Italien – ich komme wieder! Nach Corona erst recht! | + Blogparade

Corona hier, Corona da. COVID-19 ist in aller Munde. Ich weiß, man kann es schon kaum mehr hören – auch ich kann es schon kaum mehr hören.
Ich bin in vielen Punkten ein ziemlich angstbefreiter Mensch, ich gerate nicht so schnell in Panik und denke bei vielen Dingen: Vorsichtig sein, genau informieren, aber erst mal abwarten und schauen, was passiert. Sorgen kann ich mich dann immer noch.

Dennoch schluckte auch ich, als es auf einmal hieß, ganz Italien sei im Lockdown – abgeriegelt. Alle Italiener sollen zu Hause bleiben (und inzwischen nicht nur die Italiener!).
Was das für ein geselliges Volk wie die Italiener bedeutet, will ich mir gar nicht ausmalen. Was das für die italienische Wirtschaft bedeutet, noch weniger!

Der große Verlierer – der Tourismus!

Mit einer Beruhigung sah ich, dass meine italienischen Freunde, mit denen ich über Facebook in Kontakt bin, recht gefasst auf die Situation reagierten.
Und wenn die Italiener eines können, dann improvisieren! Das haben sie auch gerade wieder erst bewiesen, als sie sich an den Fenstern und Balkonen versammelten, um gemeinsam die Nationalhymne zu singen. Zusammenhalt selbst auf Distanz!

youtube video anschauen

Aber das konnte nicht darüber hinweg trösten, dass sie die Situation hart trifft. Auch finanziell. Viele von ihnen arbeiten im Tourismus. Manche betreiben ein Bed & Breakfast, andere arbeiten in Hotels oder in anderen Branchen mit Touristen zusammen. Für sie ist dieser Lockdown auch eine wirtschaftliche Katastrophe.
Das gilt natürlich insgesamt für die Tourismusbranche. Ich denke, keiner, der im Tourismus tätig ist, wird unbeschadet durch diese Krise kommen!

Nun höre ich all die Stimmen: Besser pleite als tot!
Ja, sehr wahr!
Oder: Man darf da nicht so egoistisch sein und an seinen finanziellen Vorteil denken.
Da hat man leicht reden, wenn es nicht um die eigene wirtschaftliche Existenz geht.

Italienurlaub wegen Corona stornieren oder nicht?

In den Italiengruppen, in denen ich aktiv bin, stornieren einige Menschen auf einmal panisch ihren Sommerurlaub in Italien. Hinweise, dass doch niemand wissen kann, wie die Situation in zwei, drei, vier Monaten aussieht – dass der Spuk auch vorbeigehen kann – werden häufig abgewiegelt.
Natürlich hat niemand eine Kristallkugel, in der er mal kurz nachsehen kann, ob Italien im Juni wieder bereisbar ist. Aber eines ist sicher: Wenn das vorrüber ist, werden die Italiener unsere Unterstützung brauchen – sie werden den Tourismus wieder brauchen!

Trulli Alberobello, Apulien, bei Sonnenuntergang

Der Tourismus gehört zu den größten Einnahmequellen des Landes. 2017 kamen fast 60 Millionen Touristen nach Italien und brachten dem Land 44,5 Mrd. US Dollar an Einnahmen.
Ganze Landstriche in Italien leben in erster Linie vom Tourismus. So sehr, dass dort die Menschen im Winter zu einem großen Teil arbeitslos sind – weil die Hotels geschlossen haben, weil keine Touristen da sind.
Dort beginnt die Saison für gewöhnlich mit Ostern. Das Ostergeschäft kann man dieses Jahr sicherlich vergessen. Das alleine ist schon ein herber Schlag für die Menschen in Italien.
Aber jetzt stellt euch vor, alle, die für den Sommer gebucht haben, würden auch stornieren. Das wäre für die italienische Wirtschaft eine Katastrophe!

Wie gesagt: Wenn das hier vorüber ist, werden die Italiener unsere Unterstützung brauchen. Und unterstützen kann man sie auch und gerade, indem man Italien nach dieser Krise weiterhin als Reiseland in Erwägung zieht. Das Land nach diesem Schlag weiterhin zu boykottieren, wäre nur ein weiterer harter Schlag!

Lasst uns deshalb nicht vergessen, was Italien für ein wunderbares, wunderschönes Land ist!
Natürlich ist derzeit eine Reise nach Italien nicht möglich und man muss genau abwägen, was man tut, aber lasst uns mit Bedacht reagieren und nicht sofort alle Buchungen in Italien stornieren und Italien gedanklich von unserer Reiseliste streichen!

Meine Pläne: Auch dieses Jahr wieder nach Italien

Ich jedenfalls plane, auch dieses Jahr wieder nach Italien zu reisen. So wie ich jedes Jahr bisher nach Italien gereist bin.

Ausblick vom Fondaco dei Tedeschi in Venedig auf die Kuppeln des Markusdomes

Eine Reise  – die in den Iran, die für April gebucht war – wurde wegen Corona bereits storniert. Die einzige weitere Reise, die ich dieses Jahr geplant habe, ist Venetien im Juni. Niemand weiß, was im Juni sein wird. Auch ich nicht.
Bis vor Kurzem dachte ich, das einzige, was mir dazwischen kommen könnte, sei ein möglicher Jobwechsel meinerseits. Aber jetzt ist natürlich Vieles ungewiss.
Ich habe auf jeden Fall vor, wieder nach Italien zu fahren, sobald dieser Spuk vorbei ist. Egal, wann das sein wird! Italien, ich komme wieder. Ganz bestimmt! Jetzt erst recht!

Florenz Duomo

Florenz – Blick auf den Duomo

Aufruf zur Blogparade: Italien, ich komme wieder

Weil wir die Message #CoraggioItalia verbreiten wollen und weil und Hoffnung wichtiger ist als Angst, rufen Barbara von Reisepsycho und ich zur Blogparade zum Thema „Italien, ich komme wieder“ auf.

Es geht uns darum, ein Zeichen zu setzen – für all jene, die sich sonst um diese Jahreszeit schon auf unser Kommen freuen. Zeigen wir ihnen, dass sie sich auf uns verlassen können und dass wir ihr wunderschönes Land zwar etwas später, aber umso sehnsüchtiger besuchen werden.

Wie kannst du teilnehmen?

  • Schreib einen Blogbeitrag zum Thema „Italien, ich komme wieder“. Erzähle darin, welche Ziele noch auf deiner Wunschliste stehen oder wohin du unbedingt nochmal reisen willst, wenn es wieder möglich ist. Was sind deine Sehnsuchtsorte in Italien?
    Hast Du vielleicht sogar schon Reisen nach Italien geplant? Oder hast du welche aufgrund der Corona-Krise verschieben müssen?
  • Hast Du bereits darüber geschrieben? Dann kannst du gerne mit einem bereits bestehenden Artikel teilnehmen.
  • Verlinke auf diesen UND auf Barbaras Blogbeitrag zu dem Thema
  • Hinterlasse ein Kommentar unter einem unserer Beiträge, damit wir wissen, dass du teilgenommen hast (die Pingbacks funktionieren nicht zuverlässig)
  • Teilnahme bis 19.04.2020

Lucca in der Toskana: Ausblick über die Stadt und auf die Piazza dell’Anfiteatro

24 Gedanken zu “Italien – ich komme wieder! Nach Corona erst recht! | + Blogparade

  1. Sehr schöne Zeilen! Vielen Dank.

    Unser geplanter Urlaub – Apulien – Juni – wird nicht storniert!!

    Wir müssen zusammenstehen!!

    Bella Italia!!

  2. Du sprichst mir aus dem Herzen!
    Unseren Kurzurlaub Ende Mai in Florenz werden wir wahrscheinlich schweren Herzens nicht antreten können, aber im Sommer ist der Comer See gebucht und wir hoffen auch fahren zu können.
    Wir kommen auf jeden Fall wieder, wie jedes Jahr.

    • ohhh, das wunderschöne Florenz. Da hab ich ja vor einigen Jahren mal einen Sprachkurs gemacht. Falls Du noch Tipps brauchst, findest du hier welche.
      Puh, Ende Mai… was bis dahin ist? Wer weiß das schon? Abwarten und Vino trinken!

  3. Italien – ich komme zu 1000 % wieder!
    Der geplante Pfingsturlaub in Apulien wird sicher noch nicht storniert!
    Erst mal abwarten und hier Pasta essen und Vino trinken.
    Forca Italia 👍💕

  4. Ich fürchte, dass das, was du hier schreibst, für immer mehr Länder gilt. In Spanien und Frankreich, wo der Tourismus ebenfalls ein wichtiger Wirtschaftsfaktor ist, entwickeln sich ja auch gerade neue Epidemiezentren. Und im Rest der Welt machen immer mehr Länder die Grenze zu. Mit etwas Glück haben die dann zwar keine Gesundheitskatastrophe, aber der Tourismus bricht natürlich trotzdem zusammen.

    Italien könnte sogar möglicherweise Glück im Unglück haben. Dadurch, dass die Epidemie früh ausbrach, könnte sie möglicherweise auch früher besiegt sein., so dass ein grosser Teil das Lockdowns in die Nebensaison fällt. Wenn in Europa das Reisen wieder möglich wird, könnte Italien eines der ersten Länder sein, das wieder Besucher empfängt.

    • Da hast du absolut Recht!
      Als Barbara und ich die Idee hatten und ich den Artikel entwarf, gab es den Lockdown in Spanien und Frankreich noch nicht. Als es dann soweit war, ihn zu veröffentlichen, hatte ich das Gefühl, die Realität hätte uns eingeholt. Da fügte ich den Halbsatz „(und inzwischen nicht nur die Italiener!)“ hinzu…

      Ich glaube auch, dass sich das in zahlreichen Ländern stark bemerkbar machen wird. Auch in Deutschland, besonders in einzelnen Regionen, die stärker vom Tourismus leben.

  5. Hallo Ilona,

    vielen Dank für die Idee zu dieser Blogparade.

    Wie du ja gerade schon gesehen hast, ist mein Beitrag seit eben online:
    https://die-bunte-christine.de/italien-ich-komme-wieder

    Es war schön, wenigstens mal ein paar Stunden nicht an das blöde Virus denken zu müssen und sich gedanklich in Italien aufzuhalten.

    Ich bin gespannt auf all die anderen Beiträge, die mir sicher noch mehr Inspiration liefern werden.

    Liebe Grüße
    Christine

  6. Mein ❤️ gehört Südtirol ! Ich bin mit meinen Gedanken bei all den lieben Menschen im Vinschgau , im Raabland ,in Meran in Bozen ,in Kaltern und ganz speziell bei meinen Freunden von Freiwild in Brixen aber auch bei allen anderen in Italien .Passt’s alle auf euch auf und bleibt bitte gesund .
    Wir sehen uns alle bald wieder wenn dieses Szenario vorbei ist !
    Hoffentlich bald . 👋👋👋👋👋

  7. Ein sehr schöner Artikel! Findet man in diesen Tagen leider nur selten…
    Wir hatten für Ostern eine Reise von hier einmal quer durch Italien bis zum Golf von Neapel und zurück geplant – tja, das fällt jetzt wohl leider aus. Schade, Frühling in Italien gehört zu den schönsten Dingen, die ich reisetechnisch bisher erleben durfte!
    Es gibt meiner Meinung nach aber überhaupt keinen Grund in Zukunft nicht mehr nach Italien zu fahren, im Gegenteil werden die Italiener wie du schon schreibst die Touristen wahrscheinlich dringend brauchen. Italien wird ganz bestimmt weiterhin mein Lieblingsreiseland bleiben!
    Schöne Grüße,
    Florian

    • oh, wie ärgerlich! Du hast Recht: Frühling in Italien ist immer wieder ein Highlight! Ich bin auch meistens im Frühling dort. Gerade die vielen Osterbräuche sind der Wahnsinn! Ich hoffe, du kannst die Reise aber bald nachholen. Falls du den Golf von Neapel nicht kennst, schau mal hier auf dem Blog – da hab ich ein paar Artikel drüber.
      Ich habe das Gefühl, das neben denen, die jetzt erst mal alles stornieren und Italien erst mal streichen, aber mehr und mehr die auftauchen, die in den Startlöchern stehen, um über die Berge zu fahren, sobald es wieder möglich ist.

      Vielen Dank für deinen Kommentar.

  8. …auch ich schließe mich an, freue mich auf meinen Urlaub Ende Juni in …Mailand, !, inclusive eines Tickets für die Scala! Ich bin optimistisch, fahren werde ich auf jeden Fall, dann gegebenenfalls etwas später :::

  9. Seit dreiundvierzig Jahren fahre ich jährlich mehrmals an den Lago di Garda. Dort ist meine „zweite Heimat“. Und so wird es immer bleiben. Erst recht auch dieses Jahr! Viva Italia

  10. Liebe Ilona,
    ganz bestimmt werde ich auch nach Italien reisen, wenn das alles vorbei ist. Es gibt so viele schöne Orte in Italien, die ich längst noch nicht gesehen habe. Es wird Zeit… und vor allen Dingen wird es dann auch Zeit, darüber zu berichten und auch andere zu inspirieren. Fraglich ist, ob das überhaupt in diesem Jahr möglich sein wird… kommt halt auf die geschlossenen Grenzen an. Wie lange die dann tatsächlich geschlossen bleiben. Man kann nur hoffen, der Spuk dauert nicht lange.

    Hoffnungsvolle Grüße
    Tanja

    • oja, das hoffe ich auch. Ich hoffe, der Spuk ebbt so schnell ab, wie er kam – oder zumindest dass eine Rückkehr zu weitgehender Normalität möglich sein wird!

      Ich hatte gehofft, die Zeit der geschlossenen Grenzen hätten wir hinter uns.

  11. Du weißt ja sicherlich inzwischen, dass ich noch niemals in Italien war bisher. Aber Du kannst Dir sicher sein, denn dieser ganze Corona-Mist iwann vorbei ist und Reisen wieder halbwegs zu unserem Alltag gehört, dann werde ich endlich mal da runterdüsen und mir das Land ansehen. Wenn ich die Bilder von dort sehe, ist das einfach nur schlimm und man leidet regelrecht mit … obwohl ich noch nie dort war. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, wie DEINE Gefühle dann sein mögen 🙁 Hoffen wir mal, dass sich das zeitnah alles wieder zu einem besseren wendet.

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