Urlaub in Deutschland: die schönsten historischen Städte

Die schönsten historischen Städte für einen Urlaub in Deutschland? Lehne ich mich damit nicht ganz schön weit aus dem Fenster? Ja, das tue ich tatsächlich.
Natürlich ist es immer subjektiv, welche Städte man als die schönsten Städte bezeichnet und natürlich gibt es eine ganze Menge wunderschöner historischer Städte in Deutschland.
Genaugenommen müsste der Titel lauten: Einige der schönsten Städte für einen Urlaub in Deutschland! Denn zu den schönsten zählen die hier genannten meiner Meinung nach auf jeden Fall.

Obwohl ich versucht habe, einen deutschlandweiten „Rundumschlag“ zu schreiben, fehlen natürlich noch immer viele schöne Städte mit bewegter Geschichte. Viele habe ich selbst noch nicht besucht und sie stehen noch immer auf meiner Reise-Wunschliste. Andere habe ich weggelassen, weil diese Liste sonst unendlich geworden wäre. Und bei wieder anderen weiß ich vielleicht selbst noch gar nicht, dass es sie überhaupt gibt. Lasst mir also gerne einen Kommentar da, wenn ihr glaubt, dass eine Stadt fehlt! Ein paar BloggerkollegInnen haben mir unter die Arme gegriffen, um ein paar meiner eigenen weißen Flecken auf der Deutschlandkarte zu füllen.
Dieser Artikel ist also wahrlich nicht vollständig – aber er soll eine Anregung sein für historisch interessierte Reisende in Deutschland.

Karte der schönsten historischen Städte Deutschlands

Karte unter Verwendung von „Deutschland politisch„: C. Busch, Hamburg, Lizenz CC BY-SA 3.0

Urlaub in Deutschland: Die schönsten historischen Städte

Fachwerkdetail in einer der schönsten historischen Städte in Deutschland: Quedlinburg

Warum in die Ferne schweifen? Das ist wohl das Urlaubsmotto von vielen in diesem Jahr. Und so sind viele auf der Suche nach tollen Reisezielen für einen Urlaub in Deutschland.
Es gibt unzählige Möglichkeiten, seinen Urlaub in Deutschland zu verbringen. Die einen wandern am liebsten in den Alpen, die anderen bevorzugen die Mittelgebirge, andere wollen lieber ans Meer… was man aber überall findet: Herrliche Städte mit viel Geschichte! Ja, Deutschland ist voll von historischen Städten – und einige davon stelle ich euch hier vor. Mit Unterstützung von einigen Bloggerkolleginnen!

Erfurt

Erfurt war für mich eine echte Entdeckung! Vor einigen Jahren reiste ich mit dem Zug 10 Tage durch Mitteldeutschland: Ausgehend von Fulda besuchte ich Eisenach, wo ich die Wartburg besichtigte, reiste dann weiter nach Erfurt und schließlich nach Weimar. Eigentlich habe ich Erfurt nur mitgenommen, weil es auf dem Weg lag und ich es noch nicht kannte. Aber all ich dort war, war ich sehr begeistert: Eine wunderschöne, sehr gemütliche Altstadt, tolle Kirchen und Museen fand man hier. V.a. die Krämerbrücke ist wirklich sehenswert: Ähnlich wie auf dem Ponte Vecchio in Florenz, ist auch hier die ganze Brücke mit schiefen Häuschen bebaut. Allerdings ist das Ganze weitaus bunter als am Arno.

Sehr sehenswert ist außerdem die Ausstellung zum Erfurter Schatz, der wahrscheinlich von seinem jüdischen Besitzer während des Pogroms 1349 vergraben und erst 1998 zufällig wiederentdeckt wurde. Erfurt ist wirklich eine der schönsten Städte und Ideal für einen Urlaub in Deutschland, v.a. da sich ein Besuch mit einigen anderen Sehenswürdigkeiten gut verbinden lässt – aus dieser Liste wären das etwa Mühlhausen oder Weimar.

Lesetipps:


Weimar

Weimar steht ganz im Zeichen der großen Dichterfürsten Goethe und Schiller – ist aber auch sonst eine sehenswerte Stadt

Wenn man schon in Erfurt ist, kann man auch gleich weiter nach Weimar.
Nun gut, wer schon bei den Namen Goethe und Schiller aus Schulzeiten gespeiste Aggressionen bekommt, sollte einen Bogen um diese Stadt machen. Ich allerdings bin bekanntlich eine echte Literaturliebhaberin und obendrein eine echte Verehrerin der beiden „Dichterfürsten“.
Nicht nur, dass man Goethe, Schiller & Co hier auf Schritt und Tritt begegnet, nein, Weimar ist obendrein wirklich eine sehr schöne Stadt. Ich liebe v.a. den Ilmpark,  ein Naherholungsgebiet mit zahlreichen versteckten Denkmäler, Tempelchen und kleinen Gebäuden – und natürlich Goethes Gartenhaus.
Zudem würde ich jedem empfehlen, die restaurierte Anna Amalia-Bibliothek zu besuchen, die nach dem verheerenden Brand von 2004 wieder in altem Glanz erstrahlt – auch wenn die Restaurierung der Bücher nach wie vor andauert.

Lesetipps:


Regensburg

Regensburg: Eine der schönsten historischen Städte in Deutschland

Regensburg: Eine der schönsten historischen Städte in Deutschland

Regensburg ist  eine der schönsten Städte Deutschland. Das wird jeder bestätigen, der dort schon einmal war. Dass ich im November da war tut den Bildern, die ich gemacht habe, leider etwas Abbruch und so werden sie der Schönheit der Stadt eigentlich nicht gerecht.
Obendrein ist Regensburg eine herrlich lebendige Stadt, natürlich greift auch hier leider der Massentourismus um sich – aber auch die Einheimischen sorgen dafür, dass in der Stadt etwas los ist. Man sagt, Regensburg sei die Stadt mit der höchsten Kneipendichte in Bayern (Platz 2 in Deutschland): knapp 600 davon gäbe es im Stadtgebiet. Und obendrein gibt es fünf Brauereien.

Aber auch historisch hat Regensburgs Altstadt, die 2006 in die UNESCO Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde, einiges zu bieten: Ihren Ursprung hatte sie als Römercastell – und römische Überreste finden sich auch in der Stadt und der Umgebung noch einige (der Bayerische Limes verlief hier entlang). Doch die meisten Zeugnisse haben sich aus späteren Jahrhunderten bewahrt, aus dem Hohen Mittelalter, das noch heute das Stadtbild prägt. So wurde mit dem Bau der berühmten Steinernen Brücke im Jahr 1135 begonnen. Sie war über lange Zeit die einzige Donaubrücke zwischen Ulm und Wien und für 800 Jahre die einzige, die beide Donauarme überquerte!

Bedeutend für die Stadt war, dass sie sowohl freie Reichsstadt war als auch Residenz des Fürstbischofs, der über das Hochstift Regensburg herrschte. Daraus ergaben sich nicht wenige Konflikte – aber auch sowohl ein prächtiger Dom als auch prächtige Bürgerhäuser!

Lesetipp:

  • Alles über die Sehenswürdigkeiten Regensburgs erfahrt ihr bei den Phototravellers
  • Bei Reise-Bloegle gibt es Tipps für ein Wochenende in Regensburg
  • Sehr viel bessere Fotos als bei mir – und bei sehr viel besserem Wetter – findet ihr auf dem Reisen Fotografie Blog

Bamberg

Die schönsten historischen Städte Deutschlands

Blick auf die Fischersiedlung „Klein Venedig“ in Bamberg

Bamberg ist meine Heimatstadt, in der ich insgesamt 24 Jahre meines Lebens verbracht habe. Dabei bin ich in einer sehr zwiespältigen Situation: Zum einen bemerke ich bei jeder Rückkehr, dass die Zahl der Touristen wieder gestiegen ist.  Da wünsche ich mir, als Einheimische, durchaus öfter, dass Bamberg doch bitte ein Geheimtipp bleiben soll.
Und dann ertappe ich mich immer wieder dabei, wie ich so ziemlich jedem, der mir unterkommt, von Bamberg vorschwärme – v.a. wenn er ein Bierliebhaber ist. Denn die Gegend um Bamberg weist die höchste Brauereidichte der Welt auf!
Daneben kann Bamberg aber mit noch ein paar Alleinstellungsmerkmalen aufwarten: Es hat die größte, erhaltene Altstadt Deutschlands, die komplett in die UNESCO Weltkulturerbeliste aufgenommen wurde, einen der sieben Kaiserdome Deutschlands, das einzige Papstgrab nördlich der Alpen und ein Rathaus, das mitten im Fluss gebaut wurde und nur über Brücken zugänglich ist.
Wer gemütliche Kleinstädte mag, wer gerne durch enge mittelalterliche Gassen bummelt und wer gerne Bier trinkt, ist in Bamberg absolut richtig!

Lesetipps:


Quedlinburg

Quedlinburg darf auf keiner Liste der schönsten historischen Städte fehlen – ich war begeistert, als ich 2018 dort einige Tage verbrachte. Nun ist es bekannt, dass ich Bamberg für eine der schönsten, wenn nicht DIE schönste Stadt Deutschlands halte – aber als ich in Quedlinburg war, musste ich tatsächlich zugeben: Die Stadt ist mindestens genauso schön, wenn nicht sogar noch etwas pittoresker!

Wer sich mit dem deutschen Mittelalter befasst, dem ist Quedlinburg und das dortige Damenstift ein Begriff. Die Äbtissinnen, die diesem Stift  vorstanden, waren eng verbunden mit den diversen Herrscherhäusern. Die erste Äbtissin war Mathilde, Tochter Kaiser Ottos I., die, während die Kaiser in Italien weilten, im Reich die Funktion der Reichsverweserin ausübte.
In der Altstadt, seit 1994 Weltkulturerbe, haben sich über 2000 Fachwerkhäuser erhalten, die das Bild dieser herrlichen historischen Stadt prägen. Bunt, fantasievoll ausgestaltet, schief und krumm – so präsentieren sich diese mittelalterlichen Bauwerke. Und über allem trohnt die Stiftskirche St. Servatii.

In Quedlinburg kann man sich gut in den Gassen verlieren und an jeder Ecke etwas Neues entdecken!

Lesetipp:


Goslar

schief, krumm und pittoresk: Die Fachwerkhäuser von Goslar

Nur knapp 60 km trennen Goslar und Quedlinburg. Beide Städte sind voll mit wunderschönen Fachwerkbauten, wurden im 10. Jahrhundert zum ersten Mal erwähnt (wobei Quedlinburg knapp 50 Jahre älter ist) und sind seit den 1990er Jahren Weltkulturerbe. Und doch sind diese beiden Orte sehr unterschiedlich: Das beginnt schon beim Wetter. Während Goslar am Westrand des Harzes liegt, liegt Quedlinburg östlich davon – mit dem Ergebnis, dass es in Goslar spürbar mehr regnet und die Temperaturen etwas kühler sind.
Bei meinem Besuch zeigte sich das auch sofort. Nach der kurzen Zugfahrt stieg ich in Goslar bei kühlerem Wetter und Nieselregen aus, nachdem in Quedlinburg bestes Sommerwetter geherrscht hatte. Ein Blick auf die Klimadiagramme zeigt aber, dass das ein grundsätzliches Phänomen ist.

Auch die Geschichte beider Orte ist unterschiedlich – auch wenn beide eine Kaiserpfalz beherbergten und bedeutende Orte im Mittelalter waren.
Ihren Reichtum verdankt die Stadt Goslar dem Erzabbau. Bereits seit dem 3. Jahrhundert n. Chr. ist Erzabbau im Harz nachweisbar und die Erze wurden nachweislich bis nach England exportiert. Doch das für Goslar bedeutendste Bergwerk war Rammelsberg, nur wenige Kilometer nördlich von Goslar gelegen, das 1988 nach über 1000 Jahren (fast) durchgängigen Bergbaus stillgelegt wurde. Goslar war eine reiche Stadt, auch reichsunmittelbar, also politisch nur dem Kaiser unterstellt. Der in der Architektur dominierende Schiefer gibt dem Ort die unverwechselbare Stimmung einer Bergbausiedlung, wie man es auch aus dem Frankenwald kennt. Meiner ganz persönlichen Meinung nach gab das Goslar eine weitaus ernstere und strengere Atmosphäre als dem bunteren, lebendigeren Quedlinburg. Das Wetter war an dieser meiner Auffassung sicher nicht ganz unbeteiligt.

Lesetipp:

  • Tipps für einen perfekten Tag in Goslar gibt es bei Indigoblau

Dresden

Vor mehr als 800 Jahren wurde meine Heimatstadt an den Ufern der Elbe offiziell gegründet. Noch viel länger, nämlich ganze 7.000 Jahre, leben Menschen aber schon hier, wie bei Ausgrabungen im Stadtviertel Prohlis zutage kam.

Dresden ist also ganz schön alt, und die Spuren seiner wechselhaften Geschichte sieht man vor allem im Stadtzentrum sehr deutlich. Seit 1990 wurde die Altstadt enorm aufgehübscht. Die engen Gassen rund um den Neumarkt, wo sich Schlösser und Kirchen von Romanik über Barock bis Neorenaissance aneinanderdrängen, bezeichnen manche Einwohner verächtlich als „Disneyland“.

Auf der anderen Elbseite liegt die Neustadt, die allerdings auch nicht allzu neu ist: „Altendresden“ brannte 1685 komplett nieder und wurde von Kurfürst August dem Starken im Barockstil neu errichtet. Das goldene Reiterbild am Neustädter Markt, das den sächsischen Herrscher sehr schmeichelhaft präsentiert, erbauten die Neustädter ihm zum Dank.

Fortan waren die Gebäude der Altstadt die (chronologisch) älteren. Allen voran das Residenzschloss, das den sächsischen Herrschern seit dem 15. Jahrhundert als Herrschaftssitz diente (der Reihe nach kann man sie auf dem Fürstenzug sehen) und heute das weltberühmte Grüne Gewölbe mit seinen Schätzen beherbergt.

Auch die Brühlsche Terrasse, der „Balkon Europas“, ist Zeugnis von Dresdens langer Geschichte: Sie ist der letzte Rest der Stadtmauer, die Dresden bis ins 18. Jahrhundert umgab. In unmittelbarer Nachbarschaft liegt die weithin sichtbare Frauenkirche: Kaum ein Gebäude in Dresden ist bekannter. Nach der Bombennacht vom 13. Februar 1945, die das komplette Zentrum zerstörte, war die Kirche bis zur Wende ein mahnender Schutthaufen. Die Restaurierung, bei der man sie von 1994 bis 2005 Stein für Stein zusammenpuzzelte, wurde über Spendengelder aus aller Welt bezahlt; genauso, wie sie ursprünglich auf Kosten der Dresdner Bürger errichtet wurde. Eine echte Kirche des Volkes!

Auf der anderen Elbseite bildet die Äußere Neustadt eines der größten zusammenhängenden Gründerzeitviertel Europas. In der DDR-Zeit sahen die heruntergekommenen, rußgeschwärzten Häuser wahrlich historisch aus; heute ist die Gentrifizierung in vollem Gange. Für Kneipenbummler, Streetart-Fans und Familien mit Kindern ist die Äußere Neustadt trotzdem „the place to be“.

Dieser Tipp stammt von Jenny von den Weltwunderern. Die Weltwunderer leben in Dresden und sind Fans ihrer Heimatstadt – wenn sie nicht gerade durch die Welt reisen und so abgelegene Orte wie Japan und Neuseeland entdecken…

Lesetipps:

  • 100 Tipps für Dresden mit Kindern bei den Weltwunderern
  • Top 10 Sehenswürdigkeiten für Dresden bei coeser.de

Augsburg

das Augsburger Rathaus (rechts), einer der großartigsten Renaissance-Bauten nördlich der Alpen

Anders als das nur eine halbe Zugstunde entfernt gelegene München, ist Augsburg eine wirklich alte Stadt (um ehrlich zu sein: Die Ersterwähnung Münchens erfolgte in einem Schriftstück namens „Augsburger Vergleich“)

Augsburg hat wahrlich eine spannende, einzigartige Geschichte. Der Name geht zurück auf das römische Heerlager und die spätere römische Provinzhauptstadt Augusta Vindelicorum, die bereits im Jahr 15 v. Chr. bereits gegründet wurde.
1276 – die erste urkundliche Erwähnung Münchens war gerade einmal etwa 100 Jahre her – erhielt die Stadt Augsburg Reichsunmittelbarkeit, das heißt sie war als Freie Reichsstadt nur dem Kaiser unterstellt und keiner anderen Herrschaft. Diese große Selbständigkeit schlug sich auch im Selbstbewusstsein der Augsburger Bürgerschaft nieder. So ist es kein Zufall, das eines der größten und eindrucksvollsten Gebäude der Stadt kein Dom, kein Schloss und keine Residenz ist, sondern das Rathaus aus dem frühen 17. Jahrhundert – einer der großartigsten Renaissancebauten nördlich der Alpen.

Berühmt wurde Augsburg zudem durch die Kaufmannsfamilie der Fugger, die mit ihrem sagenhaften Reichtum massiven Einfluss auf die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches ausüben konnten. Allerdings waren es auch die Fugger, denen Augsburg die Fuggerei verdankt, die älteste Sozialsiedlung der Welt! Wer dort heute wohnen möchte, muss noch immer dieselben Bedingungen erfüllen wie schon 1521: Er muss Augsburger, katholisch und gut beleumdet sein – und natürlich bedürftig. Jeden Tag muss ein Ave Maria, ein Vater Unser und ein Credo für die Stifter gesprochen werden – dafür hat sich auch die Kaltmiete in den letzten Jahrhunderten nicht erhöht und beträgt nach wie vor 1 Rheinischen Gulden, das heißt ca. 90 cent – pro Jahr!
Es rentiert sich übrigens tatsächlich, in Augsburg zu leben und zu arbeiten, nicht nur, weil es eine schöne Stadt ist, sondern auch weil es die Stadt mit den meisten gesetzlichen Feiertagen in ganz Deutschland ist. Den zusätzlichen Feiertag – den 8. August – gibt es NUR hier, in Augsburg. Es handelt sich dabei um das „Hohe Friedensfest“, das seit 1650 begangen wird und bei dem ursprünglich die Protestanten, also die Anhänger der „Confessio Augustana“, des Augsburger Bekenntnisses, nach dem Ende des Dreißigjährigen Krieges 1648 auch das Ende ihrer konfessionellen Unterdrückung feierten. Zuvor hatte die Stadt im Reich in konfessioneller Hinsicht eine Sonderstellung durch den Augsburger Reichs- und Religionsfrieden, der im Dreißigjährigen Krieg durch den katholischen Kaiser Ferdinand II. untergraben worden war.

Lesetipps:

  • Die Sehenswürdigkeiten Augsburgs beschreiben Sara und Marco auf Love and Compass.
  • Chris beschreibt seinen Städtetrip nach Augsburg auf globesurfer.

Wismar

Backsteingotik pur: die schöne historische Stadt Wismar war lange schwedisch

Wismar, schon früh eine Hansestadt und heute zusammen mit Stralsund UNESCO-Weltkulturerbe, ist ein beliebtes Reiseziel. Die schöne historische Altstadt und die Lage an der Ostsee locken Touristen an.
Aber wusstet ihr, dass Wismar bis 1903 de iure zu Schweden gehörte?
Im Westfälischen Frieden, der den Dreißigjährigen Krieg beendete, wurde festgelegt, dass die Stadt als kaiserliches Lehen an die Schweden fiel. Und rechtlich gesehen blieb es schwedisch bis 1903, obwohl es de facto bereits 1803 wieder zu Deutschland kam. In diesem Jahr verpfändete Schweden die Stadt nämlich an Mecklenburg-Schwerin. Nach Ablauf des Vertrags verzichtete Schweden auf die Ablösung und so wurde Wismar wieder deutsch.

Die Blütezeit erlebte die Hansestadt im Spätmittelalter: Die historische Altstadt ist deshalb auch stark von gotischen Gebäuden geprägt.
Leider wurde auch Wismar im Zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Von einer der drei Hauptkirchen ist heute nur noch ein Turm erhalten, doch glücklicherweise konnte viel historische Bausubstanz bewahrt werden, so dass Wismar heute zu den schönsten historischen Städten an der Ostsee zählt.

Lesetipp:


Görlitz

Eine wunderschöne Kleinstadt befindet sich ganz im Osten Deutschlands, direkt an der Grenze zu Polen – Görlitz. Die östlichste Stadt Deutschlands feiert 2021 bereits sein 950. Stadtjubiläum. Die Ursprünge der Stadt liegen an der bekannten Handelsstrasse Via Regia, die von Osten nach Westen führte und nicht nur Handelsstrasse war, sondern auch Pilgerweg und auch eine bedeutende Militärstraße, was unter anderem auch Napoleon nach Görlitz brachte. Im 2. Weltkrieg relativ verschont von Zerstörung, zerfielen viele der Gebäude dann in DDR Zeiten, nach der Wende fand sich ein unbekannter Spender, der der Stadt jährlich eine Million DM, später dann 500 000 Euro spendete, damit die Altstadt wieder aufgebaut werden konnte. So erstrahlt die Stadt heute und ist mit 4000 denkmalgeschützten Gebäuden in der Innenstadt und Altstadt das flächenmäßig größte zusammenhängende Denkmalgebiet Deutschlands.

Und diesen Ruf der wunderschönen Stadt hörte auch die Filmindustrie und so war Görlitz inzwischen in mehr als 100 Filmen der Schauplatz: Filme wie Werk ohne Autor, Inglourious Basterds und Grandhotel Budapest wurden an vielen Schauplätzen der Stadt gedreht. Das brachte Görlitz auch den Namen Görliwood ein und die Stadt wurde als der beste Drehort in Europa ausgezeichnet.
Aber nicht nur für Filmliebhaber ist Görlitz immer einen Besuch wert. Görlitz ist auch eine Europastadt, denn über die Brücken der Neisse gelangt man direkt nach Polen in die Stadt Zgorzelec, bis zum Ende des 2.Weltkrieg war es eine Stadt und heute verbindet sie eine gute Freundschaft und Zusammenarbeit und auch Zusammenleben. Viele arbeiten und wohnen jeweils auf der anderen Seite der Neisse.

Dieser Tipp stammt von Ina und Nico von Mit Kind im Rucksack. Nach Jahren in Norwegen kehrten sie nach Deutschland zurück und leben nun in der wunderschönen Stadt Görlitz.

Lesetipps:


Marburg an der Lahn

Blick über die historische Altstadt von Marburg an der Lahn

Als ich durch Marburg schlenderte, wunderte es mich wieder einmal nicht, warum Touristen aus aller Welt von vielen kleinen europäischen Städtchen so entzückt sind: windschiefe Fachwerkhäuser, verwinkelte Gassen, gotische Dome und Burgen auf steilen Felsen – für viele Europäer fast schon normal, wenn auch pittoresk. Für Menschen anderer Kontinente nur etwas, das sie aus Märchen, Romanen und Historienfilmen kennen. Marburg sieht aus, wie der Schauplatz eines deutschen Märchens – und es wunderte mich nicht, als ich später erfuhr, dass sich die Gebrüder Grimm hier aufgehalten haben.

Marburg gilt als „die Wiege Hessens“, denn zwischen 1248 und 1604 war Marburg (wenn auch nicht durchgängig) die Residenz der Landgrafen von Hessen-Marburg. Zuvor gehörte die Stadt zum Territorium der Landgrafen von Thüringen, doch nach deren Erlöschen 1247 ließ Sophie von Brabant, Tochter der Heiligen Elisabeth von Thüringen (die Marburg als Witwensitz gewählt hatte und hier bestattet wurde), ihren Sohn zum Landgrafen ausrufen. Beim folgenden hessisch-thüringischen Erbfolgekrieg wurde die Unabhängigkeit Hessens erstritten.
Später wurde ein hessischer Landgraf zum Vorkämpfer der Reformation in Deutschland, der auch die Marburger Universität gründete – die zweitälteste protestantische Universität überhaupt.
Noch heute prägen die Studenten auch das Bild der Stadt und so ist Marburg, ähnlich wie Bamberg, trotz der altehrwürdigen Geschichte eine junge, lebendige Stadt.

Lesetipp:


Rothenburg ob der Tauber

Rothenburg gilt als eine der schönsten historischen Städte in Deutschland. Doch wusstet ihr, dass es im Zweiten Weltkrieg schwer zerstört wurde?

Mein letzter Besuch in Rothenburg ob der Tauber liegt schon eine ganze Weile zurück – und ich muss gestehen, dass meine fotografischen Fähigkeiten damals noch so schlecht waren, dass sie dieser schönen Stadt nicht gerecht wurden.

Nein, ein Geheimtipp ist Rothenburg ob der Tauber wahrlich nicht. Im Gegenteil: Asiaten und Amerikaner haben diese Stadt als eine Art „Vorzeige-Fachwerk-Stadt“ auf ihrer Deutschland-Reiseroute stehen. Aber wusstet ihr, dass das schöne Rothenburg im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt wurde? Und zwar wurden etwa 45% der Bausubstanz beschädigt oder zerstört. Davon merkt man heute nichts, denn anderes als in anderen Städten, hat man sich in Rothenburg dafür entschieden, die Stadt möglichst originalgetreu wiederaufzubauen. Und so hat man das Gefühl, durch unbeschädigtes Mittelalter zu wandeln. Hätte man sich doch in der Nachkriegszeit häufiger für diese Form des Wiederaufbaus entschieden!

Auch Rothenburg – wie viele Städte dieser Liste – war eine Reichsstadt, also nur dem Kaiser unterstellt. Sie verlor allerdings nach dem Dreißigjährigen Krieg an Bedeutung. Das hatte den Vorteil, dass sie ihr mittelalterliches Gesicht bewahrte, da es keine größeren Umbau- und Modernisierungsmaßnahmen mehr gab. Jeder, der einmal hier war, wird zugeben: Rothenburg gehört auf jeden Fall zu den schönsten historischen Städten in Deutschland.

Lesetipp:

  • Mehr über die Sehenswürdigkeiten in Rothenburg erfahrt ihr auf Reisen und Essen

Wetzlar

Fachwerkhäuser in Wetzlar. Wer hätte das eher unbekannte Wetzlar auf einer Liste über die schönsten historischen Städte erwartet?

Fachwerkhäuser in Wetzlar. Wer hätte das eher unbekannte Wetzlar auf einer Liste über die schönsten historischen Städte erwartet?

Wetzlar in Hessen ist heute nicht vielen Leuten bekannt. Das war zu Goethes Zeiten anders. Da fungierte die Stadt als Reichsstadt und war entsprechend wohlhabend.
Schöne Fachwerkhäuser in der Altstadt lassen noch heute das Flair früherer Zeiten wach werden. Einige Reste der mittelalterlichen Stadtbefestigung sind ebenfalls erhalten, wie zum Beispiel der Säuturm.

Das größte Highlight ist mit Abstand der romanisch-gotische Dom. Als den Stadtherren der romanische Dom zu klein und nicht mehr angemessen prachtvoll erschien, beschlossen sie den Neubau eines gotischen Doms. Den bauten sie in Etappen um die alte Kirche herum und rissen den jeweiligen alten Teil ab. Leider ging der Stadt über die lange Bauzeit das Geld aus, da sich die lukrativen Handelsstraßen verlagert hatten. So kannst du in der Südfassade ein unfreiwilliges Mosaik aus verschiedenen Steinen erkennen, da man nehmen musste, was man gerade kriegen konnte. Endgültig pleite war Wetzlar, als es an die Errichtung des Westwerks mit der geplanten Doppelturmfassade ging. Es reichte nur noch für einen Turm, dahinter lugt der kleinere Turm der romanischen Kirche hervor.

Goethes Spuren kannst du im Lottehaus folgen. Hier wohnte die junge Dame, in die Goethe sich unglücklich verliebte. Daraus entstand sein Roman „Die Leiden des jungen Werther“.

Dieser Tipps stammt von Gina und Marcus von 2onthego. Reisen – besser spät als nie! ist ihr Motto und sie bieten zahllose Tipps für individuell reisende Best Ager.

Lesetipp:

  • 7 Sehenswürdigkeiten in der Goethestadt Wetzlar verraten euch 2onthego

Burghausen

Blick von der Burg auf die historische Altstadt von Burghausen

Burghausen ist keine große Stadt – und war es auch nie. Die Altstadt ist sehr klein und ist im Endeffekt der Stadtplatz (mit angrenzenden Gassen) mit den schönen Bürgerhäusern. Doch was Burghausen besonders macht ist die namensgebende Burg: Mit über einem Kilometer Länge (!) ist sie die längste der Welt!
Sie erstreckt sich auf einem Berg parallel zur Altstadt und bietet einen schönen Blick auf dieselbe.
Doch den besten Blick auf die Burg hat man aus Österreich! Denn Burghausen liegt direkt an der Salzach und wenn man die Brücke überquert, ist man schon in Österreich. Dort kann man direkt am Fluss gut Kaffee und Kuchen und den Blick auf die weltgrößte Burganlage genießen.


Mühlhausen in Thüringen

eine schöne historische Stadt im touristischen Dornröschenschlaf: Mühlhausen in Thüringen

Mühlhausen in Thüringen und seine bewegte Geschichte lernte ich vor einigen Jahren bei einer Reise in die Wartburg-Hainich Region kennen. Und ich gestehe: Ich kannte die Stadt vorher nicht! Dabei liegt sie gar nicht weit von Erfurt und Eisenach entfernt. Aber ich bin nicht alleine: Mühlhausen schläft noch immer den touristischen Dornröschenschlaf.
Diese kleine, heute wenig bekannte Stadt, spielte in den Bauernkriegen eine bedeutende Rolle. Hier versuchte im 16. Jahrhundert Thomas Müntzer seine radikalreformatorischen Ideen umzusetzen.

Heute besticht die Stadt v.a. durch die erhaltenen Fachwerkhäuser und die gut erhaltene Stadtmauer von 1200. 2,7 Kilometer lang, mit sieben Toren und 38 Türmen umschloss sie den etwa 49 Hektar umfassenden Stadtkern von Mühlhausen. Heute kann man gemütlich an ihr entlang spazieren oder sich durch die Fachwerkgassen treiben lassen – und am Ende auf ein Bier in der lokalen Brauerei einkehren.

Lesetipp:


Lübeck

Das Holstentor ist das Wahrzeichen Lübecks. Die „Mutter der Hanse“ gilt als eine der schönsten historischen Städte in Norddeutschland

Als „Mutter der Hanse“ bezeichnete man die Stadt Lübeck. 1143 gegründet, 1160 mit dem Stadtrecht versehen und seit 1226 reichsunmittelbar, nahm Lübeck eine besondere Rolle innerhalb der Hanse ein.
Die Hanse sicherte der Stadt Lübeck – wie auch den anderen Mitgliedern – einen großen Reichtum im Spätmittelalter. Deshalb prägte diese Zeit auch hier das Stadtbild.
Anders als anderen Städten gelang es Lübeck im Dreißigjährigen Krieg, neutral zu bleiben. Ein erstaunliches Alleinstellungsmerkmal, wenn man bedenkt, wie vieler Städte Geschichte eng mit diesem Krieg verbunden waren. Lübeck war sogar als ein Kongressort für die Aushandlung des Friedensvertrages im Gespräch.

Das Wahrzeichen Lübecks ist das Holstentor, ein spätmittelalterliches Stadttor, von denen heute nur noch zwei erhalten sind. Das heutige Holstentor war eigentlich das „mittlere Holstentor“ und stand zwischen zwei weiteren Holstentoren, die hintereinander standen und gemeinsam ein Stadttor bildeten. Die anderen beiden Holstentore wurden im 19. Jahrhundert aber abgerissen.
Der Reichtum der Lübecker Bürgerschaft zeigt sich auch an der großen Marienkirchen, welche die Bürger- und Marktkirche war. Sie gilt als „Mutterkirche der norddeutschen Backsteingotik“, da sie als Vorbild für zahlreiche weiter Kirchen dieses Stils diente.

Literaturfreunden ist die Stadt natürlich v.a. als Schauplatz des Romans Buddenbrooks von Thomas Mann bekannt. Und Freunde von Süßem wissen, dass hier das Marzipan erfunden wurde.

Lesetipps:

  • Dass Lübeck mehr zu bieten hat als Buddenbrooks und Marzipan erfahrt ihr bei Myhappyplaces
  • Über die Sehenswürdigkeiten Lübecks erfahrt ihr auch mehr bei Childandcompass

Stralsund

Blick auf Stralsund: Dominant sind die Türme der Nikolaikirche

Auch Stralsund gelangte durch die Hanse, deren Gründungsmitglied sie war, zu Macht und Wohlstand. Auch hier prägt die Backsteingotik das Stadtbild und zusammen mit Wismar gehört die schöne historische Altstadt von Stralsund zum UNESCO Weltkulturerbe.
Für Ostseeurlauber ist die Stadt auch deshalb von Interesse, weil sie das „Tor zur Insel Rügen“ darstellt, denn die Stadt liegt am Strelasund, einer Meerenge zwischen Festland und der Insel.

Besonders beeindruckt hat mich die Nikolaikirche, die dem heiligen Nikolaus, dem Beschützer der Seefahrer, geweiht ist. Schon von außen sieht sie imposant aus mit den beiden quadratischen, breiten Türmen, von denen nur einer eine Haube trägt. Man sieht sie weithin über die Stadt.
Besonders beeindruckend ist allerdings die farbige Innengestaltung. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts hat man die Kirche innen geweißelt, aber zum Glück wurde die bunte Ausmalung um 1900 wiederhergestellt.

Lesetipp:


Braunschweig

„Braunschweig? Was willst du denn in Braunschweig?“ – das war die Frage, die man mir eigentlich immer stellte, wenn ich sagte, dass ich ein paar Tage in Braunschweig verbringen wollte. Kaum jemand hatte Braunschweig besucht – aber irgendwie hatten alle eine Meinung dazu. Und keine positive.
Was soll ich sagen: Sie hatten Unrecht. Mir gefiel Braunschweig. Und deshalb habe ich sie auch aufgenommen in diese Liste der schönsten historischen Städte in Deutschland!

Natürlich, auch diese Stadt wurde, wie so viele, im zweiten Weltkrieg beschädigt und anders als das oben genannte Rothenburg wurde sie nicht originalgetreu wieder aufgebaut. Dennoch hat sich auch hier viel Sehenswertes erhalten. Da wäre einmal der Dom mit dem Grabmal Heinrichs des Löwen, daneben die Burg Dankwarderode. Braunschweig war schon welfische Residenz, als München nichts anderes war, als eine Furt durch die Isar. Denn es war Heinrich der Löwe, der Welfenherzog und Gegenspieler der Staufer (diesem Konflikt verdanken die italienischen Parteien ihre Namen Guelfen und Ghibellinen), der München überhaupt erst gründete.
Aber es gibt noch weitere schöne Ecken, etwa das Magniviertel, ein schönes Stadtviertel mit Fachwerk und vielen Wirtschaften.
Und nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt liegt Kloster Riddagshausen, ein ehemaliges sehr sehenswertes Zisterzienserkloster. Nein, Geschichtefreunden wird in dieser schönen historischen Stadt sicher nicht langweilig.

Lesetipp:


Münster

Münster: Rathaus und Dom

Ein grüner Ring umgibt den Stadtkern von Münster. Wo heute unzählige Radfahrer auf autofreien Wegen im Schatten großer Bäume unterwegs sind, stand im Mittelalter die Stadtmauer der Domstadt. Hier und da sieht man noch Reste der mächtigen Befestigungsanlage, etwa den Buddenturm oder den Zwinger.
Genau im Zentrum der Altstadt steht der sehenswerte gotische Paulusdom mit seinem Klosterhof. Samstags bummeln viele Münsteraner (und natürlich auch Touristen) über den Wochenmarkt auf dem weiten Domplatz. Die schmalen verwinkelten Kopfsteinpflaster-Gassen hinter dem Dom waren indes nicht selten Drehort des Münster-Tatort.
Das wirtschaftliche Zentrum der historischen Altstadt markiert jedoch der Prinzipalmarkt. Mit seinen abwechslungsreichen Giebelhäusern erinnert er an die großen Zeiten der Kaufleute und Handwerker in der Hansestadt Münster. Auch heute noch reiht sich in den sandsteinernen Bogengängen ein Geschäft ans andere. Dass fast der ganze Prinzipalmarkt einschließlich des historischen Rathauses im Zweiten Weltkrieg zerstört war, mag man kaum glauben, wenn man heute dort entlang spaziert.
Im Rathaus jedoch findet sich noch die originale Einrichtung des sogenannten Friedenssaales. In dem Saal wurde 1648 das Ende des 30-jährigen Krieges beschlossen. Den Schauplatz dieses historischen Ereignisses kann man im Rahmen einer Führung besichtigen. Mehr über Münsters Geschichte erfährt man anschaulich bei einem Besuch im Stadtmuseum.

Dieser Tipp stammt von Angela von Unterwegs mit Kind. Der Name ist Programm, denn bei ihr geht es um Reisetipps für Familien und Alleinerziehende.

Lesetipp:


Trier

Die Porta Nigra: Ein ehemaliges römisches Stadttor in der ältesten Stadt Deutschlands

Nach unserer ersten, desaströsen Radwanderung beschlossen wir, einen „sicheren Radweg“ zu wählen – und entschieden uns für den Moselradweg von Trier bis Koblenz. Und wir taten gut daran. Nicht nur, dass der Moselradweg absolut anfängertauglich ist und wir damit das Triumphgefühl, aus eigener Kraft am Zielort einzustrampeln, zum ersten Mal genießen konnten. Nein, auch weil das Moseltal im besten Wortsinne „lieblich“ ist: Römische Ausgrabungen, idyllische Fachwerkhäuschen, hoch auf Felsen das Flusstal überragende Burgen und steil abfallende Weinberge bieten das Panorama, das man die ganze Fahrt über bewundern kann.

Trier – der Ausgangspunkt unserer Radtour – darf als älteste Stadt Deutschlands nicht auf dieser Liste fehlen. Römische Gründungen kamen mit Augsburg und Regensburg ja bereits vor, aber Trier toppt sie vom Alter her alle – oder zumindest heißt es das. Trier beruft sich dabei v.a. darauf, dass es „nicht einfach nur“ ein Heerlager war, sondern bereits bei den Römern als Stadt galt. Wenn man nach dem vermuteten Gründungsdatum geht, dann ist Trier genau ein Jahr älter als Augsburg.

In Trier – und in der Umgebung – haben sich allerdings weit mehr Zeugnisse der römischen Kultur erhalten. Allen voran natürlich die Porta Nigra, ein römisches Stadttor, und die Reste der römischen Thermen. Sowie mit der Römerbrücke die älteste Brücke Deutschlands.
Aber auch das Mittelalter und die Neuzeit haben beeindruckende Zeugnisse hinterlassen und bilden eine wunderschöne Gesamtkomposition.

Da mein letzter Trier-Besuch schon sehr lange her ist, half mir Saskia von Aiseetheworld mit Fotos aus!

Lesetipps:

  • Saskia von Aiseetheworld hat über die Sehenswürdigkeiten von Trier geschrieben.

Konstanz am Bodensee

viel Geschichte in Konstanz: Das Konzilsgebäude

Konstanz besitzt eine wunderschöne historische Altstadt. Sie ist besser erhalten als in vielen anderen deutschen Städten, weil sie in den beiden Weltkriegen kaum zerstört wurde. Angeblich ist Konstanz die Stadt mit den meisten Wandmalereien im deutschsprachigen Raum. Besonders schöne Fassadenmalereien sind im Innenhof des Rathauses oder am Haus „Zum Hohen Hafen“ zu finden.
Eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten von Konstanz ist das imposante Konzilsgebäude am Stadtgarten. Von 1414 – 1418 fand hier der größte Kongress des Mittelalters, das sogenannte „Konstanzer Konzil“, statt. Die einzige gültige Papstwahl nördlich der Alpen beendete die Kirchenspaltung im Mittelalter.

Die neun Meter hohe Hafenfigur „Imperia“, die sich am Hafen dreht, ist das Wahrzeichen der Stadt. Die Kurtisane hält in einer Hand König Sigismund, in der anderen den auf dem Konstanzer Konzil gewählten Papst Martin V.
Wenn du mehr über das Konstanzer Konzil und die Imperia erfahren willst, solltest du unbedingt eine historische Stadtführung mitmachen.
Das Konstanzer Münster „Unserer Lieben Frau“ ist ebenfalls von historischer Bedeutung. Hier tagte 1415 die Versammlung, die den Prager Reformator Jan Hus als Ketzer zum Tode verurteilte. Ein Gedenkstein, der sogenannte Hussenstein, erinnert heute daran. Vom Turm aus bietet sich die beste Aussicht auf den Bodensee und über die Dächer der Stadt.

Die Niederburg ist der älteste Teil der Konstanzer Altstadt. In ihren verwinkelten Gassen findest du viele farbenfroh restaurierte Häuser aus dem Mittelalter. Der perfekte Ort zum entspannten Bummeln, Shoppen und Einkehren.

Dieser Tipp stammt von Travelsanne. Sanne lebt mit ihrer Familie im schönen Schwarzwald und erkundet normalerweise am liebsten wandernd die Natur.

Lesetipp:

  • Tipps für einen Kurzurlaub in Konstanz am Bodensee verrät euch Travelsanne

Und? Wieviele dieser schönsten historischen Städte Deutschlands kennt ihr bereits? War etwas Neues für euch dabei? Oder findet ihr, dass eine Städt eigentlich unbedingt auf diese Liste gehört hätte? Ich bin gespannt auf eure Kommentare!

26 Gedanken zu “Urlaub in Deutschland: die schönsten historischen Städte

    • Ja, mir fehlen auch noch einige – deshalb hab ich ein paar Blogger gebeten, mitzumachen. Sonst werden meine weißen Flecken zuuuuu offensichtlich 😀

  1. Einige der Städte kenne ich schon, andere vom Hörensagen. Nur Burghausen war mir bis jetzt gänzlich unbekannt, aber es hört sich so an, als müsste ich das dringend ändern!
    Danke, dass wir zu dem Artikel beitragen durften.

    Liebe Grüße
    Gina

  2. Vielen Dank für diese schöne Aufzählung.
    Ja, wahrscheinlich fehlen noch einige (vor allen Dingen kleinere ) Städte.
    Aber das tut diesem Artikel ja keinen Abbruch.
    Viele dieser Städte habe ich auch schon besucht, Einige sind schon lange auch auf meiner „Todo Liste“ und ein paar hatte ich auch noch nicht “ auf dem Schirm “
    Dankeschön für diesen Beitrag.

  3. Wow was für eine umfangreiche, tolle Sammlung! Ich muss gestehen, dass ich viele der Städte noch nicht gesehen habe, einige sind direkt auf die berühmte Bucket List gewandert 🙂
    In Münster war ich aber zb schon öfters, einfach eine ganz ganz tolle Stadt.

    Viele Dank für die tollen Eindrücke!

  4. wenn man ein wenig genauer hinschaut gibt es vermutlich in so gut wie jedem europäischen land so viel zu sehen und zu tun, dass man damit wohl ein leben lang ausgelastet sein könnte. unglaublich, wieviele tolle orte es in deutschland gibt und wie man da in die tiefe gehen kann. zumindest regensburg und augsburg hab ich ja selber auch schon ein paar mal besucht *.*

    • Da hast Du recht! Ich finde ja, diese kleinen und mittelgroßen Städte machen Deutschland besonders aus. Durch die politische Zersplitterung hatte jede Region ihre eigene Geschichte, ihren eigenen (Bau)Stil und auch ihre eigenen Residenzen. Das ist schon was besonderes.

  5. Was für tolle historische Städte wir doch in Deutschland haben! Ich bin zwar kein riesiger Fan von Städtereisen, die Architektur und Geschichte begeistern mich aber sehr. Danke, dass ich ein wenig von meiner liebsten Stadt am Bodensee schwärmen durfte.
    Viele Grüße von Sanne

  6. Jetzt sollte ich mir dringend einen Camper mieten und einmal quer durch Deutschland fahren.
    Grundsätzlich mag ich Natur lieber als Städtereisen, doch deine Tour geht hauptsächlich in kleine Metropolen.
    Du solltest eine App oder ein E-Book aus deinen großartigen Tipps machen.

    Viele Grüße Katja

    • ich bin ja – wenn ich Campe – lieber am AdW unterwegs 😀 Also dann eher die von dir genannten Naturreisen. Wenn ich in Städte fahre, wohne ich am liebsten mittendrin 🙂 Aber ich reise ja eh am liebsten mit dem Zug – da ist das auch am praktischsten. Viele der Städte kann man ja auch sehr gut mit Naturausflügen verbinden: von Mühlhausen in den Hainich, von Bamberg in die Fränkische Schweiz oder die Hassberge, von Rothenburg durchs Taubertal oder von Regensburg ins Altmühltal etc.

  7. Hallo Ilona,
    da sind jede Menge Städte dabei, die ich gar nicht kenne bzw. noch nie besucht habe.
    Spannend!
    Lübeck mögen wir ja ganz besonders und Goslar hat mir auch sehr gut gefallen!

    Liebe Grüße
    Isabel

  8. Eine tolle Auswahl, vielen Dank!
    Mein Liebling aus der Liste ist Bamberg – eine wunderschöne historische Stadt (mit überaus leckerem Bier!). In die Liste könnte man noch Freiburg aufnehmen – dort habe ich mal ein Jahr gearbeitet und war sofort schockverliebt (die Bächle!).
    Und da ich aus Rheinhessen komme, wäre ich auch noch für die vielleicht älteste Stadt Deutschlands – Worms.
    Liebe Grüße
    Kristin

    • Danke für deinen Kommentar! 🙂

      Freiburg und Worms – die fehlen mir noch auf meiner eigenen Reiseliste! Ich sammle schon eifrig weitere Reiseideen in Deutschland 😀 Es wird nicht weniger. Aber interessant, dass sich auch Worms damit schmückt, die älteste Stadt Deutschlands zu sein? Das wusste ich gar nicht.

      Und deine Meinung über Bamberg teile ich – als Bambergerin – natürlich vorbehaltlos 😉

  9. Eine wirklich tolle Liste… ich kenne die meisten Städte auch schon… 🙂
    Und… wie du schon schreibst, fehlen da vielleicht auch noch ein paar… 😉 Aber ich glaube, da ist es schwer anzufangen und aufzuhören.
    Hier oben im Norden könnte ich dir auf alle Fälle noch Lüneburg ans Herz legen und ich persönlich hab mich ja im letzten Jahr auch in Passau ein wenig verliebt… 🙂
    Stolberg im Harz solltest du dir auch unbedingt mal anschauen… wenn ich noch länger nachdenke, dann hab ich sicherlich noch ein paar mehr Ideen. 😉
    Viele Grüße
    Tanja

    • Passau befand sich auf der ersten Liste – wie auch noch ein paar weitere, die ich aber aus Platzgründen wieder von der Liste gestrichen habe.
      Lüneburg steht, wie Hameln, schon länger auf meiner Reise-Wunschliste für Deutschlandtrips
      In Stolberg im Harz war ich auch noch nicht. Aber es sind ja schon zwei Harz-Städte drauf. ich wollte es ja ein wenig streuen.

      Wirklich entsetzt war ich, dass ich nichts zu Städten in BaWü und Brandenburg schreiben konnte :-O (obwohl ich in einigen in BaWü schon war, aber das ist wirklich laaange her)

  10. Moin Ilona,

    eine tolle Auflistung. In vielen diese Städte waren wir noch nicht. Genaugenommen erst in fünf von der Liste, davon vier vor der Blog- und Fotografen-Zeit. Mal schauen, ob wir das im kommenden Urlaub in Deutschland ändern können. Einige der schönen Orte, wie Münster oder Trier sind ja nicht weit weg von uns.

    LG Thomas

    • oh, im Mosel-Tal gibts noch weit mehr zu entdecken: Bernkastel-Kues z.B. ist wunderhübsch! Da ihr ja jetzt unter die Radler gegangen seid, kann ich auch den Mosel-Radweg empfehlen. Das war unser erstes Rad-Wander-Erfolgserlebnis, nachdem unsere erste Radtour so ein Desaster war *hust*

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