Reise-Guide für Sorrent #1: Tipps und Tricks für euren Urlaub am Golf von Neapel

Dieser Artikel enthält Hinweise und Empfehlungen, die möglicherweise werbende Wirkung haben können. Sie beruhen allerdings auf meinen eigenen Erfahrungen und Recherchen während und vor meiner Reisen nach Sorrent oder auf Empfehlungen von Freunden und ich habe in keiner Weise eine Gegenleistung für eine Erwähnung oder Verlinkung erhalten. 

Die Halbinsel von Sorrent (ital: Penisola Sorrentina) ist bei Touristen nicht nur aufgrund ihrer landschaftlichen Schönheit beliebt: Schroffe Steilküsten stürzen dramatisch in ein in allen Blautönen schimmerndes Meer, darüber Berge mit Olivenhainen, Bäume voller Zitronen und Orangen, Ausblicke auf Capri, Ischia, Neapel und den allgegenwärtigen Vesuv… meiner Meinung nach gibt es wenige Ecken, die so unfassbar schön sind.

Inhalt – Reise-Guide Teil 1:

Teil 2 mit Ausflugszielen für Sorrent folgt in Kürze

Aber mindestens genauso beliebt ist die Halbinsel und die namensgebende Stadt Sorrent (ital: Sorrento) aufgrund ihrer Lage und der guten Anbindung an die vielen Sehenswürdigkeiten. Perfekt eingebettet zwischen dem Golf von Neapel und dem Golf von Salerno kommt man sowohl mit dem eigenen Auto als auch mit öffentlichen Verkehrsmitteln relativ unkompliziert nach Pompei, Herculaneum, an die Amalfiküste und nach Capri. Aber auch weiter entfernte Orte wie Paestum oder Caserta sind von dort zu erreichen.
Abgesehen davon gibt es aber noch so viel mehr zu entdecken. Insgesamt drei Mal war ich in den letzten Jahren in dieser Region unterwegs. Allein dieses Jahr für fünf Wochen. Deshalb widme ich Sorrent und seiner Halbinsel zwei detaillierte Reise-Guides, in denen ich euch Nützliches und Wissenswertes zu vermitteln hoffe und euch hoffentlich viele Anregungen für Wanderungen und Ausflüge ins Hinterland, zu Ausgrabungsstätten und Badebuchten mitgeben kann.

Sonnenuntergang in Sorrent

Anreise von Deutschland

Die Anreise nach Sorrento selbst ist relativ unkompliziert.
Aus Deutschland kommend gibt es im Großen und Ganzen drei Möglichkeiten: Flugzeug, Zug, Auto.

Anreise mit dem Flugzeug

Mit dem Flugzeug wird man wahrscheinlich am Flughafen von Neapel, Capodichino, landen. Die einfachste und direkteste Möglichkeit, um von dort nach Sorrento zu gelangen, ist der Bus von Curreri Viaggi. Je nach Verkehrslage braucht er 1,5 bis 2 Stunden und passiert auch die kleineren Orte entlang der Golfküste, falls ihr dort eine Unterkunft gebucht haben solltet. Eine Fahrt vom Flughafen nach Sorrento kostet 10 € pro Person.
Auch für die Rückfahrt von Sorrento zum Flughafen habe ich immer auf das Angebot von Curreri Viaggi zurückgegriffen. Das Ticket für den Bus kauft man direkt beim Fahrer (ohne Aufschlag).
In Sorrent startet der Bus am Bahnhof. Am Flughafen ist die Abfahrtstelle etwas schwieriger zu finden: Das Ankunftsterminal verlassend folgt man geradeaus der und passiert letztlich einen großen Kreisverkehr. Direkt nach dem Kreisverkehr rechts befindet sich die Haltestelle, ohne allerdings groß ausgeschildert zu sein. (siehe hier auf Google Maps; Weiterleitung zu Google)

Anreise mit dem Zug

Wer mit dem Zug anreist, kann aus Deutschland kommend den Nachtzug ab München bis Rom nehmen. Damit ist der Großteil der Strecke schon einmal schlafend überstanden. Dort umsteigen in die Freccia, den mehrfach stündlich verkehrenden Schnellzug der italienischen Bahn, und nach etwas mehr als einer Stunde ist man in Napoli Centrale (Napoli Porta Garibaldi) angekommen.
Dort heißt es umsteigen in den vom Unternehmen EAV betriebenen Regionalzug Circumvesuviana (im Bahnhof überall ausgeschildert), der etwa 1,5 Stunden bis nach Sorrento benötigt.
Die Anreise mit dem Zug in einem Stück ist also verhältnismäßig mühsam. Außer man möchte noch einen Zwischenstopp unterwegs eingelegen, etwa in Rom.

Anreise mit dem Auto

Da ich selbst nie mit dem Auto verreise und auch dementsprechend nie auf der Halbinsel von Sorrent mit dem Wagen unterwegs war, kann ich hier nur weiter verweisen auf die Angaben auf der Seite Porta Napoli. 

Sorrento – Marina Grande

Öffentliche Verkehrsmittel auf der Halbinsel von Sorrent

Wer ohne eigenes Auto reist ist auf das relativ dichte Netz aus Bussen und der Regionalbahn angewiesen. Die geographische Abdeckung ist ziemlich gut. Die zeitliche Abdeckung ist es nicht immer. Es empfiehlt sich also, die Fahrpläne („Orari“) parat zu haben und gut zu studieren, vor allem wenn man den Bus nehmen möchte. Sonst kann es passieren, dass man im Nirgendwo steht und den letzten Bus verpasst hat, der leider schon um 16 Uhr fuhr.
Es gibt zwei Unternehmen, die auf der Sorrentinischen Halbinsel operieren: SITA und EAV.

Die Regionalbahn Circumvesuviana

Für die meisten Ausflüge wird die Circumvesuviana (sprich: Tschirkumvesuviana) der EAV euer bester Freund und schlimmster Feind sein. Sie fährt jeden kleinen Ort entlang der Küste zwischen Neapel und Sorrento an, was bedeutete, dass eine Fahrt nach Neapel oder Pompei relativ zeitaufwändig ist.
Es gibt den „Diretto“ (den Direktzug), der im Fahrplan mit deinem D gekennzeichnet ist, und so ziemlich überall hält. Und dann gibt es ein paar Mal täglich den „Direttissimo“ (den sehr direkten Zug sozusagen), gekennzeichnet mit DD, mit dem man etwas Zeit spart. Von Mitte März bis Mitte Oktober verkehrt zudem der teurere, aber schnellere Campania Express, im Fahrplan an der Kennzeichnung EXP erkennbar.

Die Fahrpläne für die Circumvesuviana findet man hier (Napoli-Sorrento V1. )

Tipps für die Nutzung der Circumvesuviana:

  • Es gibt meist keine Automaten, sondern nur Fahrkartenschalter (sowohl in Sorrent als auch in Neapel).
  • Habt möglichst viel Kleingeld parat, denn die Herrschaften dort können häufig nicht herausgeben (es ist mir schon passiert, dass man mir auf 20€ nicht herausgeben konnte) und plant zum Anstehen etwas Zeit ein.
  • Zudem bekommt man die Tickets für EAV (und SITA) auch in den in Italien allgegenwärtigen Tabacchi. Solltet ihr also an einer Station zusteigen wollen, wo es keinen Schalter gibt, sucht das nächste blau-weiße T Schild. Dort kann man euch weiterhelfen. Ein solches Geschäft gibt es auch im Bahnhof von Sorrent – gleich gegenüber des Fahrkartenschalters. Dort bin ich dann meine oben genannten 20€ losgeworden. (In Neapel, fürchte ich, ihr müsst euch dennoch am Fahrkartenschalter anstellen. Dort ist mir zumindest kein Tabacchi bekannt, wo ich Tickets hätte kaufen können).
  • Die Circumvesuviana befördert nicht nur viele Touristen, sondern ist auch ein Pendlerzug. Blockiert nicht alles, weil ihr euer Gepäck im Eingangsbereich stapelt. Kleine und mittelgroße Koffer passen wunderbar unter und zwischen die Sitze
  • Die Endstation der Circumvesuviana ist in Neapel nicht der Hauptbahnhof (Porta Garibaldi) sondern die Porta Nolana. Wenn ihr also zum Bahnhof in Neapel wollt, um etwa einen Anschlusszug zu kriegen, müsst ihr bei der vorletzten Station aussteigen. (Keine Panik, dort steigen eh fast alle aus!)
  • Von Neapel Porta Garbaldi fährt die Circumvesuviana Richtung Sorrent normalerweise auf Gleis 3 (binario 3 – der Circumvesuviana Station!!!). In wenigen Fällen auch auf Gleis 1.
  • Die Circumvesuviana ist nicht immer so ganz pünktlich… verfallt nicht in Panik, wenn sie mal wieder auf sich warten lassen sollte. Solange am selben Gleis auch Italiener warten, gab es zumindest keinen angekündigten Streik und es besteht begründete Hoffnung, dass der Zug bald kommt.
    Solltet ihr aber einen Anschluss erwischen wollen, kalkuliert lieber großzügig.

Busse

Wie erwähnt gibt es hier zwei Unternehmen, deren Routen sich z.T. auch überschneiden: SITA und EAV.
Sie verbinden nicht nur die Orte an der Sorrentinischen Küste und im Hinterland bis nach Massa Lubrense, Sant‘ Agata und Termini, sondern mit den SITA Bussen kann man auch die Amalfiküste entlangfahren. In der Nebensaison und an Sonn- und Feiertagen ist die Fahrtendichte ziemlich eingeschränkt.
Die Fahrpläne (Orari) findet man hier für EAV und hier für SITA.

Wer einen empfindlichen Magen hat sei gewarnt, dass die Fahrt mit den Bussen eine echte Herausforderung ist. Vielleicht wollt ihr einen Blick in meinen Artikel über das Reisen mit empfindlichem Magen werfen?

Boote

Um die Inseln zu erreichen muss man natürlich auf Boote zurückgreifen.
Von Sorrento Marina Piccola nach Capri gibt es zahlreiche Verbindungen, die etwa 20-30 Minuten dauern. Wenn ihr schon vorher wisst, an welchem Tag ihr fahren wollt, empfiehlt es sich, die Tickets online zu buchen. Sonst kann es passieren, dass ihr früh in Sorrent ein Ticket nach Capri löst und die letzten Rückfahrten bereits ausgebucht sind. Mein Plan, um 18 Uhr zurückzukehren, wurde so vereitelt und ich musste schon ein Boot um 15.30 Uhr nehmen.

Ebenso gibt es – weniger häufige – Verbindungen nach Neapel, Positano, Amalfi und Ischia, im Sommer auch nach Procida. Die Verbindungen können (und sollten!) online gecheckt und auch die Tickets online gekauft werden.

An der Marina Piccola in Sorrento. Hier legen auch die Fähren und Schnellboote nach Capri ab.

In der Stadt herumkommen

Sorrento ist eine sehr kleine Stadt. Eine Einheimische sagte mir mal, sie bestünde aus drei Straßen längs, fünf Straßen quer und zwei Plätzen. Und das trifft es eigentlich ganz gut. Vor allem die Altstadt ist sehr überschaubar und in weiten Teilen auch nur zu Fuß zu erkunden. Es gibt zwar durchaus Straßen, die mit dem Auto befahren werden können, aber ich würde niemandem dazu raten. Denn dann stellt sich erst einmal die Frage, wo das Auto geparkt werden soll.
Lasst das Auto also an einem Parkplatz außerhalb der Altstadt stehen und zieht zu Fuß los, denn nur so kommt ihr überhaupt in die engen Altstadtgässchen.
Zum Hafen („Marina Piccola“), wo auch die Schiffe nach Capri ablegen, gibt es einen Aufzug. Wer allerdings zum alten, idyllischen Fischerhafen Marina Grande möchte, der sollte einigermaßen gut zu Fuß sein, da dorthin nur ein Treppenweg führt, der für die lokalen Verhältnisse allerdings nicht besonders steil ist.

Treppenaufgang von Marina Grande in die Stadt

Taxis

Es ist gut möglich, dass euer Hotel sich nicht in der Altstadt befindet sondern oberhalb von Sorrento auf den Klippen oder in Sant‘ Agnello. Wer seinen Koffer nicht durch die ganze Stadt schleppen möchte, kann ein Taxi nehmen. Der Taxistand befindet sich nicht am Bahnhof, sondern zwei Straßen weiter in der Via Fuorimura, gleich bei der Piazza Tasso.

Wo wohnen in und um Sorrent?

Dieser Abschnitt enthält Affiliatelinks, die mit einem * gekennzeichnet sind. Wenn ihr einem dieser Links folgt und darüber eine Buchung tätigt, erhalte ich eine kleine Provision. Für euch ändert sich nichts an den Konditionen.  

Sorrento ist eine Stadt, die vom Tourismus lebt. Die Saison dauert von Ostern bis Ende Oktober und das ist auch die Zeit in der die vielen Einheimischen, die im Tourismus arbeiten, eine Beschäftigung haben.
Dementsprechend viele Hotels und Unterkünfte gibt es in der Stadt – allerdings, das sei hier gesagt, nicht immer unbedingt die günstigsten. Aber das gilt für die ganze Region. Da die Tourismusbranche in einigen Monaten das Geld für das ganze Jahr verdienen muss, lassen sie die Touristen für die Übernachtungen ganz gut bezahlen.

Luxushotels in Sorrent oberhalb der Marina Piccola

Bekannt ist Sorrent für seine traumhaft an der Steilküste gelegenen Luxushotels*, die auch den Anblick der Stadt aus der Ferne prägen (und zum Glück nicht verschandeln, da sie in traditionsreichen Häusern untergebracht sind). Diese Hotels kosten allerdings so einiges. Günstiger kommt die Übernachtung in einfacheren * – *** Hotels* und Bed & Breakfasts oder Pensionen*.
Auch Sant‘ Agnello*, die fußläufig zu erreichende Nachbargemeinde, kann für eine Übernachtung in Frage kommen. Die Unterkünfte dort rangieren preislich ähnlich wie die direkt in Sorrento.

Wer ein Auto hat kann sich auch nach Unterkünften im Hinterland umsehen, etwa in Massa Lubrense* (7 km von Sorrento, mit Busanbindung) oder Sant‘ Agata* (10 km von Sorrento, mit Busanbindung).
Auch Ferienwohnungen* gibt es zu Hauf auf der Halbinsel von Sorrent. Nur eben nach einem Schnäppchen muss man gerade in der Hauptsaison doch etwas suchen. Man kann sie allerdings durchaus finden.

Wer nicht mit dem Auto unterwegs ist, sollte sich lieber nicht auf eine Busanbindung verlassen, sondern entlang der Circumvesuviana-Linie oder eben direkt in Sorrent suchen.
Ich selbst habe bei zwei meiner drei Aufenthalte bei einer Gastfamilie gewohnt. Bei meinem ersten Besuch wohnte ich mit einer Freundin im Hotel Zi‘ Teresa*.

Was gibt es zu sehen in Sorrent?

Sorrento ist ein kleines, idyllisches Städtchen. Aber seien wir ehrlich: Die wenigsten Menschen kommen um der Stadt selbst Willen hier her. Und die wenigstens verbringen den Großteil ihrer Zeit in der Stadt. In erster Linie ist Sorrent ein hervorragender Ausgangspunkt für Ausflüge am Golf von Neapel. Von dieser guten Lage profitiert die ganze Stadt und ist dementsprechend fest in den Händen des Tourismus.

Doch auch wenn man in erster Linie zum Schlafen, Essen und Bummeln kommt – zu sehen gibt es doch einiges:
Hübsch herausgeputzt präsentiert sich das Städtchen mit seinen engen, rechtwinkelig angelegten Gassen, den vielen Kirchen, dem Fischerhafen und den wunderbaren Aussichtspunkten hoch über den atemberaubend steil abfallenden Klippen.

Piazza Tasso

Piazza Tasso - Sorrent

Piazza Tasso – Sorrent

Wie in so ziemlich jeder italienischen Stadt ist auch in Sorrent die Piazza der Dreh- und Angelpunkt, der Ort, wo das Leben pulsiert. In Sorrent ist dies die Piazza Tasso.
Das voranstehende Bild wurde im Frühjahr aufgenommen – in der Saison müsst ihr mit viel mehr Verkehr rechnen. Den Platz zu überqueren ist mitunter ein bisschen abenteuerlich, aber man gewöhnt sich dran, denn man kommt  während des Aufenthalts immer wieder hier vorbei.

Prägend ist die gelbe Kirche des Nonnenklosters Santuario del Carmine, während das Denkmal des namensgebenden großen Sohnes der Stadt – Torquato Tasso – eher gut versteckt im Hintergrund steckt.
Auf der Piazza Tasso tut man, was man auf den italienischen Piazze so tut: Man trifft sich zum sehen und gesehen werden, man setzt sich in eine der – verhältnismäßig teuren – Bars, nimmt einen Aperitivo und genießt das Schauspiel der lässig vorbeischlendernden Italiener und der aufgeregten, verwirrten Touristen.

Sant‘ Antonino

Blick auf die Fassade von Sant‘ Antonino an der gleichnamigen Piazza

Sant‘ Antonino (+ 625), ein Benediktinermönch  und zeitweise Vertreter und Mitarbeiter des Heiligen Bischofs Castellus von Castellamare di Stabia, ist der Stadtpatron von Sorrent.
An der nach ihm benannten Piazza Sant‘ Antonino steht die Basilika in der auch seine Gebeine ruhen (sollen?). Einen Kultplatz für den Heiligen gab es an dieser Stelle schon ab dem 9. Jahrhundert. Die Basilika selbst wurde im 11. Jahrhundert begonnen. Der Bau wurde aber im späten 17. und frühen 18. Jahrhundert dem  Zeitgeschmack entsprechend umgestaltet.

ein Teil der Votivgaben in der Krypta von Sant‘ Antonino

Sehenswert ist vor allem die Krypta. Dort ruht der Heilige, der berühmt dafür wurde, ein Kind gerettet zu haben, das von einem Wal verschluckt wurde. Zudem soll er die Stadt vor einer maurischen Invasion bewahrt haben.
Angerufen wird er gegen Pest und Cholera und Besessenheit, die zahlreichen Votivgaben, die sich in der Kirche befinden, zeigen aber – natürlicherweise, möchte man sagen – auch einen Bezug zur Rettung aus Seenot.
Unter dem Grab des Antonino befindet sich ein kleines Gefäß mit Öl, das heilkräftig sein soll. Ob aufgrund einer besonderen Begebenheit (ob es irgendwo ‚austritt‘?) oder ob es einfach durch die Nähe der Reliquien ‚geheiligt‘ wird, war mir allerdings nicht ganz klar.

Aussichtsterrassen

Nicht nur bei Sonnenuntergang kann man den Ausblick über den Golf von Neapel genießen

Sorrent liegt auf ca. 50m hohen Steilklippen – es verwundert wenig, dass man von der Stadt einen tollen Ausblick über den Golf von Neapel hat. Die schönsten Aussichtsplätze sind der Park hinter der Villa Communale / Kloster San Francesco und die Terrasse an der Piazza della Vittoria, direkt beim Fußweg, der zur Marina Grande führt.
Kein Wunder, dass schon Lucio Dalla eine alte Terrasse über dem Golf von Sorrent in seinem Lied „Caruso“ besungen hat… (Lied auf youtube anhören)

Marina grande

Blick über einen Teil der Marina Grande

Als ursprünglich außerhalb der Stadt gelegene Fischersiedlung passiert man beim Besuch der „großen Marina“ (die allerdings eher die kleine ist, während die „Marina piccola“ eigentlich größer ist) heute noch Teile der alten Stadtbefestigung.
Während Sorrent sich hoch auf den Klippen der Steilküste befindet, liegt Marina Grande auf Meeresniveau. Über Stufen, die zwischen hohen Mauern verlaufen und durch ein altes Stadttor erreicht man schließlich die pittoreske Bucht.
Alte Fischerhäuschen, die Kirche St. Anna und ein kleiner Strandabschnitt runden das Bild ab.
Berühmt ist die Marina Grande vor allem dafür, dass man dort hervorragend essen kann – mit tollem Ausblick auf den Vesuv.
Das obige Bild wurde aus meiner Sprachschule heraus aufgenommen, die direkt oberhalb von Marina Grande liegt. Man sieht – ein seltener Anblick – den Vesuv mit Schnee.

Vallone dei Mulini

Das Tal der Mühlen in Sorrento hat eine gewisse Internet-Popularität. Es findet sich immer wieder mal auf Listen mit ach! so geheimnisvollen und verwunschenen Orten.

Ich kann nur sagen: Wer wegen des Vallone dei Mulini nach Sorrent fährt, wird enttäuscht sein, denn man kann nur von einer Stelle in der Stadt hinabblicken. Ein Besuch ist nicht möglich.
Früher führte über das Tal eine schmale Brücke, im 19. Jahrhundert wurde dann aber eine Straße gebaut, von der man heute hinabblicken kann.
Da sich das Vallone dei Mulini aber sehr zentral, unweit von Piazza Tasso und Bahnhof gelegen, befindet, sollte man dem Aussichtspunkt schon einmal einen Besuch abstatten und dieses Wahrzeiten von Sorrent bestaunen.

Blick ins Vallone dei Mulini

Essen und Trinken in Sorrent: Aperitivo, Bars, Restaurants

Wenn man in Sorrent irgendetwas ganz ausgezeichnet kann, dann essen!
Vor allem Freunde von Fisch und Meeresfrüchten kommen voll auf ihre Kosten. Aber auch die anderen, auch die Vegetarier, brauchen nicht zu Hungern.

Einige typische Gerichte

Die Pizza stammt aus Neapel und natürlich gibt es sie auch in Sorrent.
Aber auch Pasta-Fans kommen nicht zu kurz. Fleisch wird dagegen eher wenig gegessen und serviert.

Spaghetti con le cozze: Klingt für deutsche Ohren zwar unappetitlich, gemeint sind mit „cozze“ aber Miesmuscheln.
Spaghetti alle vongole: Spaghetti mit Venusmuscheln
und natürlich Oktopus (polpo) und andere Frutti di Mare.

Pesce Spada: Schwertfisch, sowohl geräuchert (affumicato), als auch mariniert (marinato) oder vom Grill (alla griglia)
Alici: Sardellen, gibt es mariniert (alici marinati) oder auch gebacken (alici fritte)  mit Zitrone.

Ravioli capresi: Ravioli gefüllt mit Ricotta, dazu Tomatensauce
Gnocchi alla Sorrentina: Gnocchi auf sorrentinische Art gibt es mit Tomatensauce, Mozzarella und Basilikum.

Aperitivo Bars:

Wie auch sonst in Italien, wird auch am Golf von Neapel der Aperitivo gepflegt. Das heißt, vor der eigentlichen Abendessenszeit (das ist in Italien später als in Deutschland) ’nimmt‘ man einen Aperitivo, also ein alkoholisches Getränk und dazu gibt es kleine Appetithäppchen oder Knabbereien.

Ein paar Tipps für Aperitivo Bars in Sorrent:

Lokale an der Piazza Tasso: Der Klassiker – direkt an der Piazza. Sehen und gesehen werden ist das Motto. Nicht gerade günstig, aber dafür kann man Leute beobachten. Einen Ausblick über das Meer hat man aber nicht.

La Villa: Ganz anders hier, direkt auf der Aussichtsterrasse hinter der Villa Communale gelegen, hat man hier einen ganz wunderbaren Ausblick. Günstig ist es auch hier nicht und obendrein lässt auch der Service etwas zu wünschen übrig. Ganz zu schweigen davon, dass die Stühle m.M.n. schrecklich unbequem sind. Wer einfach nur ein Getränk mit Aussicht will, ist hier richtig.
Adresse: Piazza San Francesco Saverio Gargiulo, 80067 Sorrento

Rooftop Bars: Ebenfalls nicht günstig, aber tollen Ausblick inklusive – und für gewöhnlich weitaus bequemere Sitzmöbel – gibt es auf einer der zahlreichen Dachterrassen der Hotels, die nicht nur Gästen offen stehen.
Diese Rooftop Bars haben allerdings nur im Sommer geöffnet.

Beispiele (eine vollständige Liste kann ich hier nicht bieten. Haltet einfach die Augen offen nach Schildern vor den Hotels):
Grand Hotel La Favorita,
Hotel Regina,
Hotel Mediterraneo, Corso M. Crawford, 85 – 80065 Sant’Agnello (Reservierung empfohlen)

Satiri e Ninfe: Kleine, untouristische Bar an der Piazza A. Lauro. Kein Ausblick, aber einfach ein nettes kleines Lokal für den Aperitivo. Und zu Essen bekommt man auch etwas.
Adresse: Piazza Angelina Lauro, 14, 80067 Sorrento – Facebook-Seite

Essen gehen

Marina Grande

der Abend war etwas kühler und daher recht ruhig. An warmen Abenden in der Saison ist hier richtig was los

Egal, wen ihr in Sorrent fragen werdet, wo man gut essen gehen kann: Man wird euch umgehend zur Marina Grande schicken.
Das heißt nicht, dass man nirgends sonst gutes Essen bekommt. Das heißt auch nicht, dass die Marina Grande ein Geheimtipp sei. Im Gegenteil, sie ist ziemlich touristisch. Die Portionen sind dennoch sehr gut, frisch zubereitet und obendrein üppig. Verhungern muss hier keiner.
Traditionslokal und Klassiker ist „Da Emilia“, gleich am Fuß der Treppe, die zur Marina Grande hinabführt, das seinen guten Ruf zu Recht genießt. Aber auch die nachfolgenden Lokale, die ich probiert habe, Taverna Azzurra, Bagni Delfino oder das Ristorante Zi’Ntonio Mare, haben mich nicht enttäuscht.


Mein Tipp: Nur schnell was auf die Hand?

Tony & Rosy, versteckt hinter der Piazza Tasso gelegen. Günstige Pizzastücke oder frittierte Leckereien, aber auch ganze Pizzen für wenig Geld.
Adresse: Via Santa Maria della Pietà 2, Sorrento
(hinter dem Denkmal von Torquato Tasso rechts)

Bars & Pasticcerie:

Italien ohne Dolci und Caffè? Natürlich nicht!
Natürlich gibt es die Leckereien und v.a. die Koffeinspritze für Zwischendurch in jeder Bar, die es auch in Sorrent an so ziemlich jeder Ecke gibt.

Für die Liebhaber von Süßem hier aber noch zwei Adressen:

Bar Veneruso: relativ groß und geschäftigdirekt am Corso Italia gelegen und damit perfekt für einen Koffein- und Zuckerschub zwischendurch.
Corso Italia, 43, 80067 Sorrento – Facebook-Seite

Bar Pasticceria Monica: Mein Tipp! Nur wenige Schritte hinter dem Vallone dei Mulini und damit abseits der Touristenroute gelegen. Tolles Gebäck, im Sommer gibt es auch Eis.
Via Fuorimura, 26, 80067 Sorrent- Facebook-Seite

Strände, Bäder und Buchten: Baden in und um Sorrent

Baden mit Vesuvblick hat schon was… Aufgenommen in einem der Bäder an der Marina Piccola

Was es auf der Halbinsel von Sorrent nicht gibt, sind langgezogene Sandstrände. Die wird man vergebens suchen. Die Steilküste bietet allenfalls Platz für kleine, lauschige Buchten mit Bädern oder kleinen Strandabschnitten, die allerdings an warmen Sommertagen ziemlich überlaufen sein können.

Dennoch ist auch das Baden in der Stadt selbst natürlich möglich:

Bäder bei Marina Piccola und Marina Grande

Vor allem an der Marina Piccola, aber auch an der Marina Grande, gibt es mehrere öffentliche Strandbäder, das heißt: Stege, die ins Wasser führen und wo man sich einen Liegestuhl oder ein Sonnenbett mieten kann. Das ist ein relativ kostspieliges Vergnügen (Liegebetten kosten zwischen 10 € und 16 €  und auch die Konsumation ist nicht unbedingt günstig), dafür liegt man wahlweise mit Vesuvblick oder mit Blick auf die Klippen von Sorrent.

Wie hier an der Marina Grande sehen die Badestege in Sorrento überall aus. Auch der kleine Strandabschnitt ist zu erkennen.

Natürlich kann man sich auch einfach auf den Sandstrand legen. Die Strandabschnitte sind aber sehr klein und man muss bedenken, dass sich südlich davon 50m hohe Klippen befinden, die einem bald die Sonne nehmen. Auf den ins Meer hineingebauten Stegen hat man dagegen ziemlich lange direktes Sonnenlicht.

Die Bäder an der Marina Piccola erreicht man am besten über die Treppen im Park hinter der Villa Communale (Kloster San Francesco). Sie sind außerdem von dort über den Aufzug zu erreichen.

Badebuchten und Strände in den kleineren Gemeinden der Halbinsel

Jede der Gemeinden an der Küste hat einen Zugang zum Meer und so ziemlich überall kann man auch baden. Die Strandabschnitte sind aber auch hier nur klein und meist von der Straße aus kaum auszumachen, wenn man nicht den Schildern „Spiaggia“ folgt oder weiß, wo man suchen muss.
So gibt es Bademöglichkeiten in Puolo, Lauro, Meta, Piano di Sorrento, Seiano , Marina della Lobra (Massa Lubrense), in der Baia di Ieranto und an der Marina del Cantone (Nerano).
Ein Kleinod ist am Capo di Sorrento das Bagno della Regina Giovanna. Ein natürlicher Pool mit einem kleinen Durchgang ins Meer. Ein wirklich verwunschener Ort zum Baden…

verwunschener Ort: Il Bagno della Regina Giovanna – das Bad der Königin Johanna

Typische Souvenirs aus Sorrent

Wer Geld ausgeben möchte, ist in Sorrent richtig. Nicht nur, dass man sehr gut essen kann, man kann auch ziemlich gut shoppen. Neben Kleidung (vor allem aus Leinen) natürlich auch die typischen Souvenirs der Region.

Zitronenprodukte, v.a. Limoncello (und weitere Liköre)

Zitronengelb dominiert die Auslagen der Souvenirgeschäfte in der Altstadt

Im Land, wo die Zitronen blühen, bekommt man Zitronen in jeglicher Variante: Als Bonbons und Schokolade, als Eis, als Seife, Shampoo oder Duftwässerchen – und natürlich als Likör: Der Limoncello ist wahrscheinlich das bekannteste Souvenir der Region. Und es gibt sehr gute Hersteller des Zitronenlikörs, bei denen man merkt, dass es sich nicht um industrielle Massenwaren handelt.
Sämtliche Sorrentiner empfahlen mir übereinstimmend die Giardini di Cataldo, um mich mit Likören, eben v.a. dem Limoncello, einzudecken.
Neben Limoncello gibt es in der Region weitere sehr schmackhafte Likörsorten, die sich gut als Mitbringsel für die Lieben daheim eignen: Den Nocciola / Liquore di Noci (Walnusslikör), Finocchietto (Fenchellikör) und Liquiriza (Süßholzlikör) etwa, aber auch Crema di Limone oder Crema di Melone.

Eine weitere gute Adresse für Liköre, aber auch Weine und Grappe und weitere typische Mitbringsel vor allem kulinarischer Art ist „Vizi & Sfizi“ in der Altstadt (Via Fuoro).

Keramik

Dass Keramik in der Region eine lange Tradition hat sieht man schon daran, dass private Fußböden, die Uhrblätter von Kirchenuhren oder gar der Boden von Altarräumen mit kostbaren, kunstvollen Kacheln verziert sind. Selbst Hinweisschilder, etwa auf Capri, sind zuweilen aus Keramik gestaltet.

So ist es kein Wunder, dass viele Touristen gerne etwas davon mit nach Hause nehmen möchten. In den Souvenirläden erhält man Keramik unterschiedlichster Qualität (und wahrscheinlich auch Herkunft). Für gutes Keramikhandwerk kann man schon viel Geld hinlegen. Für kleine Souvenirs, etwa eine „Attenti al gatto“ Kachel, zahlt man nur ein paar Euro.

Keramik und Zitronen bestimmen das Bild in den Souvenirläden. Manchmal gibt es auch Zitronen aus Keramik

Lederschuhe, v.a. Sandalen

Überall werden sie angeboten: Lederschuhe – v.a. Sandalen und Flipflops. Von ganz schlicht und einfach bis aufwändig mit Straß und Glitzer verziert, ist alles dabei.
Am Abend kann man schon mal das Hämmern des Schusters hören, der vor der Tür seines Geschäftes sitzt und mitten im Trubel weitere Schuhe fertigt.


Ich hoffe, ich konnte euch viele nützliche und praktische Tipps für euren Urlaub in Sorrent geben.
Habt ihr noch mehr Empfehlungen? Welches Lokal hat euch gefallen? Welchen Likör habt ihr probiert? Ich freue mich auf eure Kommentare!


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2 Gedanken zu “Reise-Guide für Sorrent #1: Tipps und Tricks für euren Urlaub am Golf von Neapel

  1. Wow, das ist wirklich ein ausführlicher Guide!
    Ich bin ja nur mal ein paar Stunden durch Sorrento spaziert – ja, das Städchen ist überschaubar 😉 . Dennoch musste ich einfach die originalen Gnocchi alla Sorrentina dort probieren, und das bei Frankies Bar. Frankie heißt eigentlich Francesco, spricht neben seiner Muttersprache aber auch Englisch, Spanisch und ein bisschen Deutsch – und in eben diesen 4 Sprachen haben sich meine Freundin und ich mit ihm in wildem Kauderwelch unterhalten 😀 . Die Gnocchi waren übrigens ausgezeichnet!
    LG Barbara

    • Danke schön 😊 für Kommentar und Lob.
      Frankies Bar kannte ich tatsächlich nicht. Schreib ich für den nächsten Sorrentobesuch auf die Liste 😁

      Übrigens sind mein Favorit eher die Ravioli Capresi

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