Restaurants, von der man einen herrlichen Blick auf die Berge hatte. Außerdem lag es ideal, um dort in der Region zu wandern.

Wanderweg durchs Mangfalltal hinter Valley

Reisen in Corona-Zeiten: Was ist anders?

Vieles von dem, was man in den Hotels beachten muss, kennt man ja schon aus anderen Bereichen des öffentlichen Lebens:
Natürlich muss man auch im Hotel eine Maske tragen. Auf den Gängen und im Restaurant auf dem Weg zum Tisch. Am Tisch selbst kann die Maske natürlich abgenommen werden.

Auf dem Tisch liegen dann Formulare aus, in die eine Person ihre Kontaktdaten einträgt. Außerdem den Zeitraum, in dem man am Tisch saß und die Anzahl der Personen. Ich beobachte ja etwas kritisch, wie manche Lokale mit den Daten umgehen. Der nahegelegene Biergarten der Brauerei Valley z.B. hat einfach eine Liste ausgelegt, in die man sich einträgt – und die für jeden einsehbar ist. Datenschutztechnisch ein Graus!
Da war mir das Vorgehen des Hotels Aschbacher Hof doch sehr viel lieber, denn die Formulare lagen nicht öffentlich herum und die Daten waren dementsprechend auch nicht für jeden einsehbar.

Natürlich ist auch das Frühstücksbuffet nicht so, wie man es aus Vor-Corona-Zeiten kennt. Hier müssen sich Hotels wirklich etwas einfallen lassen. Ich weiß, dass manche ein „Bedienbuffet“ anbieten, bei dem ein Hotelangestellter die Gäste bedient und man sich nicht selbst die Sachen vom Buffet nehmen darf. Der Aschbacher Hof hat das anders gelöst: Hier werden die Zutaten des Buffets in kleinen Portionen in geschlossenen Weckgläsern bereitgestellt. So hat man immer noch das Buffet-Gefühl, aber doch ist alles sauber – und umweltfreundlich! – verpackt! Der Nachteil ist natürlich, dass man weniger auswählen kann. Im „Wurstglas“ befindet sich eben eine gewisse Auswahl. Wenn man eigentlich nur den Schinken möchte, hat man hier ein bisschen das Nachsehen. Natürlich hätte man aber nachfragen können, ob man ein Glas nur mit Salami oder nur mit Schinken bekommt und ich bin sicher, man hätte es auch bekommen.

Aktivitäten im Kurzurlaub zu Corona-Zeiten

Wie gesagt: Wer ein ausgiebiges Wellnesswochenende genießen will, muss in Bayern noch warten. Für uns war klar, dass wir v.a. Wandern und Essen wollten. Und das taten wir ausgiebig.
Am ersten Tag wanderten wir von Weyarn auf den Taubenberg. Am zweiten Tag spazierten wir durchs Mangfalltal.

Abstieg vom Taubenberg

Beide Male kehrten wir unterwegs in einem Biergarten ein. Und auch hier galt: Maske tragen, bis man am Tisch saß. Im Biergarten der Schlossbrauerei Valley war man besonders streng, was die Distanzregelungen betraf. Dort waren Getränkekisten auf die Bänke geschnallt, so dass auch Familien, die gemeinsam kamen, mit großem Abstand zueinander sitzen mussten. Mit datenschutzrechtlichen Bestimmungen ging man dagegen eher lax um: Die Liste mit den Daten der Gäste lag offen aus und war für jeden einsehbar.

Die Mangfall

Unser Hotel: Der Aschbacher Hof

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Der große Pluspunkt des Hotels Aschbacher Hof* war ganz eindeutig seine Lage mit dem großartigen Blick auf die Berge. Zwar lag das Hotel an einer größeren Landstraße, aber es hing auch davon ab, in welche Richtung das Zimmer hinausging, ob man etwas davon mitbekam. Und nachts war zum Glück sowieso Ruhe.

Die Terrasse des Hotels Aschbacher Hof – hier noch nicht eingedeckt

Die Terrasse, auf der wir am zweiten Nachmittag unseres Aufenthalts saßen und Kuchen aßen, war wirklich ein Highlight! Alleine dafür lohnt sich ein Besuch.
Aber auch für die Küche, denn das Essen war wirklich sehr gut! Das merkte man auch an den vielen Gästen, die hier her kamen, um mit der Familie an Pfingsten gut essen zu gehen. Das Restaurant kennt man in der Gegend offenbar.

Auch den Service kann ich nur positiv hervorheben. Die Hotel- und Restaurantmitarbeiter waren alle sehr zuvorkommend und freundlich. Nach unserer Abreise nahm man sich sogar die Zeit, uns einen Brief zu schreiben und auf das von uns ausgefüllte Feedbackformular einzugehen.

Unser Zimmer im Hotel Aschbacher Hof

Für eine Auszeit und einen Wanderaufenthalt kann ich das Hotel jedenfalls sehr empfehlen.

Hotel Aschbacher Hof hier buchen*

Ich kann nur sagen: Es tat unglaublich gut, einfach mal rauszukommen. Dass das Hotel nur knapp 40 km von München entfernt lag, störte mich weniger. Es war trotzdem ein kleiner Urlaub nach all den Monaten ohne Reise. Und die Gefährdung war dort auch nicht größer als wenn ich zuhause geblieben wäre – im Gegenteil war sie dort wahrscheinlich geringer als in der Großstadt.

 

 

5 Gedanken zu “Erste Reise seit den Corona-Einschränkungen. Worauf muss man sich einstellen?

  1. Der Ausblick ist wunderschön. Dort abends auf der Terrasse sitzen und einfach nur die Ruhe mit Blick genießen.
    Schön, wenn es Dir nach der Reisesperre gut getan hat einfach mal das Bett zu wechseln und raus aus den eigenen vier Wänden zu kommen.

    Lustig, vom Taubenberg habe ich gerade auch geschrieben 🙂
    Liebe Grüße, Katja

    • Der Taubenberg ist auch schön. Allerdings wurde es im Biergarten oben dann echt voll von Familien, die mit dem Auto hochgefahren sind… war dann doch etwas laut.

  2. Schön, wenn man Urlaub direkt neben der Großstadt mache. Kann. Das finde ich toll!
    Schade, dass der Biergarten so lasch mit den Daten umgeht. In Oldenburg bieten einige Restaurant eine online Anmeldung an, bei der man online seine Daten angeben kann. Das fand ich ganz gut.
    Die Terrasse vom Hotel sieht wirklich fantastisch aus und die Lösung für das Frühstück finde ich auch kreativ und nachhaltig!
    Hoffentlich normalisiert sich bald alles wieder einigermaßen.

    Alles Liebe aus Oldenburg!
    Michelle 💚

    • Ja, hier rund um München gibt es echt viele Orte, wo man das machen kann… da muss man gar nicht weit fahren. Ein schönes Hotel, gutes Essen, ein bisschen Wandern – und schon kann man abschalten 🙂

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