Bamberg & Bier: Warum Bamberg die wahre Bierhauptstadt ist

„Bier ist seit √ľber 20 Jahren mein Gesch√§ft. Nat√ľrlich wei√ü ich, dass die besten Biere nicht aus Bayern, sondern aus Franken stammen.“
Der Mann, der das sagt, ist Manuele Colonna, Betreiber einer legend√§ren Bier-Kneipe in Rom-Trastevere und Organisator des j√§hrlich stattfindenden „Frankenbierfest“ in Rom.
Und so wie Colonna sehen das Bierkenner weltweit.
W√§hrend der gemeine Bierliebhaber aus aller Welt nach M√ľnchen pilgert, weil dort ein Hofbr√§uhaus steht und besungen wird, wei√ü der Kenner: Der Nabel der Bierwelt liegt ganz woanders: 200 km weiter n√∂rdlich in Oberfranken, in der Bierhauptstadt Bamberg.

warum Bamberg die wahre Bierhauptstadt ist

Bierhauptstadt Рviele Städte streiten um den Titel

Was qualifiziert eine Stadt √ľberhaupt, sich „Bierhauptstadt“ nennen zu k√∂nnen?

Die Bekanntheit des Namens? Ist Pilsen dann die Bierhauptstadt – weil eine gro√üe Brauerei so ziemlich alle traditionellen kleineren Brauereien geschluckt und/oder platt gemacht hat? In Deutschland w√§re es dann wohl M√ľnchen – aber auch hier sind ein gro√üer Teil der Brauereien von Gro√übetrieben aufgekauft worden. (ein sch√∂ner Artikel dazu)

Die Menge des konsumierten Bieres? Dann w√§re Chemnitz in Deutschland f√ľhrend. Denn hier wird laut einer Studie rund 132 Liter Bier pro Person und Jahr konsumiert. Welches Bier konsumiert wird und mit wieviel Genuss das geschieht wird freilich nicht erhoben. (Quelle)

Oder gar der Gesamtaussto√ü? So sahen es die Dortmunder, die sich eine Weile als „Bierhauptstadt Europas“ bezeichneten. Hier gab es die ersten Brauereien, die mehr als eine Million Hektoliter pro Jahr herstellten und ein Zehntel der deutschen Bierproduktion kam von hier. Qualifiziert die Ansiedlung von Gro√übrauereien dazu, diesen Titel zu tragen?¬† (Quelle)

Ich sage, es gibt nur eine Bierhauptstadt – und das ist das kleine beschauliche Bamberg in Oberfranken. Welterbestatus seit 1993, gr√∂√üter erhaltener Altstadtkern Deutschlands, das einzige Papstgrab n√∂rdlich der Alpen und viele gute Gr√ľnde, die der Stadt den Titel „Bierhauptstadt“ sichern!

„a U“ – die k√ľrzeste Bierbestellung der Welt.

Bamberger Biergeschichte: Ein kurzer √úberblick

‚ÄěDer Charakter der¬†Bamberger soll im allgemeinen Biederherzigkeit, Phlegma, Aberglaube und h√§ufiges Biertrinken sein‚ÄúW. H. Wackenroder (1773-98)

Schon im späten 18. Jahrhundert sagte man dem Bamberger ein besonders Verhältnis zum Bier nach.
Dabei war gar nicht so sicher, dass Bamberg nicht vielmehr eine Weinstadt werden w√ľrde: Denn seit dem Mittelalter wurde auf den H√ľgeln der Weinbau betrieben, der erst im 19. Jahrhundert aus der Stadt verschwand und vom Hopfenanbau abgel√∂st wurde.
Dennoch wurde bereits zuvor – wie Wackenroders Zitat beweist – in Bamberg eifrig Bier konsumiert – und auch gebraut.
Angefangen hat auch hier alles in den Kl√∂stern, die schon sehr fr√ľh f√ľr den Eigenbedarf brauten. Im Laufe der Zeit ergab sich eine Verschiebung: Das Brauen wurde ein typisch b√ľrgerliches Gewerbe, das eng mit dem B√ľttner-Handwerk – also der Herstellung von F√§ssern – verbunden war.

Brauerei Fässla Bamberg

Der Name der Brauerei „F√§ssla“ deutet wohl noch immer auf die enge Verbindung von B√ľttner- und Brauerhandwerk hin

Das Braurecht wurde vom Landesherren – in Bamberg war dies der F√ľrstbischof – verliehen, allerdings war es nicht an Personen, sondern an H√§user und Grundst√ľcke gebunden. So kommt es, dass an einer Stelle √ľber lange Zeit hinweg immer gebraut wurde, auch wenn die Besitzer – und Brauer – wechselten.

Das Bamberger Reinheitsgebot vom 12. Oktober 1489 

Der Bamberger F√ľrstbischof hat √ľbrigens auch schon recht fr√ľh festgelegt, dass f√ľr das Brauen von Bier nur Malz, Hopfen und Wasser verwendet werden d√ľrfen. Inhaltlich deckt sich dies weitgehend mit dem Bayerischen Reinheitsgebot von 1516; allerdings ist dort spezifisch von „Gerste“ die Rede, w√§hrend man in Bamberg allgemeiner „Malz“ festlegte, wie es auch im heute noch g√ľltigen Reinheitsgebot der Fall ist.
Das Bamberger Reinheitsgebot stammt au√üerdem bereits aus dem Jahr 1489, ist also 27 Jahre √§lter als das Bayerische Reinheitsgebot.¬†¬†(Der Vollst√§ndigkeit halber: Auch in Bamberg hat man die Brauordnungen nicht erfunden – Vorschriften verschiedenster Art f√ľr das Bierbrauen gab es im ganzen Mittelalter)

In Bamberg könnte man dieses Jahr also bereits 530 Jahre Reinheitsgebot feiern. Das bayerische Reinheitsgebot gilt in Bamberg nämlich erst seit 216 Jahren. Das Bier in der Stadt wurde aber auch in den 300 Jahren zuvor schon nach einem (fast) gleichlautenden Reinheitsgebot gebraut.

Biersteuer als wichtige Einnahmequelle

Das Bier war eine wichtige Einnahmequelle f√ľr den Landesherren, denn man konnte darauf Sondersteuern, sogenanntes „Extra-Ungeld„, erheben und somit auch gewisse Bauma√ünahmen finanzieren. Die pr√§chtige barocke Seesbr√ľcke (an der Stelle der heutigen Kettenbr√ľcke in Bamberg) wurde Mitte des 18. Jahrhunderts in nur wenigen Jahren √ľber so einen „Bierpfennig“ finanziert. Christian Fiedler berechnet, dass die Bamberger den Br√ľckenbau mit fast 17 Millionen getrunkenen Ma√ü Bier unterst√ľtzt haben.

Die Bamberger Seesbr√ľcke wurde bereits 1784 bei einem Eissto√ü wieder zerst√∂rt. Quelle: Wikicommons. Lizenz: Gemeinfrei

Besondere Besitzverhältnisse

Eine Sache, die es in Bamberg offenbar niemals gab, war ein Kommunbrauhaus, also ein Brauhaus, das von der Gemeinde errichtet wurde und von den B√ľrgern gemeinschaftlich genutzt werden konnte. In Bamberg braute und malzte man f√ľr sich, der Brauer war Eigent√ľmer seiner Brauerei und hatte auch das Schankrecht. Hier war alles in einer Hand: Die Brauerfamilie wohnte im Obergeschoss, im Untergeschoss befand sich die Gastst√§tte und in einem (aus Gr√ľnden des Feuerschutzes) baulich getrennten Hinterhaus war die eigentliche Brauerei.
Auffallend ist, wie viele der kleinen Brauereien im Bamberger Raum nach wie vor f√ľr den Eigenbedarf brauen. Brauerei und Gastst√§tte sind noch immer auf engem Raum beieinander untergebracht und im Falle der Rauchbierbrauereien Schlenkerla und Spezial (siehe unten) hat sich auch die eigene M√§lzerei erhalten.

Alles auf kleinem Raum: Mitten im Weltkulturerbe ist hier die Brauerei und die Gaststätte Fässla untergebracht

Der Bamberger Bierkrieg

Wie wichtig den Bambergern ihr Bier war, zeigt eine kleine kuriose Begebenheit aus dem Jahr 1907: Der Bamberger Bierkrieg.

Anders als andere Bierfehden in der Geschichte kam der Bamberger Bierkrieg ganz ohne Waffengewalt aus.
Die Bamberger Brauereien hatten beschlossen, zum 1. Oktober 1907 den Preis f√ľr ein Seidla Bier (0,5 l) von 10 auf 11 Pfennige zu erh√∂hen.
Das emp√∂rte die wackeren Bamberger Biertrinker und die Wirte Georg Weierich und Anton Mohr beschlossen – angef√ľhrt von Karl Panzer – kein Bamberger Bier mehr auszuschenken, sondern Bier aus Forchheim.

Nach nur einer Woche gaben die Bamberger Brauer nach und nahmen die Preiserh√∂hung zur√ľck. Ab dem 7. Oktober 1907 kostete das Seidla wieder 10 Pfennige. Ende gut, alles gut.
Das Brauereiensterben hat die R√ľckkehr zum Bamberger Bier aber auch nicht verhindern k√∂nnen.

Zur Erinnerung an den Bamberger Bierkrieg. Quelle: Wikicommons. Lizenz: Gemeinfrei

Das Brauereien-Sterben seit der Industrialisierung

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Bamberg noch 65 Braustätten. Nicht selten waren sie in direkter Nachbarschaft zueinander angesiedelt.
Verwundert es uns heute, dass die Brauerei F√§ssla und die Brauerei Spezial in der K√∂nigstra√üe einander genau gegen√ľber liegen, so muss es uns erst recht irritieren, zu erfahren, dass sich im fr√ľhen 19. Jahrhundert tats√§chlich 23 Brauereien in dieser Stra√üe befanden.
Die Hohe Zahl an Braust√§tten blieb konstant bis zur Mitte des Jahrhunderts, dann gingen die Zahlen mit Einsetzen der Industrialisierung rapide zur√ľck.
Besonders w√§hrend und direkt nach dem ersten Weltkrieg sank die Zahl weiter. In f√ľnf Jahren schlossen alleine elf Brauereien. Vor dem zweiten Weltkrieg gab es nur noch 20 Braust√§tten in der Stadt.
Auch nach dem zweiten Weltkrieg ging das Brauereisterben weiter. Die letzte Brauerei, die in Bamberg geschlossen wurde war die Brauerei Maisel im Jahr 2008.
Seither wendete sich allerdings das Blatt. Vom deutschlandweit neuerwachten Interesse an handwerklich gebrauten, individuellen und qualitativ hochwertigen Bieren, profitierten auch die Bamberger Brauer

Lese-Tipp
Viele Informationen √ľber die Bamberger Biergeschichte erh√§lt man in folgendem Buch:
Fiedler, Christian: Bamberg – Die wahre Hauptstadt des Bieres, Bamberg 2016.

Leider ist das Buch derzeit vergriffen, gebraucht aber z.T. erhältlich. Auch einige Bibliotheken haben es im Bestand.

urig gehts nach wie vor zu in der Gaststube der Brauerei Mahr’s

Das Brauereisterben in Bamberg im Laufe des späten 19. und des 20. Jahrhunderts war kein Einzelschicksal. Vielerorts in Deutschland lassen sich ähnliche Beobachtungen machen. Was Bamberg einzigartig macht, ist die Tatsache, dass doch noch verhältnismäßig (!) viele traditionelle, alteingesessene Brauereien durchgängig bestanden haben.

Bambergs traditionelle Brauereien: √Ėffnungszeiten & Kontakt

Von all den Brauereien, die es in Bamberg einmal gab, haben acht bis heute √ľberlebt. Zusammen brauen sie fast 50 verschiedene Biere.¬†
Ich liste sie hier nach ihrem Gr√ľndungsdatum.

Beachtet unbedingt die √Ėffnungszeiten, wenn ihr die Brauerei-Wirtschaften besuchen wollt! Besonders wenn ihr am Wochenende kommt!

Klosterbräu (seit 1533)Schlenkerla (seit 1387/1678)Brauerei Spezial (seit 1536)Brauerei Fässla (seit 1649)Mahr's Bräu (seit 1670)Kaiserdom (seit 1718)Greifenklau (seit 1719)Keesmann (seit 1867)
Kontakt: 
Obere M√ľhlbr√ľcke 1-3
96049 Bamberg
Tel: 0951/52265
www.klosterbraeu.de

√Ėffnungszeiten:
Mo bis Fr 10.30 – 23.00 Uhr
Sa und Fei 10.00 – 23.00 Uhr
So 10.30 – 15.00 Uhr (Ausschankschluss schon um 14.30 Uhr!)
Okt. РMärz: Mo Ruhetag

Biere:
Braunbier, Kellerbier, Schwärzla, Rauchbier, Bockbier (nur im Winter)

Kontakt:
Dominikanerstraße 6
96049 Bamberg
Tel. 0951/56060
www.schlenkerla.de

√Ėffnungszeiten:
tägl. 9.30 Р23.30 Uhr

Biere: 
Märzen, Rauchweizen, Urbock (nur im Winter), Helles Lager, Kräusen (nur im Sommer), Fastenbier (während der Fastenzeit), Eiche Doppelbock (während der Weihnachtszeit)
Alle Biere sind Rauchbiere!

1387 erste urkundliche Erw√§hnung des Brauereianwesens am Oberen Stephansberg. Ab 1678 wird das Haus in der Dominikanerstra√üe als „Brauerei zum Blauen L√∂wen“ erw√§hnt, obwohl hier mit gro√üer Sicherheit zuvor schon Bier ausgeschenkt und wohl auch gebraut wurde.

Kontakt:
Obere Königstr. 10
96052 Bamberg
Tel. 0951/24304
www.brauerei-spezial.de

√Ėffnungszeiten:
So bis Fr 9.00 – 23.00 Uhr
Sa 9.00 – 14.00 Uhr

Biere:
Lager, Märzen, Weißbier, Ungespundetes, Bockbier (nur im Winter)
Alle Biere sind Rauchbiere!

Kontakt:
Obere Königstraße 19-21
96053 Bamberg
Tel. 0951/26516
www.faessla.de

√Ėffnungszeiten:
Mo bis Sa ab 8.30 Uhr
So/Fei 8.30 – 12.00 (keine K√ľche)
Kein Ruhetag

Biere:
Goldpils, Zwergla, Weizla (helles und dunkles Weizenbier), Lager, Bambergator (Bockbier – nur im Winter)

Kontakt:
Wunderburg 10
96050 Bamberg
Tel. 0951/915170
www.mahrs.de

√Ėffnungszeiten:
Mo 16.00 – 23.00 Uhr
Di bis Sa 10.00 – 23.00 Uhr
So 10.00 – 15 Uhr

Biere:
Ungespundetes („a U“), Pils, Sommerpils (weniger Alkohol), Helles, Dunkles Lager, Heller Bock (nur im Winter), Wei√üer Bock (in der Fastenzeit), Festtagswei√üe (saisonal)

Kontakt:

Im Fall der Kaiserdom Brauerei sind Gasthof und Brauerei getrennt.
Ich gebe hier die Kontaktdaten f√ľr den Gasthof an.

Gaustadter Hauptstraße 26
96049 Bamberg
Tel. 0951/965140
Brauerei: www.kaiserdom.de
Gasthof: www.hotel-kaiserdom.de

√Ėffnungszeiten:
Di bis Sa 12 – 14 und 18 – 22.30 Uhr
So und Mo Ruhetag

Biere: 
Pils, Lager, Kellerbier, Weizen, Prostel Alkoholfrei

Kontakt:
Laurenziplatz 20
96049 Bamberg
Tel. 0951/53219
www.greifenklau.de

√Ėffnungszeiten:
Di bis Sa 10.30 – 23.00
So und Mo Ruhetag

Biere:
Lager, Märzen, Weizen, Zwickl, Bock (nur im Winter), Greif-R (leichtes Rauchbier)

Kontakt:
Wunderburg 5
96050 Bamberg
Tel. 0951/9819810

√Ėffnungszeiten:
Mo bis Fr 10.00-23.00
Sa 9.30 – 15 Uhr
So Ruhetag

Biere:
Pils, Lager (Sternla), Helles, Weizenbier, Josephi-Bock (in der Fastenzeit), Bockbier (nur im Winter)

Ich gebe die √Ėffnungszeiten hier nach bestem Wissen und Gewissen an. F√ľr √Ąnderungen oder etwaige Fehler kann ich nat√ľrlich keine Haftung √ľbernehmen!
Nat√ľrlich sind auch nicht immer alle Biere verf√ľgbar. Gerade die Saisonbiere werden nur in kleineren Mengen gebraut.

Das Rauchbier: Eine Bamberger Spezialität

„Es wird dir jetzt wohl erst mal nicht schmecken.“
Mit diesem Satz warne ich jeden vor, den ich zum ersten Mal Rauchbier probieren lasse. Zugegeben, der Spa√ü ist f√ľr mich viel gr√∂√üer, die Leute v√∂llig unvorbereitet einen Schluck Schlenkerla nehmen zu lassen. Die verwirrten Blicke und √ľberraschten Gesichter sind goldwert. Wie etwa hier bei dieser Beer Review auf youtube.

Aber ich will sie ja nicht schocken, ich will sie ans Rauchbier heranf√ľhren. Und beim Rauchbier ist es nun mal so – das wei√ü jeder Bamberger: Das erste Seidla schmeckt nicht. Das zweite schmeckt schon besser. Und das dritte dann richtig gut.

Man muss nicht gleich drei 0,5 l Gl√§ser hintereinander wegleeren, bevor man auf den Geschmack kommt. Aber die Redensart hat einen wahren Kern: Da Rauchbier so v√∂llig anders schmeckt als andere Biere, ist es am Anfang sehr ungewohnt. Manchen schmeckt es trotzdem auf Anhieb. Die meisten m√ľssen sich erst einmal dran gew√∂hnen. Nach ein paar Schlucken – wenn man die erste Verbl√ľffung √ľberwunden hat – geht es dann ganz anders die Kehle hinab.

Tiefdunkel ist das Rauchbier „Schlenkerla M√§rzen“ der Brauerei Heller in Bamberg

Das Rauchbier ist Bambergs ber√ľhmtestes Bier. Erfunden haben die Bamberger es aber nicht.
Tats√§chlich waren fr√ľher in unseren Breiten wohl die meisten Biere Rauchbiere. Damit das Malz zum Brauen verwendet werden konnte, musste es getrocknet – gedarrt – werden. Neben der Sonnentrocknung – die bei uns eher nicht m√∂glich war – gab es die M√∂glichkeit der Trocknung √ľber offenem Feuer. Dadurch erhielt das Malz ein rauchiges Aroma.
In der Industrialisierung kamen dann Möglichkeiten auf, Malz rauchfrei zu darren. Fast alle Brauereien stiegen um. Nur zwei Brauereien blieben bei der alten Herstellungsweise und bewahrten sie durchgehend bis heute: Die Brauerei Spezial und die Brauerei Schlenkerla in Bamberg.

Spezial und Schlenkerla: Die letzten beiden traditionellen Rauchbierbrauereien

Beide Brauereien betreiben bis heute eigene, handbefeuerte Rauchdarren, in denen das Gerstenmalz f√ľr den Eigengebrauch √ľber Buchenholz (mitunter auch Eichenholz) getrocknet – und ger√§uchert – wird. Ein aufw√§ndiges Verfahren, das den beiden letzten verbliebenen Rauchbierbrauereien 2017 eine Aufnahme in die „Arche des Geschmacks“ des Vereins Slow Food Deutschland bescherte.

Rauchbier ist in den letzten Jahren popul√§rer geworden. Sehr viele fr√§nkische Brauereien haben inzwischen ein Rauchbier im Sortiment. Ich habe lokale Rauchbiere in Tschechien und auf R√ľgen getrunken. Diese Brauereien greifen aber f√ľr gew√∂hnlich auf industriell gefertigtes, raucharomatisiertes Malz zur√ľck und betreiben keine eigene Rauchdarre.

Kurz: Wer in Bamberg war und kein Rauchbier probiert hat, war eigentlich gar nicht da. Denkt aber dran: Nach dem ersten Versuch darf man nicht aufgeben! Es wird mit jedem weiteren besser und besser.

In Bamberg wird das Bier gerne "in der Schwemm'" getrunken. Das heißt im urigen Durchgang. Ausgeschänkt wird dann an kleinen Fenstern, wie hier im Schlenkerla

In Bamberg wird das Bier gerne „in der Schwemm“ getrunken, im urigen Durchgang oder auch mal im Stehen vor der T√ľr. Ausgeschenkt wird dann an kleinen Fenstern, wie hier im Schlenkerla

Woher das Schlenkerla seinen Namen hat

Die Brauerei, die das Schlenkerla Rauchbier produziert, hei√üt eigentlich Brauerei Heller. Aber absolut jeder spricht immer nur vom „Schlenkerla“ – und meint damit gleicherma√üen Brauerei, Bier und Gastst√§tte.
Den Namen verdankt das Bier √ľbrigens nicht etwa der Tatsache, dass man schlenkert, wenn man ein paar Seidla zu viel davon genossen hat, sondern er geht auf einen Brauer zur√ľck: Der Braumeister Andreas Graser (1843 – 1905) soll einen Unfall mit seinem Pferdefuhrwerk gehabt haben. Als er gerade dabei war, F√§sser abzuladen, gingen ihm die Pferde durch und er wurde √ľberrollt. Seit diesem Unfall hinkte er, was zu einem Schlenkern der Arme f√ľhrte. In einer bierseligen Runde bekam er dann wohl mal den Spitznamen „Schlenkerla“ verpasst.
Sicher ist jedenfalls, dass er den Namen Schlenkerla verpasst bekam, weil er beim Gehen mit den Armen schlenkerte.

Schlenkerla - der wenig schmeichelhafte Spitzname f√ľr Braumeister Andreas Graser. Darstellung auf einem Kronkorken der Brauerei

Schlenkerla – der wenig schmeichelhafte Spitzname f√ľr Braumeister Andreas Graser. Darstellung auf einem Kronkorken der Brauerei

Weltrekordhalter: die höchste Brauereidichte der Welt

Bamberg selbst hat insgesamt zw√∂lf Brauereien, die √ľber 50 verschiedene Biere produzieren. Und das bei einer Einwohnerzahl von knapp 77.000.
Im Bamberger Umland findet man √ľber 60 Brauereien und im Regierungsbezirk Oberfranken sind es 174, die knapp 1000 verschiedene Biere produzieren. Und das bei knapp 1,1 Millionen Einwohnern. (Zum Vergleich: In Oberbayern gibt es bei 4,7 Millionen Einwohnern „nur“ ca. 130 Brauereien – Quelle)
Damit ist die Region Weltspitze: Tats√§chlich h√§lt Oberfranken den Weltrekord f√ľr die h√∂chste Brauereiendichte weltweit – und baute ihn 2019 noch aus.¬†

Das Brauereiensterben war, wie oben erwähnt, auch in Oberfranken ein Problem. Gab es 1840 in der Region noch 1100 Brauereien, so sank die Zahl in den nächsten 170 Jahren ab, bis es 2015 nur noch 149 Braustätten gab. Seither steigt die Zahl wieder. Der Craftbeer-Bewegung sei Dank! Denn handwerklich gebrautes Bier, wie es sich in Bamberg und Oberfranken allem zum Trotz gehalten hat, ist wieder im Kommen. Junge Brauer steigen in das Familiengeschäft ein und bewahren nicht nur die Tradition, sondern wagen auch Neues (siehe unten).

Schlenkerla – die ber√ľhmteste, aber wahrlich nicht die einzige Brauerei in Bamberg

Nun kann man diskutieren, ob hier Masse vor Klasse geht. Ist eine große Anzahl an Brauereien per se ein Qualitätsmerkmal?
Nein, nat√ľrlich nicht. Das Besondere an den oberfr√§nkischen Brauereien ist, dass sie zum allergr√∂√üten Teil noch immer familiengef√ľhrte Kleinbrauereien sind. Hier wurde Bier seit Generationen von Hand gemacht, nur in kleinen Mengen und f√ľr den lokalen Umkreis produziert. (Eine Karte der oberfr√§nkischen Brauereien findet ihr hier)
Die Rauchbier-Brauerei Spezial aus Bamberg schreibt dazu: „Unsere kleine, handwerkliche Spezialit√§tenbrauerei stellt etwa 6.000 Hektoliter Rauchbiere pro Jahr in verschiedenen Sorten her, die in Bamberg ‚rund um den Schornstein‘ vertrieben werden. Unsere Rauchbierspezialit√§ten werden Sie in keinem Getr√§nkemarkt finden der mehr als ca. 15 km im Umkreis entfernt ist“ (Quelle)

Die Qualit√§t dieser handwerklich gebrauten Biere √ľberzeugt nicht nur die lokalen Biertrinker, sondern auch die Jurys diverser Wettbewerbe: Regelm√§√üig r√§umen fr√§nkische Brauer nationale und internationale Beer Awards ab (Quelle, Quelle, Quelle, Quelle, Quelle, Quelle, Quelle,¬†Quelle).
Ein Bierliebhaber kann in der Region auf jeden Fall nichts falsch machen.

Mehr Informationen zum „Bierland Oberfranken“ und seinen Brauereien findet ihr auf der Homepage des 2004 gegr√ľndeten Vereins.

Biergärten in Bamberg? Ab AUF den Keller

Was? AUF den Keller? Geht man nicht eigentlich IN den Keller? Und warum sollte man an einem schönen Sommerabend in den Keller gehen?

Die Keller liegen auf den H√ľgeln: Ausblick gibts gratis dazu

Die Keller liegen auf den H√ľgeln: Ausblick gibts gratis dazu

Die Bezeichnung „auf den Keller gehen“ sorgt regelm√§√üig f√ľr Verwirrung, dabei ist es eigentlich ganz einfach: In fr√ľheren Zeiten, bevor die elektrische K√ľhlung erfunden worden war, musste bereits das Bier irgendwie k√ľhl gelagert werden. Dazu boten sich Felsenkeller an, die man in die H√ľgel in und um Bamberg trieb.
Darin herrscht ganzj√§hrig eine k√ľhle Temperatur, so dass das Bier gut gelagert werden konnte.
F√ľr zus√§tzliche K√ľhlung sorgten B√§ume, die entweder schon auf dem H√ľgel standen oder extra darauf angepflanzt wurden.
Und letztendlich kamen die Brauer auf die Idee, das Bier dann gleich an Ort und Stelle auszuschenken, stellten ein paar Tische und Bänke unter die Bäume und vertrieben dort ihr Bier. Das Essen konnte Рund kann heute noch Рmitgebracht werden.
Und so saß man eben AUF den Kellern Рauf den Felsenkellern, in denen das Bier lagerte, das man trank.

Auf dem Spezial-Keller wird eines von Bambergs traditionellen Rauchbieren ausgeschenkt

Auf dem Spezial-Keller wird eines von Bambergs traditionellen Rauchbieren ausgeschenkt

Auf den Keller gehen ist bei den Bambergern und allen im Umland heute noch die Lieblingsbeschäftigung an einem lauen Sommerabend. Nirgends schmeckt das Bier besser, als auf dem Keller.
Mehr Infos und eine Auswahl der zahlreichen Keller in Stadt und Umland findet ihr hier.

Neue Ideen in der Bierstadt Bamberg

Mahr’s Br√§u: Neues in der Traditionsbrauerei

So stolz die Bamberger auf ihre jahrhunderte alte Braukultur sind: Tradition bewahren ist nicht genug. Man d√ľrfe sich nicht einfach auf seinen Lorbeeren ausruhen, meint Stephan Michel von der Bamberger Traditionsbrauerei Mahr.
Seit 1670 gibt es das Mahr’s Br√§u bereits, er ist ebenfalls in das Brauhandwerk hineingeboren.¬†Bereits seit 1895 befindet sich die Brauerei im Besitz der Familie Michel, Stephan Michel ist seit 2016 alleiniger Gesch√§ftsf√ľhrer und hat gewaltig frischen Wind reingebracht.
Nicht nur pflegt er die traditionellen Sorten – etwa das bei Bambergern und Touristen gleicherma√üen beliebte Ungespundete, das man kurz und knackig mit „a U“ bestellt – sondern er experimentiert auch.

Stephan Michel vom Mahr's Bräu in Bamberg

„Im Grunde ist’s so: Ich mache Menschen gl√ľcklich. Ich verkaufe nicht nur Bier, sondern Emotionen“ – Stephan Michel vom Mahr’s Br√§u in Bamberg

Seine Experimentierfreude st√∂√üt nicht bei jedem auf Verst√§ndnis. Der alteingesessene Bamberger ist eher konservativ und Stephan Michel hat in einigen Biertrinkerkreisen den Ruf weg, das Mahr’s Br√§u zu einer Hipster-Brauerei zu machen.
Er winkt ab. Den Hipster-Stempel habe man schnell weg, wenn man mal was anderes mache.  Er mache einfach sein Ding und das hätte er schon immer so gemacht.

„Ich wollte schon immer Sachen machen, wo andere sagen: ne, brauch mer net, woll mer net“¬†Stephan Michel

Wer jetzt glaubt, auf der Getr√§nkekarte im Mahr’s f√§nde man pl√∂tzlich IPAs und Biere mit Fr√ľchten, der irrt.
Michel braut nach wie vor traditionelle Biere, nimmt daf√ľr aber z.B. mal einen anderen Hopfen – wie bei der Neukreation „Hello Nelson“, die mit neuseel√§ndischem Hopfen gebraut wird. Man k√∂nne heute global auf Rohstoffe zugreifen und das g√§be einem Brauer eine ganze Menge M√∂glichkeiten.
Auch das Bier „Mista Callista Spezial“, die er u.a. mit Ansgar Freyberg, dem Schlagzeuger von BossHoss zusammen kreiert hat, verdankt ihren Namen einer speziellen Hopfensorte, „Hallertau Callista“, die erst seit wenigen Jahren auf dem deutschen Markt erh√§ltlich ist.
Einen Grund, jenseits des Reinheitsgebotes zu brauen sieht er nicht. Es gäbe doch genug Möglichkeiten, mit Hopfen und Malz Neues zu schaffen.

Junges Bier aus alten Fässern. Hier schenkt man noch aus Holzfässern aus

Junges Bier aus alten Fässern. Hier schenkt man noch aus Holzfässern aus

Aber hier h√∂rt Michels Innovationsgeist nicht auf. Er verkauft – ein Skandal in Bamberg – Bier in Dosen und – √§ltere Menschen im Blick habend – 0,25l Flaschen. Und das in einer Stadt, in der alles unter einem Seidla als unfr√§nkische Minigr√∂√üe verachtet wird. Doch der Erfolg gibt im Recht – und freilich bekommt er so auch etwas mehr Geld f√ľr sein Bier.

Zudem erschlie√üt er sich konsequent eine neue Zielgruppe, die man nicht sofort mit Bier in Verbindung bringen w√ľrde: Frauen.
Frauen seien die loyalsten Kunden f√ľr Brauereien, ist er √ľberzeugt. M√§nner trinken eher alles – „Hauptsache, es knallt“. Aber Frauen seien da w√§hlerischer. Wenn die etwas gefunden h√§tten, was ihnen schmecke, dann blieben sie dem auch treu, sagt Michel.
Als er vor einigen Jahren sein Design √§nderte, wollte er auch besonders Frauen ansprechen. Sie griffen eher zu einem interessanten Etikett. Und um sie √ľberzeugen zu k√∂nnen, muss man sie erst einmal erreichen. Es verwundert wenig, dass die graphische Abteilung des Mahr’s Br√§u in weiblicher Hand ist.

Neues Design: A U von Mahr's Bräu in Bamberg

Klassiker im neuen Gewand: Das U

F√ľr ihn und sein junges Team (seine Brauer sind zwischen 21 und 31 Jahren alt) ist eines entscheidend: Sie wollen ordentliches Bier produzieren!
Und das gebe er nicht jedem! Die Menschen, die er erreichen möchte, sind Genusstrinker, Genießer. Nicht solche, die einfach billig irgendein Bier trinken möchten. Er hat sich auslisten lassen von Billig-Discountern, arbeitet nicht mit Schnellimbissen zusammen. Messekunden und Kunden aus dem Tagungsbereich seien dazugekommen, aber auch Foodtrucks, Kleidungsläden und Barbershops.
Also vielleicht doch ein klein wenig Hipster?

Doch die Klassiker – wie das U – werden erhalten bleiben. Und auch die Gaststube sieht noch aus wie in den letzten hundert Jahren. Auch wenn dort vielleicht irgendwann auch einmal ein „Hybrid“ ausgeschenkt wird, ein Getr√§nk, bei dem Jungwein und Bier zusammen vergoren werden.

Urig bis heute: Die Stube im Mahr's hat sich seit 100 Jahren nicht wirklich verändert

Urig bis heute: Die Stube im Mahr’s hat sich seit 100 Jahren nicht wirklich ver√§ndert. Ein Kachelofen, dicke Balken an der Decke und dunkles Holz

Michel res√ľmiert:

„Was wir geschafft haben: Wir haben Tradition und Moderne gut verbunden“Stephan Michel

Der Hopfengarten: Gärtnertradition und Bierinnovation

Das gilt auch f√ľr Kris Emmerling. Auch er hat Familientradition und moderne Ideen verbunden, allerdings auf v√∂llig andere Weise als Michel.
Im „Hopfengarten“ in der Zollnerstra√üe 24 braut Emmerling in der kleinsten Brauerei Bambergs.
Seine Familie betreibt an diesem Standort in der vierten Generation eine G√§rtnerei. Kris Emmerling erweiterte das Sortiment des Betriebs 2016 um Hopfen und ist damit nach √ľber 100 Jahren wieder der erste, der in Bamberg Hopfen anbaut. Inzwischen sind es √ľber 20 verschiedene Arten.

Kris Emmerling verbindet die Gärtnertradition seiner Familie mit neuen Ideen. Bei ihm bekommt man nicht nur Bier, sondern auch Hopfenwhiskey, Biereis, Hopfenbonbons und Hopfenkissen

Kris Emmerling verbindet die Gärtnertradition seiner Familie mit neuen Ideen. Bei ihm bekommt man nicht nur Bier, sondern auch Hopfenwhiskey, Biereis, Hopfenbonbons und Hopfenkissen

Irgendwann fing er an, die Biere anderer Brauereien mit Hopfen zu stopfen. Dann begann er selbst zu brauen. Die Idee: Bier zu machen aus dem, was die Familie selbst in der Gärtnerei anbaut.
Daf√ľr verl√§sst Emmerling schon mal den Rahmen des Reinheitsgebotes, auch wenn das bedeutet, dass er seine Kreationen als „alkoholhaltiges Malzgetr√§nk“ verkaufen muss.
Das strenge Reinheitsgebot sieht er durchaus kritisch. W√ľrde er seine Getr√§nke im Ausland produzieren, k√∂nnte er sie in Deutschland als Bier verkaufen. Nur die Tatsache, dass er sie in Deutschland produziere, verhindere das.
Er spricht sich eher f√ľr ein „Nat√ľrlichkeitsgebot“ aus. Alles, was bei ihm in der Flasche landet, ist nat√ľrlich und – abgesehen vom Malz – aus eigenem Anbau.

Eine erfrischende Überraschung an einem heißen Sommertag im Hopfengarten in Bamberg: "Koala" - das Bier mit Eukalyptus

Eine erfrischende √úberraschung an einem hei√üen Sommertag im Hopfengarten in Bamberg: „Koala“ – das Bier mit Eukalyptus

So zum Beispiel beim „Tomaten-Joe“ – wie der Name sagt: Ein ‚Bier‘ mit Tomaten.
Da die Familie Emmerling sich der Saatguterhaltung historischer Gem√ľse- und Gew√ľrzpflanzen verschrieben hat und allein 400 Tomatensorten in der Samenbank hat, von denen etwa 180-200 im Gew√§chshaus wachsen und von den Kunden selbst geerntet werden k√∂nnen, lag dieser Schritt wohl nahe.
Der „Minz-Mann“ (mit f√ľnf Sorten Minzen) und „Koala“ (mit Eukalyptus) entpuppen sich als geschmacklich milder, als erwartet. Gerade bei den sommerlichen Temperaturen eine angenehme Erfrischung.

eine der unzähligen Tomatensorten in der Selbsternte-Gärtnerei der Familie Emmerling

Und nat√ľrlich – immerhin sind wir in Bamberg – gibt es auch im Hopfengarten ein Rauchbier: Das Smokey Hop. Hier wird allerdings nicht mit Rauchmalz gearbeitet, sondern mit Rauchhopfen. Ein Verfahren, das inzwischen patentiert wurde.

Zum Schluss lässt Kris uns ein Sauerbier probieren. Der erste Schluck ist reichlich ungewohnt, aber mit jedem weiteren schmeckt es besser. Das Phänomen kennt man als Bamberger ja bereits vom Schlenkerla.
Bei diesem Bier hat er eine andere Hefe verwendet – eine Wildhefe, wie sie in vergangenen Zeiten zum Brauen genutzt wurde.

Gem√ľtlich gehts zu beim Sommerbier- und Gin-Fest im Hopfengarten

Gem√ľtlich gehts zu beim Gin- und Sommerbier-Fest im Hopfengarten

Bei allen Neukreationen – so betont er – g√§be es eine spezielle Qualit√§tskontrolle: Die F√ľnf-Seidla-Regel.
Jeder muss von einer Sorte f√ľnf Seidla gut trinken k√∂nnen. Geht das nicht, weil das Chilibier zu scharf ist oder ein Geschmack zu streng, wird das Rezept √ľberarbeitet. Das Bier soll bei aller Experiementierfreude eines bleiben: s√ľffig und gut trinkbar.

Hopfengarten Bamberg: √Ėffungszeiten & Kontakt
Kontakt:
HOPFENGARTEN BAMBERG
Zollnerstrasse 24
96052 Bamberg
Tel: +49 (0)951 15031940
Homepage: www.hopfengarten-bamberg.de/

√Ėffnungszeiten:
So und Mo geschlossen
Di – Fr 9.00 – 12.00 und 13.30 – 18 Uhr
Sa 9.00 – 13 Uhr

Weitere neue Ideen in der Bamberger Bierlandschaft

Stephan Michel und Kris Emmerling sind bei Weitem nicht die Einzigen, die sich Neues einfallen lassen.
Bereits 2004 wurde mit dem „Ambr√§usianum“ die erste Bamberger Gasthausbrauerei gegr√ľndet.
Zugegeben, es wimmelt hier nicht unbedingt von Bambergern. Das Ambräusianum Bier lässt sich gut trinken, aber es ist wohl das Bamberger Bier, das am wenigsten im Gedächtnis bleibt. Die touristenfreundliche Lage sichert hier auch den Erfolg.

2004 gegr√ľndet: Bambergs erste Gasthausbrauerei, das Ambr√§usianum

2004 gegr√ľndet: Bambergs erste Gasthausbrauerei, das Ambr√§usianum

In Gaustadt entstand 2014 mit dem „Kronprinzdie erste „craft beer brewery“ Bambergs. In diesem Ableger der gr√∂√üten ans√§ssigen Brauerei „Kaiserdom“ bekommt man das, was von einer craft beer-Brauerei erwartet: IPAs und Stouts z.B., aber nat√ľrlich – wie k√∂nnte es anders sein – auch ein Rauchbier.

Das alteingesessene Schlenkerla hat neben seinem tiefdunklen Rauchbierklassiker auch einige Saisonbiere auf Lager. So wird z.B. die historische Biersorte „Kr√§usen“ hier wieder belebt.
Die Kr√§usen sind eigentlich die Schaumblasen, die w√§hrend der G√§rung des Jungbieres entstehen. Genau von diesem Jungbier wird eine kleine Menge einem bereits ausgereiften Bier hinzugef√ľgt. Das nennt man „Aufkr√§usen“. Fr√ľher war dieses Verfahren n√∂tig, damit lange zu lagernde Biere dennoch spritzig blieben.
Beim Schlenkerla Kräusen wird ein helles Lagerbier mit dem Rauchbierklassiker Schlenkerla Märzen aufgekräust. Das spritzig-erfrischende Getränk Рmit einer weit sanfteren Rauchnote als das Märzen Рwird nur von Anfang Juni bis Ende August ausgeschenkt.

Außerdem gibt es seit 2020 eine weitere wiederbelebte Biersorte: Das Heinzlein! Ein alkoholarmes Bier mit nur 0,9 % Alkohol.

Das tiefdunkle "Schlenkerla Märzen" und das hellere Kräusen

Das tiefdunkle „Schlenkerla M√§rzen“ und das hellere Kr√§usen

Im Jahr 2019 bekamen Bambergs Brauereien au√üerdem erneut Zuwachs: Das alteingesessene Gasthaus Zum Sternla darf sich jetzt „Brauhaus Zum Sternla“ nennen.

Nein, in der Bierstadt Bamberg ruht man sich auf den Lorbeeren jahrhundertealter Brautradition nicht aus.¬† Im Gegenteil: Man f√ľhlt sich ihr so sehr verpflichtet, dass man eben nicht stehenbleiben, sondern sich immer weiterentwickeln m√∂chte.

Winter ist Bockbierzeit: Starkbierfeste auf Fränkisch

Zugegeben: Auch das Bockbier haben die Bamberger nicht erfunden. Das kam urspr√ľnglich aus der nieders√§chsischen Stadt Einbeck. Als man vom M√ľnchner Hof 1537 das erste M√ľnchner Hofbr√§uhaus gr√ľndete, warb man den Braumeister Elias Pichler aus Einbeck ab. Er braute fortan in M√ľnchen „Ainp√∂ckisch Bier“ – als Einbecker Bier – woraus in der M√ľnchner Mundart eben „Bockbier“ wurde.

Seit wann die Franken Bockbier brauen, ist schwer nachweisbar. Sicher ist, dass der Doppelbock in den Kl√∂stern verbreitet war, als „Fl√ľssiges Brot“ f√ľr die Fastenzeit. Es ist nahrhaft, kalorienreich und f√ľhrte dem K√∂rper wichtige Stoffe zu, so dass es als Fastenbier gut taugte. Denn – so wusste man im Kloster – „Fl√ľssiges bricht das Fasten nicht“.

In Bamberg beginnt die Bockbierzeit Ende September/ Anfang Oktober. Fast jede Brauerei in Stadt und Umland braut in der kalten Jahreszeit ein eigenes Bockbier. Und der Beginn des Bockbierausschanks wird ordentlich gefeiert – mit einem Bockbieranstich.
Die Bockzeit läutet in der Stadt Bamberg die Brauerei Schlenkerla ein, im Umland ist es die Schlossbrauerei Reckendorf.
Und von nun an gibt es bis Ende November jedes Wochenende mehrere Bockbieranstiche. In Auflistungen werden ca. 50 verschiedene Anstiche genannt.
Wer dabei den √úberblick behalten will, l√§dt sich am besten einfach die „BockBier App“ herunter.

Passend zur Starkbier-Zeit hat sich in Bamberg und seinem Umland noch ein besonderer Brauch erhalten. Am Vorabend des Drei-K√∂nigs-Tages (6. Januar) oder am Drei-K√∂nigs-Tag selbst, trifft man sich zum St√§rk‘ Antrinken.
Die Idee ist simpel: Man trifft sich in geselliger Runde zu Beginn des neuen Jahres, um sich f√ľr dieses „St√§rke“, also Kraft und Gesundheit anzutrinken. Mancher sagt, man m√ľsse – damit die St√§rke auch das ganze Jahr anhalte – f√ľr jeden Monat des Jahres ein Seidla trinken. Deshalb gibt es bei der Brauerei Greifenklau gleich zw√∂lf verschiedene Bockbiere – f√ľr jeden Monat des neuen Jahres eines.

Weltmarktf√ľhrer im Bereich der Spezialmalze: Die M√§lzerei Weyermann

Die M√§lzerei Weyermann ist in Bamberg quasi omnipr√§sent: Denn der Duft von Malz weht durch die Stra√üen. Besonders wenn der Wind von Osten kommt – und das verspricht stabiles sch√∂nes Wetter – liegt eine Glocke aus Malzduft √ľber der Stadt. Bis heute verbinde ich den Geruch von Malz mit Fr√ľhling und sch√∂nem Wetter.
Was es sonst noch mit der M√§lzerei auf sich hat, habe ich erst viel sp√§ter erfahren. Etwa, dass es sich bei dem 140 Jahre alten, familiengef√ľhrten Unternehmen um den Weltmarktf√ľhrer im Bereich der Spezialmalze handelt.

Weyermann Malz

Gegr√ľndet wurde das Traditionsunternehmen 1879 von Johann Baptist Weyermann, Sohn eines Rangschiffers. Der Vater handelte bereits mit Getreide gehandelt. Joh. Bapt. Weyermann begann, Getreidekaffee herzustellen und erweiterte sein Repertoire bald um Spezialmalze, die durch die st√§rkere Ausdifferenzierung im Brauwesen im sp√§ten19. Jahrhundert, immer st√§rker gefragt wurden.
Ab 1888 wurden schrittweise die Geb√§ulichkeiten an der heutigen Stelle aufgebaut. Damals lag das Werk im Nirgendwo, aber es lag strategisch g√ľnstig an den Gleisen, hatte auch einen eigenen Gleisanschluss.
Das heute unter Denkmalschutz stehende Werkgel√§nde wurde von Weyermanns Schwager, dem Architekten Gustav Haeberle als „Stadt vor der Stadt“ konzipiert und aus rotem Backstein errichtet. Heute liegt es mitten in der Stadt und obwohl nat√ľrlich weitere Standorte dazugekommen sind, schl√§gt hier nach wie vor das gelb-rote Herz der M√§lzerei.

Bis heute ist die M√§lzerei nicht nur in Familienhand, sondern wird auch familiengef√ľhrt. Seit 1985 hat die vierte Generation das Ruder √ľbernommen und das Gesch√§ft gewaltig angekurbelt. Hatte das Unternehmen Ende der 1980er Jahre nur ca. 20 Mitarbeiter, so sind es jetzt fast 200.
Aber auch das klingt nicht √ľberm√§√üig viel, wenn man die Zahlen h√∂rt:
85 verschiedene Malzsorten werden hier produziert, viele davon sind gesch√ľtzt,¬† und werden in √ľber 135 L√§nder exportiert.

Weyermann Weltkarte

Im Anfang der 2000er Jahre gebauten Logistikzentrum sind auf einer Weltkarte einige der weltweiten Kunden der Mälzerei Weyermann mit Stecknadeln markiert

Die Biere vieler Kunden kann man im neuen Craft Beer Fan Shop erstehen, aber auch eigene Weyermann-Biere. Die „Braumanufaktur Weyermann“ wurde 2003 urspr√ľnglich als Versuchsbrauerei in Betrieb genommen. 2013 wurde sie mit einem 2,5 hl Sudwerk von Kaspar Schulz erneuert: Hier wird gezeigt, was man mit den Spezialmalzen alles machen kann. 53 verschiedene Sorten wurden inzwischen gebraut. Sie sind nat√ľrlich nicht immer alle erh√§ltlich.

Auswahl von Bieren aus dem Weyermann Craft Beer Fan Shop. Dies sind nicht die eigenen Weyermann-Biere, sondern Biere aus aller Welt, die mit Bamberger Malz gebraut wurden

Nach der F√ľhrung durch Produktionsanlagen und Logistikzentrum d√ľrfen wir hier Biere verkosten. Etwa ein Roggenbier namens „Bamberg rogg’t“ oder ein Rotbier, das eine k√∂stliche Brot-Note hat. Zum Schluss gibt es dann noch ein „Oaktober-Weizen“ – der Name verr√§t es: Hier ist Eichenholz (statt Buchenholz) im Spiel bei der Darre des Malzes – und nat√ľrlich ein f√ľr Bamberg fast obligatorisches Rauchbier: Das Schlotfegerla.

Verkostung von Bieren der Weyermann Braumanufaktur

Solltet ihr irgendwo auf dieser Welt Рaußer bei Schlenkerla oder Spezial in Bamberg Рein Rauchbier trinken, könnt ihr fast darauf wetten, dass das Rauchmalz dazu von der Mälzerei Weyermann stammt.
Und – seien wir ehrlich – bei sehr vielen anderen Bieren ist die Wahrscheinlichkeit auch hoch. Immerhin werden weltweit mehr als 55000 verschiedene Biere mit Malz aus Bamberg gebraut!

Ich habe die M√§lzerei Weyermann jedenfalls sehr beeindruckt verlassen. Und wenn mir zuk√ľnftig in der Stadt der Malzgeruch um die Nase weht, dann wei√ü ich etwas mehr dar√ľber, wie das Malz hergestellt und verarbeitet wird – und was man damit doch alles machen kann.

Maximilian Stindt f√ľhrte uns fast zwei Stunden durch die M√§lzerei Weyermann und erkl√§rte uns kurzweilig Firmengeschichte, Herstellung und Vertrieb

Infos zum Weyermann Craft Beer Fan Shop
Kontakt:
Brennerstraße 15
96052 Bamberg
www.weyermann.de/shop

√Ėffnungszeiten:
Mo bis Do: 13 – 18 Uhr
Fr: 10 – 12 und 13 – 18 Uhr
Sa: 10 – 14 Uhr

√Ąltester Brauereimaschinenhersteller der Welt: Kaspar Schulz

Im Jahr 1677 √ľbernahm der Kupferschmied Christian Schulz in Bamberg die Schmiedewerkstatt seines verstorbenen Meisters. Schon damals produzierte er neben Haushaltsgegenst√§nden auch Braupfannen f√ľr die Brauer.

Die Schulz’sche Kupferschmiede, wie sie genannt wurde, spezialisierte sich fr√ľh auf Brautechnik und heute ist „Kaspar Schulz“ der √§lteste Brauereimaschinenhersteller der Welt.

Das Unternehmen mit seinen 200 Mitarbeitern wird √ľbrigens noch immer von der Familie Schulz gef√ľhrt und das inzwischen in der zehnten Generation!

Die Bierothek

Die Bierothek ist eine weitere bierige Erfolgsgeschichte, die in Bamberg ihren Anfang genommen hat.
Gegr√ľndet wurde die sie 2014 in Bamberg von Christian Klemenz, 2016 wurde sie von David Hertel (von der Brauerei Hertel) √ľbernommen.
Seither hat sich aus dem Laden ein Franchise-Unternehmen entwickelt. Bundesweit gibt es inzwischen 11 Bierotheken, die meisten im s√ľddeutschen Raum. Aber auch in Berlin sollen demn√§chst zwei er√∂ffnet werden.
Hertel ist nicht der einzige Bierkenner, der in der Bierothek arbeitet. Viele der Mitarbeiter sind Brauer, Biersommeliers oder einfach Bierenthusiasten.

"Durst wird durch Bier erst schön" - dieser Spruch vor der Bamberger Bierothek könnte das Motto unserer Recherchetour gewesen sein

„Durst wird durch Bier erst sch√∂n“ – dieser Spruch vor der Bamberger Bierothek k√∂nnte das Motto unserer Recherchetour gewesen sein

Die Idee des Gesch√§fts ist, jeden Bierstil abzubilden. Lediglich K√∂lsch und Alt sind in Bamberg nicht immer auf Lager – daf√ľr gehen sie einfach zu schlecht.
Der Fokus liegt auf kleineren Brauereien. „Es wird hier nie jemand ein Augustiner finden“, erz√§hlt uns der Mitarbeiter hinter der Verkaufstheke.

In allen Bierotheken gibt es zu ca. 80% Biermarken, die √ľberall die gleichen sind. Der Rest sind regionale Sorten. So gibt es in der Bierothek in Bamberg nat√ľrlich vermehrt fr√§nkische Biere aus Stadt und Umland. Ein festes Sortiment gibt es aber nicht.

Der alteingesessene Bamberger Biertrinker gehört weniger zum Kundenstamm. Der holt sich sein Bier lieber gleich selbst bei der Brauerei. Kunden sind v.a. Touristen und Studenten, aber auch Einheimische, die ein spezielles Bier suchen.
Wenn zum Beispiel jemand im Urlaub ein Bier getrunken hat, das ihm besonders schmeckte, so versucht man, ihm dieses Bier auch zu bestellen. Aktuell war dies z.B. ein sardisches Bier, das so gut ankam, dass man mehr davon bestellte und vertrieb.

Die Idee der Bierothek in Bamberg: Jeden Bierstil abzubilden

Die Idee der Bierothek in Bamberg: Jeden Bierstil abzubilden

Die Bierothek Bamberg: √Ėffnungszeiten und Kontakt
Kontakt:
Untere Königsstraße 1
96052 Bamberg
Tel: 0951/9649250
Homepage: www.die-bierothek.de

√Ėffungszeiten:
Mo-Fr 12 – 20 Uhr
Sa 10 – 20 Uhr

Warum Bamberg die wahre Bierhauptstadt ist

Ich sage weder Gesamtausstoß, noch Gesamtkonsum, noch der große Name machen die Bierhauptstadt.
Sondern das Bewahren und Weiterentwickeln von Traditionen √ľber Generationen, ja Jahrhunderte.
Das Bewahren zahlreicher handwerklich brauender Brauereien, die Biere herstellen, die alle einen individuellen, unverwechselbaren Geschmack haben. Mehr Brauereien und mehr Biere auf so kleinem Raum als anderswo.
Die Tatsache, dass sich auch die f√ľr das Bierbrauen notwendigen Gewerbe langfristig halten und mit ihrer Qualit√§t auf dem Weltmarkt haben durchsetzen k√∂nnen.
Und dass man sich dieser Tradition so verbunden f√ľhlt, dass man sie nicht nur wahrt, sondern aktiv pflegt, so dass sich immer neue innovative Ideen mitten in der alten Bierkultur entwickeln k√∂nnen.
In Bamberg ist alles mit Bier verbunden. Und das seit Langem. Das Brauereisterben machte auch vor Bamberg und Oberfranken nicht halt, aber handwerklich gebrautes Bier wurde hier mit Leidenschaft getrunken, so dass sich  Klein- und Kleinstbrauereien hier halten konnten, die deutschlandweit von Großkonzernen geschluckt wurden oder schließen mussten.
Und auch wenn die lokalen Brauer von der deutschland – ja weltweiten Craft-Beer-Bewegung profitieren – „Craftbeer“ hat man bei uns schon seit jeher getrunken. Man nannte es einfach: Bier.
Bier ist ein Teil der Identit√§t der Stadt und ihrer B√ľrger – und der Malzgeruch, der √ľber der Stadt liegt, erinnert zus√§tzlich jeden Tag daran.

Ich kann weder Brauen noch verstehe ich etwas vom Hopfenanbau oder der M√§lzerei und ich habe auch zu wenig Gesch√§ftssinn f√ľr ein Bier-Franchise-Unternehmen, aber schreiben und fotografieren krieg ich hin.¬† Mein Beitrag zu diesem Heimat- und Verbundheitsgef√ľhl ist dieser Artikel, den ich geschrieben habe, weil ich nicht einfach nur gerne Bier trinke, sondern als Bambergerin das Bier auch ganz eindeutig Teil meiner Identit√§t ist. Auch wenn mir das erst wirklich auffiel, als ich von zu Hause fortzog.


Aktivit√§ten in Bamberg f√ľr Bierliebhaber

Dieser Abschnitt enth√§lt Affiliatelinks, die mit einem * gekennzeichnet sind. Wenn ihr √ľber einen dieser Links bucht, erhalte ich eine kleine Provision. F√ľr euch √§ndert sich nichts, aber wenn euch gef√§llt, was ihr hier lest, k√∂nnt ihr mit diesem kleinen Klick und einer Buchung meine Arbeit an dieser Seite indirekt unterst√ľtzen. Vielen Dank!

Das Fränkische Brauereimuseum

1979 gr√ľndeten Braumeister das „Fr√§nkische Brauereimuseum in der Bierstadt Bamberg e.V.“, um die Bier-Tradition zu bewahren und zu pflegen, aber auch, um Wissen √ľber Bier und Brauen zu vermitteln.
Untergebracht ist das Fränkische Brauereimuseum in den Gewölben der ehemaligen Benediktiner-Klosterbrauerei auf dem Michelsberg.

Zugegeben: Das Museum kommt museumsp√§dagogisch etwas altbacken daher. Man w√ľrde als Einzelbesucher gerne mehr wissen √ľber die ausgestellten Apparaturen und Ger√§te. Hier k√∂nnte man sicher noch mehr herausholen, denn sowohl die √Ėrtlichkeit als auch die ausgestellten Objekte machen was her! Beschriftung und Informationen sind allerdings etwas d√ľrftig.
Wer die M√∂glichkeit hat, sollte sich deshalb einer F√ľhrung durch das Museum anschlie√üen, um mehr Infos √ľber die Ausstellungsst√ľcke zu erfahren.

Kontakt, √Ėffnungszeiten, F√ľhrungen
Kontakt:
Michelsberg 10f . 96049 Bamberg
Tel. 0951/53016
Homepage: www.brauereimuseum.de

√Ėffnungszeiten:

April bis Oktober

Mi bis Fr 13.00 – 17.00 Uhr
Sa, So, Fei 11.00 – 17.00 Uhr

Gruppenf√ľhrungen sind auch au√üerhalb dieser Zeiten nach Absprache m√∂glich.

F√ľhrungen:
Dauer ca. 1 – 1,5 Std.
Preis Pauschal f√ľr die ersten 10 Personen: 65‚ā¨
f√ľr jede weitere Person 5‚ā¨

Im Rahmen der F√ľhrung gibt es die M√∂glichkeit der Verkostung von drei fr√§nkischen Bierspezialit√§ten (je 0,2l).
Dauer ca. 30 min. Preis auf Anfrage

Themenf√ľhrungen

  • „Leidenschaft f√ľr Gerstensaft“
    Bierhistorischer Stadtrundgang mit Besichtigung der Schlenkerla-Brauerei und Zwicklbier-Verkostung.
    Dauer: ca. 2 Stunden. Preis: 9,50 ‚ā¨
    Bestellbar im Tourismusb√ľro oder hier online.*
  • „Bier – das Bamberger Herzblut“
    Stadtrundgang mit Bierprobe im Abräusianum.
    Dauer: 1,5 Std. Preis: 8 ‚ā¨ / 10,67 ‚ā¨ + 4 ‚ā¨ f√ľr die Bierprobe
    Buchbar im Tourismusb√ľro (f√ľr 8‚ā¨) oder hier online* (f√ľr 10,67 ‚ā¨)
  • Private Tour durch Bamberg mit Besuch einer Braugastst√§tte
    Dauer: ca. 2 Std. Preis pro Gruppe mit bis zu 10 Personen: 95‚ā¨
    Buchbar hier online.*

Individuelle Bierschmeckertour

Die Bierschmeckertour ist ein individueller Rundgang durch Bamberger Brauereien mit Verkostung. Sie kann im Tourismusb√ľro oder hier online gebucht* werden.

Enthalten sind 4 Gutscheine f√ľr je ein Seidla (0,5 l) Bier in vier verschiedenen Brauereien, 1 Gutschein f√ľr einen Steinkrug und Flaschen√∂ffner und 1 Gutschein f√ľr Rauchbiertr√ľffel-Pralinen.

Ideal f√ľr alle, die Bambergs Bier auf eigene Faust erkunden m√∂chten.
Dauer nach Belieben. Preis: 22,50 ‚ā¨

F√ľhrung bei der M√§lzerei Weyermann

Montag bis Freitag gibt es F√ľhrungen f√ľr Gruppen von 8 bis 20 Personen.
Der Preis von 15‚ā¨ pro Person ist vorab zu √ľberweisen.

Einzelpersonen k√∂nnen jeden Mittwoch um 14.00 Uhr ohne Voranmeldung an einer √∂ffentlichen F√ľhrung teilnehmen. Der Preis von 15‚ā¨ ist bar vor Ort zu bezahlen.
Treffpunkt ist am Weyermann Craft Beer Fan Shop im Weyermann Gästezentrum in der Brennerstraße in Bamberg.

Mehr Informationen gibt es direkt bei der Mälzerei Weyermann.

F√ľhrung durch die Felsenkeller

Stadtbesichtigung mit Besuch eines Felsenkellers. Dauer ca. 1,5 Stunden. Preis 12 ‚ā¨

Freitag: 20:00 bis 21:30 Uhr
Samstag: 14:30 bis 16:00 Uhr
(nicht rund ums Jahr verf√ľgbar)

Mehr Informationen bei der Tourist-Information Bamberg

Veranstaltungen im Hopfengarten

In Bambergs kleinster Brauerei gibt es regelm√§√üig F√ľhrungen und Degustationen, aber auch Braukurse.

Termine, Preise und weitere Infos erhaltet ihr auf der Seite des Hopfengartens Bamberg.

Veranstaltungen bei der Bierakademie

Wer tiefer eintauchen möchte in die Bamberger Bierkultur, kann bei der Bierakademie Seminare buchen.
So gibt es z.B. eine „BierkennerTour durch Bamberg“, bei der man eine kleine Stadtf√ľhrung bekommt, aber nat√ľrlich v.a. unter fachkundiger Anleitung eines Biersommeliers verschiedene Biere verkostet.
Ebenso gibt es Seminare wie „Bier und Schokolade“ oder „Bier und K√§se“

Alle Termine in & um Bamberg (aber auch in anderen Bierakademien deutschlandweit) findet ihr auf der Seite der Bierakademie.

Veranstaltungen in der Bierothek

In der Bierothek finden regelmäßig Fränkische Biertastings, Bier- und Brauseminare statt.

Infos, Termine, Preise und Anmeldung erhaltet ihr auf der Seite der Bierothek.


Frauen und Bier? Aber sicher! 

Zusammen mit Susanne von vonortzuort.reisen machte ich meine Heimatstadt unsicher und probierte mich durch alle Biere (naja, nicht ganz), die uns unterkamen.

Offenlegung
Die Idee zu diesem Artikel hatte ich schon sehr lange und letztendlich beschloss ich, mich damit an den Tourismus und Kongress Service Bamberg zu wenden. Ohne dessen Unterst√ľtzung in Form von Kontakten und Anregungen, h√§tte ich v.a. den Teil √ľber die neuen Ideen in der Bamberger Bierlandschaft niemals so schreiben k√∂nnen. Das w√§re nat√ľrlich auch nicht m√∂glich gewesen, wenn sich Stephan Michel und Kris Emmerling nicht die Zeit genommen h√§tten, unsere Fragen zu beantworten. Vielen herzlichen Dank daf√ľr!
Abgesehen von der Bierschmeckertour, der F√ľhrung in der M√§lzerei Weyermann und einem Mittagessen wurde die gesamte Recherche von mir selbst bezahlt.
Beweggrund war einfach meine Liebe zu Bamberg, Bier im Allgemeinen und Bamberger Bier im Besonderen.

Kontaktdaten, √Ėffnungszeiten und andere Informationen wurden nach bestem Wissen recherchiert und widergegeben. Ich kann f√ľr Fehler oder √Ąnderungen nat√ľrlich keine Haftung √ľbernehmen.

In meinen Blog investiere ich viel Zeit, Arbeit und auch Geld. Dieser Artikel enth√§lt Affiliatelinks, die mit einem * gekennzeichnet sind. Wenn ihr √ľber einen dieser Links bucht, erhalte ich eine kleine Provision. F√ľr euch √§ndert sich nichts, aber wenn euch gef√§llt, was ihr hier lest, k√∂nnt ihr mit diesem kleinen Klick und einer Buchung meine Arbeit an dieser Seite indirekt unterst√ľtzen. Vielen Dank!


Weiterlesen √ľber Bamberg

√úber die Bierstadt Bamberg schrieben auch

Weiterlesen √ľber Bier

und wer sich f√ľr das eingangs erw√§hnte Frankenbierfest in Rom interessiert: Es findet immer Mitte April statt. Den Termin findet man hier.

In der Kneipe „Ma che siete venuti a fa‚“ von Manuele Colonna in Trastevere sind – nach seiner Aussage – immer drei Zapfh√§hne f√ľr fr√§nkisches Bier reserviert.

 

6 Gedanken zu “Bamberg & Bier: Warum Bamberg die wahre Bierhauptstadt ist

  1. Der Artikel ist klasse geworden! Ich schmecke noch das Rauchbier und rieche das Malz, wenn ich an unseren Aufenthalt in Bamberg denke. Schön wars und schreit nach einer Wiederholung.

    Lieben Gruß, Susanne

    • NAT√úRLICH wirst du das Rauchbier probieren. Das ist ein MUSS, wenn man in Bamberg ist!
      Ihr wart viel zu kurz da. Man darf danach nicht mehr fahren m√ľssen. Ein paar gem√ľtliche Tage, die in diversen Brauwirtschaften ausklingen… So muss man Bamberg genie√üen

  2. Liebe Ilona,

    was du hier an Infos zusammengetragen hast, ist schlichtweg sensationell! Ich habe meinen kommenden Bier-Artikel zu Bamberg „leider“ schon fertig vorbereitet und erst jetzt deinen Beitrag gefunden. Ich muss deine Arbeit in meinem Artikel unbedingt verlinken, weil du hast hier so viel n√ľtzliches Hintergrundwissen gesammelt … ich bin begeistert!

    Viele Gr√ľ√üe aus Wien,
    Christian

    • Danke sch√∂n!
      Ich hatte als Bamberger nat√ľrlich ein paar Jahre Vorlaufzeit, in der ich einiges an Wissen √ľber die Bamberger Bierkultur schon erwerben konnte ūüėČ Aber oft merkt man bei der tieferen Recherche doch, dass das, was man immer als selbstverst√§ndlich angenommen hatte, doch nicht exakt so war, wie man dachte…

      Vielen Dank f√ľr die Verlinkung. Ich wollte deinen Bamberg-Artikel eh auch in meinem Bamberg-Guide verlinken.

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