Wandern in Italien: 20+ Touren zwischen Südtirol und Sizilien [+Karte]

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Wandern in Italien – auf den ersten Blick ist dieser Titel vielleicht überraschend. Italien ist nicht als Wanderdestination bekannt. Wer auf die Apenninhalbinsel fährt, der fröhnt für gewöhnlich dem Dolce Vita: Strand, Sonne und Badeurlaub, Weintrinken und Schlemmen, Sightseeing in den geschichtsträchtigen Städten oder Shopping in den Modemetropolen – das ist für die meisten Menschen ein Italienurlaub. Aber wandern in Italien?

Wer an Wandern in Italien denkt, denkt wahrscheinlich erst einmal an die Alpen: Südtirol, das Trentino, die Dolomiten. Diese Regionen sind bei deutschsprachigen Wanderfreunden sehr beliebt und viel bewandert. Aber dass Italien so viel mehr für Wanderfreunde zu bieten hat, ist nördlich der Alpen kaum bekannt. Daran ändern auch die zahlreichen Pilgerwege nach Rom nichts.
Seit ich in Florenz lebe, merke ich, wie unrecht wir Italien damit tun, es nicht in seiner Gänze auch als Wanderparadies wahrzunehmen. Es gibt so viel zu entdecken, zu erwandern.
Deshalb habe ich einige Bloggerkolleginnen und -kollegen gebeten, mir ihre Tipps für Wanderungen in Italien zu schicken – daraus entstand diese sehr umfangreiche Sammlung. Lasst uns Italien neu entdecken: Als Paradies für Wanderfreunde!

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Weiterlesen: 

Wandern bei Florenz und in der Toskana: Wandergebiete und Tourentipps

Inhalt

Allgemeines zum Wandern in Italien

Italien ist nicht wirklich ein Wanderland und die Italiener nicht unbedingt ein Volk von Wanderlustigen (abgesehen von den Alpenanrainerregionen). Wer in Italien jemals gewandert ist, weiß, dass er nicht vielen anderen Wanderern begegnen wird – wenn überhaupt. Ausflüge ins Grüne sind für Italiener meist eine Fahrt mit dem Auto, höchstens ein kurzer Spaziergang und dann ein gutes Essen in geselliger Runde.
Doch auch in Italien wird das Wandern langsam populärer. Viele Regionen, die bisher von den großen Kulturzentren abgehängt worden waren, entdecken diese Form des langsamen Tourismus für sich und propagieren Slow Travel. Fernwanderrouten scheinen in den letzten Jahren wie Pilze aus dem Boden geschossen zu sein und immer mehr liest und hört man über junge Leute, die auf einem dieser Wege unterwegs sind. Trotzdem hält sich der Andrang noch sehr in Grenzen.
Ich kann jedenfalls sagen: Wäre es in München möglich, einfach aus der Haustüre heraus in die Ausläufer der Alpen zu wandern – sowie man von Florenz aus in wenigen Kilometern die Ausläufer des Apennin erreicht – so säße man ganz sicher nicht alleine in der Stille auf einem Gipfel. Noch kein einziges Mal kamen mir Scharen an in Wanderkleidung gehüllte Menschen unter, die an einem Samstagmorgen im Zug aus Florenz heraus in die Berge gefahren sind – in München ein völlig normaler Anblick.

Einsames ruhiges Mittagessen auf einem kleinen Gipfel am Monte Morello. Auf der Tour kamen mir ganze drei Wanderer entgegen. Gestartet bin ich an der Haustüre in Florenz

National- und Regionalparks in Italien

Dass Italien nicht als Destination für Wanderfans bekannt geworden ist, wundert umso mehr, wenn man bedenkt, dass es 25 Nationalparks gibt, die insgesamt 1,5 Millionen Hektar umfassen (Zum Vergleich: In Deutschland gibt es 16 Nationalparks, die 1,05 Millionen Hektar umfassen). Darunter so bekannte Namen wie Cinque Terre, die Dolomiten bei Belluno oder der Vesuv. Einige der hier vorgestellten Wanderwege in Italien liegen in Nationalparks: Vom Gran Paradiso Nationalpark ganz im Nordwesten bis zum Nationalpark Gargano ganz im Südosten.

Neben den Nationalparks gibt es in Italien noch 134 Regionalparks, die insgesamt etwa 1,3 Millionen Hektar umfassen. Dazu gehört zum Beispiel die Vena del Gesso in der Emilia-Romagna, das Gebiet um den Ätna auf Sizilien oder die Drei Zinnen in den Dolomiten. Auch diese Wandergebiete stellen wir euch in diesem Beitrag vor.

CAI: Club Alpino Italiano

Auch wenn Wandern in Italien kein Volkssport ist, wie in Deutschland oder Österreich, so ist der Italienische Alpenverein – der Club Alpino Italiano, kurz CAI – der drittälteste Alpenverein der Welt, zusammen mit dem Schweizer Alpenverein, der im gleichen Jahr gegründet wurde. 1863 erblickte der CAI in Turin das Licht der Welt. Älter sind nur der British Alpine Club (von 1857) und der Österreichische Alpenverein (der ein Jahr zuvor gegründet wurde). Alpinismus hat in Italien also durchaus eine lange Tradition.
Heute ist der CAI in über 500 Sektionen gegliedert. Von Südtirol bis Sizilien kümmern sich die Mitglieder der lokalen CAI-Sektionen um die Wanderwege, die Markierungen und betreiben zahlreiche Hütten in den Bergen des Landes.

Der CAI macht gute Arbeit. In vielen Wanderregionen, wie hier am Monte Morello bei Florenz, sind die Wanderwege sehr zuverlässig markiert

Wanderwege in Italien: Markierungen und Schwierigkeitsgrade

Die Wanderwege des CAI sind rot-weiß bzw. rot-weiß-rot markiert und mit einer Nummer versehen. Daneben gibt es auch noch Wanderwege, die von Kommunen oder anderen Organisationen errichtet und unterhalten werden. Einen Überblick über die markierten Wanderwege (nicht nur) in Italien erhält man auf Waymarked Trails. Hier kann man sowohl die großen Fernwanderwege als auch die kleinen lokalen Wanderwege erkunden, sieht Länge, Höhenprofil, Markierungen und kann auch die gps-Daten herunterladen.

In Italien sind die Wanderwege des CAI häufig mit verschiedenen Buchstaben klassifiziert, die ihren Schwierigkeitsgrad angeben (kurze Zusammenfassungen und Übersetzungen der Klassifizierungen nach dieser Seite des CAI Milano. Ich übernehme hier keine Haftung für die Richtigkeit der Erläuterungen. Macht euch vor jeder Tour immer selbst über den Weg schlau und seid euch eurer eigenen Wander- und Bergerfahrung sowie eurer körperlichen Fitness bewusst!)

Schwierigkeitsgrad Wege
Ausrüstung+Anforderungen
T – Sentiero Turistico Schmale Straßen und Saumpfade, breite Wege, gut erkennbar. Meist unterhalb von 2000m über NN gutes Schuhwerk, entsprechende körperliche Fitness und Vorbereitung
E – Sentiero escursionistico Dies ist eine sehr breite Klassifizierung, die sehr viele verschiedene Wege beinhalten kann. Meist gut ausgeschildert, auch kurze weglose Strecken sind möglich. Es kann auch kurze, flache Restschneeabschnitte geben.Wenige ausgesetzte Stellen, die dann aber gesichert sind. Einzelne felsige Passagen sind möglich, diese sind dann aber nicht ausgesetzt und erfordern keine besondere Ausrüstung. Diese Wege erfordern einen gewissen Orientierungssinn, etwas Bergerfahrung und entsprechendes Schuhwerk für alpine Umgebungen.
Natürlich entsprechende körperliche Fitness und Vorbereitung. 
EE – Sentiero per escursionisti esperti Für gewöhnlich markierte Wege in unwegsamem Gelände (steile und/oder rutschige Grashänge oder auch Felsen, Geröll)
Abwechslungsreiches Gelände in relativ großen Höhen (mitunter auch Schneefelder, offene Hänge usw.), felsige Abschnitte mit kurzen technischen Schwierigkeiten (weniger schwierige Klettersteige).
Aber keine Routen über Gletscher
gute Bergerfahrung und Kenntnis alpiner Umgebung notwendig, außerdem Trittsicherheit und Schwindelfreiheit.

 

Wichtig sind entsprechende Ausrüstung (v.a. wenn Klettersteige dabei sind) sowie Kenntnisse von deren Anwendung. Körperliche Fitness und Vorbereitung sind unabdingbar!

EEA – Via ferrata o attrezzata Routen an Felswänden oder Felsvorsprüngen, die aber mit entsprechenden Seilen oder Stufen ausgestattet sind.
Die EEA-Bezeichnung wird auch verwendet, damit der Wanderer z.B. bei Abkürzungen weiß, dass er eine entsprechende Kletterausrüstung benötigt wie Karabiner, Gurte, Seilen etc.
Alles, was bei EE gesagt wurde, gilt auch hier. Körperliche Fitness und Vorbereitung ist ein Muss, ebenso wie eine entsprechende Ausrüstung mit Karabinern, Gurten, Seilen etc. und die Kenntnis von deren Anwendung.

Wandern in Italien: Touren zwischen Südtirol und Sizilien [mit Karte]

Details
Wandern in Italien

In diesen Beitrag habe ich mit Hilfe von Blogerkolleginnen und -kollegen insgesamt über 20 Tipps für Wanderungen in Italien zusammengetragen. Die Touren reichen von Klassikern in den Dolomiten bis zu Geheimtipps in den Marken. Von Touren in den Hochalpen bis zu einfachen Wanderungen in von Menschen geschaffenen schmalen Gängen aus etruskischer Zeit. Meerblick und sanfte Hügel, Weinberge, Wälder und Vulkanlandschaften. Alles ist hier dabei.

Ist diese Liste vollständig? Absolut nicht! Fehlen sicherlich viele wunderbare Gegenden zum Wandern in Italien? Ganz bestimmt!
Deshalb freue ich mich über Anregungen in den Kommentaren: Welche Wanderregionen, welche Wandertouren könnt ihr noch empfehlen?

In erster Linie ist diese Liste eine Einladung, Italien als Wanderparadies zu entdecken und zu erkunden und sich selbst auf die Suche nach Wandertouren durch dieses wunderbare – ja, wanderbare! 😉 – Land zu machen!

Auch das ist Italien: Herrliche Wälder, wie hier in den Colli Pratesi unweit von Florenz, gibt es im gerade im Apennin zu Hauf

Wandern in Italien: Touren in Norditalien

Norditalien oder Oberitalien erstreckt sich zwischen den Alpen im Norden, dem Ligurischen Meer im Westen über die Po-Ebene bis zur oberen Adriaküste. Norditalien umfasst die Regionen Friaul-Julisch Venetien, Venetien, Trentino-Südtirol, Aostatal, Piemont, Lombardei und Ligurien. Mitunter wird auch die Emilia-Romagna hinzugezählt. Andere zählen sie aber zu Mittelitalien, da die Region lange zum Kirchenstaat gehörte.

Dolomiten: Wanderung zur Seiser Alm

Die Seiser Alm ist die größte Hochalm Europas und ein echtes Wanderparadies. Auf 56 km2 warten hier mehr als 450 Kilometer Wanderwege auf Euch. Für jede Kondition und jeden Schwierigkeitsgrad ist etwas dabei. Egal ob Ihr gemütlich über bunte Almen-Wiesen wandern möchtet oder eine steile Felswand bezwingen, hier findet Ihr perfekte Voraussetzungen. Durch die Weite der Seiser Alm habt Ihr nie ein Gefühl der Enge, sondern immer einen freien Blick unter anderem auf Lang- und Plattkofel.


Auf vielen Wanderungen gibt es dazu eine tolle Aussicht auf die Bergwelt der Dolomiten und auf das Brenner-Massiv. So wird ganz automatisch noch mehr Berglust geweckt. Die Hütten der Seiser Alm bieten zudem in regelmäßigen Abständen die Möglichkeit einer Rast und locken mit leckeren Gerichten.

Unsere Lieblingswanderung auf der Seiser Alm ist übrigens die Rundwanderung über den Puflatsch. Nach dem Aufstieg kann man sich hier wunderbar auf der Tschötschalm mit einem Cappuccino oder einem anderen Getränk belohnen und dabei die Aussicht über die komplette Alm genießen. Dann geht es auf einem Rundwanderweg immer an der Kante des Puflatsch entlang. Die Aussicht ist einfach nur gigantisch und ganz speziell. Zwischendurch kann man einige Klettereinlagen einlegen, aber nicht so schwer, so dass man auch mit Kindern oder Älteren hier gut wandern kann. Kurz bevor es wieder nach unten geht, lauft Ihr über eine große Wiese – mitten durch die Kühe. Danach könnt Ihr noch eine Rast an der Arnika-Hütte einlegen. Hier werdet Ihr mit typisch südtiroler Speisen verwöhnt und für den Abstieg gestärkt. Über einen landwirtschaftlichen Weg erreicht Ihr dann wieder die Station der Seiser Alm Umlaufbahn.

Dieser Wandertipp stammt von Kathleen von Immer auf Reisen:
Kathleen schreibt auf Ihrem Blog „Immer auf Reisen“ über Reisen in Deutschland, Europa und der Welt. Zudem gibt es regelmäßig auch Wanderrouten und Städtereisen zu entdecken.

Weiterlesen über noch mehr Wanderungen auf der Seiser Alm.


Dolomiten: Wanderung zu den drei Zinnen

Wer an die Dolomiten denkt, hat direkt das Bild der Drei Zinnen im Kopf. Die Umrundung der drei berühmten Felsen, die alle knapp unter 3000 Meter hoch sind, steht bei vielen Südtirol-Urlaubern auf dem Programm. Auch wir wollten uns dieses Highlight der Dolomiten nicht entgehen lassen.

Im Sommer ist die Drei-Zinnen-Umrundung sehr überlaufen. Tausende von Besuchern begeben sich täglich auf die rund zehn Kilometer lange Wanderung, deren Ausgangspunkt über eine Mautstraße oder mit dem umweltfreundlicheren Shuttlebus einfach zu erreichen ist. Im Herbst und im Frühjahr sind etwas weniger Menschen dort unterwegs – eine einsame Bergwanderung ist es aber dennoch nicht.

Lohnenswert fand ich die Wanderung trotzdem. Die rund 400 Höhenmeter sind einfach zu begehen, die Ausblicke fantastisch. Die Drei Zinnen sind dabei natürlich die markantesten Felsen, aber während der Wanderung gibt es noch viele weitere Gipfel zu bestaunen. Mehrere Hütten laden zur Einkehr ein, darunter die Auronzohütte am Start oder die Langalmhütte kurz vor dem Ende der Tour. Den besten Blick auf das Weltnaturerbe bietet die Dreizinnenhütte. Wer noch nicht genug von den Drei Zinnen hat, kann in der Region noch viele weiteren Wanderungen unternehmen. Diese dürften dann auch weit weniger überlaufen sein als die beliebte Umrundung der Drei Zinnen.

Dieser Wandertipp stammt von Sabine von Ferngeweht:
Sabine schreibt auf ihrem Reiseblog Ferngeweht über Reisen in alle Welt – immer selbstorganisiert und meist in die Natur. Im Jahr 2022 war sie das erste Mal in Südtirol und hat sich in die Dolomiten verliebt.

Weiterlesen über ihre Drei-Zinnen-Umrundung.


Meraner Land: Wanderung zum höchsten Bergwerk Europas

Außergewöhnlich ist das Ziel, das Wanderer auf 2.355 Metern Höhe etwa 20 Kilometer entfernt von Meran erwartet. Denn wer würde so weit oben schon ein Bergwerk vermuten? Schließlich gilt die Arbeit von Bergleuten schon in den gewohnten Höhenlagen als äußerst anstrengend – und das zurecht. Doch tatsächlich wurde von 1237 bis 1967 auf dem Schneeberg Silber, Zink und Blei abgebaut. Inzwischen ist aus der Anlage ein Erlebnisbergwerk geworden, das von Mitte Juni bis Mitte Oktober besichtigt werden kann.

Loren und kleines Knappenhaus am Erlebnisbergwerk Schneeberg

Start der Wanderung ist an der Timmelsbrücke im Passeiertal. Von dort geht es zunächst nur kurz gemütlich und dann ziemlich steil durch herrliche Lärchenwälder bergan. Unterwegs lädt die Obere Gostalm zur Einkehr ein. Auch der Blick auf die umliegenden Berge und die üppige Natur entschädigt auf dem folgenden Panoramaweg für die erste Anstrengung. Sportlich wird es schließlich aber doch noch mal. Denn der Anstieg zum Bergwerk erfolgt zwar über einen gut begehbaren Weg, hat es allerdings in sich.

Auf 2.355 Metern angekommen begeistert dafür aber die Aussicht auf die Bergwelt. Wer erst einmal eine Stärkung braucht, kehrt hier in die Schutzhütte Schneeberg ein und lässt sich mit Südtiroler Leckereien verwöhnen. Und schließlich wartet dann noch die Besichtigung des Erlebnisbergwerks. Angeboten werden zwei unterschiedlich lange Stollenführungen. Ein kurzer Blick in den Martinsstollen und der Rundgang durch die Knappensiedlung sind auch auf eigene Faust möglich. Ausführliche Informationen über das Bergwerk und seine Geschichte finden Interessierte im Schauraum.

Dieser Wandertipp stammt von Martina von Places and Pleasure:
Auf Places and Pleasure schreibt Martina Schäfer unter dem Motto: Aktiv. Erleben. Genießen. Ob Touren im Berliner Umland, in Deutschland, Europa oder weit weg in der Ferne – sie liebt es, Regionen intensiv zu erkunden. Und was für sie fast immer dazugehört, sind kulinarische Highlights und ein paar Aktiv-Erlebnisse.

Weiterlesen über die Wanderung zum Erlebnisbergwerk Schneeberg.


Wanderungen rund um den Gardasee

Der Gardasee gehört mittlerweile seit Jahrzehnten schon zu den beliebtesten Reisezielen der Deutschen, Österreicher und Schweizer. Das liegt nicht nur an der räumlichen Nähe (von München aus sind es z.B. gerade einmal ca. 4 Stunden Fahrt bis zum Gardasee), sondern auch an der Tatsache, dass der größte See Italiens seinen eigenen kleinen Mikrokosmos aus Pizza, Pasta, Aperol, Wassersport, Kultur, reicher Historie und Bergsport bildet.

Der Gardasee ist all das, was Italien ausmacht – und das eben auf engsten Raum unmittelbar nebeneinander. Berge oder Wasser? Diese Entscheidung musst du hier nicht treffen, du kannst beides haben.
Der Norden des Lago di Garda ist förmlich eingekesselt von den südlichen Ausläufern der Alpen; die Gardaseeberge erstrecken sich vom Nordwesten mit dem 2254 Meter hohen Monte Cadria als höchstem Gipfel bis hinüber ans Ostufer, das vom ebenfalls gut 2200 Meter hohen und fast 30 Kilometer langen Bergmassiv des Monte Baldo dominiert wird.

Die Wandermöglichkeiten in dieser spektakulären Naturkulisse sind schier unendlich: Von kurzen familienfreundlichen Wanderungen bis zu mehrtägigen Hüttentouren ist am Gardasee alles möglich. Zu den Klassikern gehört in jedem Fall eine Wanderung über die alte Ponalestraße am Westufer, die sich entlang der Felswände in Serpentinen bis hinaus ins Ledrotal windet.
Das absolute Highlight und Pflichtprogramm ist allerdings eine Wanderung auf dem Monte Baldo. Schon die Fahrt nach oben mit der Seilbahn ist ein Erlebnis für sich, das allerdings vom Ausblick von ganz oben definitiv noch einmal getoppt wird.

Dieser Wandertipp stammt von Katrin von BeforeWeDie:
Katrin schreibt auf ihrem Blog über ihre Reiseerlebnisse, Abenteuer, Fotografie und was sonst noch zum Reisen dazugehört. Ihre große Liebe gilt allem, das mit Natur, Abenteuer und türkisblauem Wasser zu tun hat. Und weil der Gardasee alles davon hat, hat sie sogar einen eigenen Reiseführer über ihn geschrieben.

Weiterlesen über die schönsten Wanderungen am Gardasee.


Wandern im Gran Paradiso Nationalpark

Der Gran Paradiso Nationalpark ist der wahrscheinlich unbekannteste Nationalpark der Alpen und dabei ist er das älteste und wildeste Naturreservat Italiens. Das 70 000 Hektar große Wanderparadies liegt zwischen den Regionen Aostatal und Piemont, an der Grenze zu Frankreich. Tiefster Punkt des Parks liegt bei 800m.ü.M., der höchste ist der Gipfel des Gran Paradiso mit 4061m.ü.M.
Viele herausragende Wanderwege errichtete König Vittorio Emanule II, der hier sein Lieblingsjagdgebiet hatte. Als ihm die Anreise aus Rom zu weit wurde, schenke er die Region dem Staat, der daraufhin 1922 den Nationalpark gründete.

Wandern in Italien: Lago Rosset im Gran Paradiso Nationalpark

Lago Rosset im Gran Paradiso Nationalpark

Hauptausgangspunkt für wunderschöne Wanderungen im Gran Paradiso Nationalpark ist das Hochplateau am Nivolet-Pass, auf 2612m.ü.M. Von hier startet zum Beispiel die einfache und familienfreundliche Wanderung um den Bergsees Lago Rosset. Diese aussichtsreiche und einfache Rundtour hat nur 4km und 200 Höhenmeter und lädt zu Badepausen und Picknick am tiefblauen See ein.

Wer weiter wandern kann und will, passiert den Lago Rosset und steigt zum aussichtsreichen Gebirgspass Colle Leynir auf. Nach der Seenlandschaft der Nivolet Hochebene, führt der Pfad durch eine unwirkliche Steinwüste mit viel Sand bis zum auf 3084m.ü.M. Pass zwischen den italienischen Regionen. Der Mont Blanc ist nur einer der vielen Alpengipfeln, die von dort sichtbar sind. Die Umrundung des Lago Rosset ist in den 11km dieser herausragenden Wanderung mit 600 Höhenmetern bereits enthalten.

Aus dem piemontesischen Bergdorf Ceresole Reale fährt im Sommer regelmäßig, in ungewöhnlich hoher Frequenz, ein kostenfreier Shuttlebus auf den 35 Minuten entfernten Nivolet-Pass. Ein Auto brauchst Du nur, wenn Du außerhalb der Hochsaison die Einsamkeit des Gran Paradiso Nationalparks genießen willst.

Wandern in Italien: Laghi Trebecchi oberhalb des Lago Rosset im Gran Paradiso Nationalpark

Laghi Trebecchi oberhalb des Lago Rosset im Gran Paradiso Nationalpark

Dieser Wandertipp stammt von Linda von Hiking the Alps und Insieme Piemonte:
Linda ist passionierte Wanderin und schreibt darüber in ihrem Wanderblog hikingthealps.com. Seit sie viel Zeit im Piemont verbringt, ist der Blog insieme-piemonte.com hinzugekommen, in dem sie über die vielen schönen Orte und Täler der Regionen berichtet.

Weiterlesen über den Nationalpark Gran Paradiso auf Hiking the Alps


Giro dei Laghi del Lausfer im Piemont

Die wunderschön, aussichtsreiche Wanderung Tour du Lausfer beginnt am höchstgelegenen Heiligtum Europas. Die Wallfahrtskirche Sant’Anna di Vinadio liegt auf 2035m.ü.M., am äußersten Ende des Valle Stura, im Süden der Region Piemont. Ein Besuch dieses alpinen Wallfahrtsortes ist nicht nur bei Gläubigen sehr beliebt, der Ort ist auch ein tolles Ziel für Wanderausflüge in den französisch-italienischen Park Mercantour und in die Cottischen Alpen.

Der „Tour du Lausfer“ (auf Italienisch Giro dei Laghi) verläuft meist auf breiten, alten Militärwegen, hat 11,8km und überwindet 520 Höhenmeter. Technisch einfach, passiert die Rundtour insgesamt 4 Alpenpässe und mehrere, wunderschöne Bergseen.

Wandern in Italien: Wallfahrtsort Sant'Anna di Vinadio im Piemont

Wallfahrtsort Sant’Anna di Vinadio im Piemont

Vom kostenfreien Parkplatz am Wallfahrtsort geht es erst sanft aufwärts, vorbei am Erscheinungsfelsen. Er ist Teil der Entstehungslegende der ersten Kirche an diesem Ort. Nächste Highlights sind der Bergsee Lago del Colle di Sant’Anna und anschließend der erste Grenzpass mit Frankreich, den wir aber nicht überqueren. Vom Colle di Sant’Anna geht es aussichtsreich weiter, entlang des Berghangs, zum nächsten alpinen Grenzpass Colle del Lausfer. Unterhalb des Passes, auf französischem Territorium liegen die 3 Lausfer-Seen, die im Sommer zum Baden einladen sowie alte Militäranlagen und Bunker. Mit Weitblick in die französischen Täler geht es am Berghang zurück nach Italien. Am Colle Saboulé überschreiten wir auf 2460m.ü.M. den höchsten Punkt der tollen Rundtour. Ab hier und bis zum letzten Pass der Wanderung, dem Passo Tesina, hat man traumhafte Sicht auf die Cottischen Alpen des Piemont, während sich der steinige Weg den Hang entlang zieht. Letztes Highlight ist der beliebte Badesee Lago di Sant’Anna bevor es sanft zum Heiligtum zurückgeht.

Wandern in Italien: Lago di Sant'Anna oberhalb der Wallfahrtskirche

Lago di Sant’Anna oberhalb der Wallfahrtskirche

Dieser Wandertipp stammt von Linda von Hiking the Alps und Insieme Piemonte:
Linda ist passionierte Wanderin und schreibt darüber in ihrem Wanderblog hikingthealps.com. Seit sie viel Zeit im Piemont verbringt, ist der Blog insieme-piemonte.com hinzugekommen, in dem sie über die vielen schönen Orte und Täler der Regionen berichtet.

Weiterlesen über die Tour du Lausfer auf Hiking the Alps und über die Wallfahrtskirche Sant’Anna di Vinadio auf Insieme Piemonte


Rilke-Weg: Ein Spaziergang an der Küste des Friaul

Wir sind sehr gerne mit unserem Wohnmobil in Norditalien unterwegs und der Rilke Weg ist ein besonderes Highlight. Dieser ist ein 2,2 Kilometer langer Panoramawanderweg oberhalb der Steilküste zwischen Duino und Sistiana. Rainer  Maria Rilke ging hier bei seinen Aufenthalten im Duiner Schloss, das der Familie Thurn und Taxis gehört, sehr gerne ausgiebig spazieren. Unter anderem sind dabei die Duineser Elegien entstanden. Schon zu seinen Lebzeiten wurde der Weg nach ihm benannt. Aber auch andere Persönlichkeiten seiner Zeit, wie Franz Liszt, Richard Strauss, Mark Twain oder Kaiserin Sissi und Kaiser Franz Joseph I waren hier regelmäßig zu Gast.

Auf dem Rilke Weg

Du findest den Sentiero Rilke im Friaul, nicht weit weg von Triest. Von der Länge her ist es eher ein Spaziergang, aber Wanderschuhe brauchst Du trotzdem. Der Weg ist teilweise angelegt und befestigt, aber auf einem Stück auch uneben, rutschig und anspruchsvoll. Kinderwagen oder Rollstühle sind nur auf einem Teil des Weges möglich. Fahrräder sind verboten, Hunde an der Leine erlaubt.

Mit ständigem Blick aufs Meer geht es oberhalb von schroffen Kalkklippen auf dem  Sentiero Rilke entlang. Dabei bewegt sich der Wanderer auf den Spuren des bekannten Dichters durch ein Naturschutzgebiet und wird mit immer neuen Ausblicken und Eindrücken belohnt. Auch Ruinen von Bunkern aus dem zweiten Weltkrieg liegen am Weg. Aussichtspunkte und Bänke laden zum Innehalten ein. Am Ziel, wo Du mit schönem Blick die Möglichkeit zur Einkehr im Refugio Rilke hast, geht es auf dem gleichen Weg wieder zurück. Das ist aber nicht schlimm, denn dabei entdeckt man neue Dinge und kann den Spaziergang durch die Felsenlandschaft der Klippen von Duino, die 120 Meter steil zum Meer hinabfallen, noch besser genießen.

Blick auf Schloss Duino

Für die Wanderung kannst Du kostenfrei im kleinen Ort Duino parken. Am Ende des Weges, an der Zufahrt zum Hafen von Sistiana, liegt neben dem Campingplatz ebenfalls ein kleiner kostenfreier Parkplatz. Am besten planst Du die Wanderung im Frühjahr oder Herbst, dann ist es nicht so voll und heiß, denn der Sentiero bietet nur an wenigen Stellen Schatten.

Dieser Wandertipp stammt von Katja von Hin Fahren:
Katja ist leidenschaftliche Reisende mit dem Camper, Buchautorin und Journalistin. Auf ihrem Wohnmobil-Reiseblog hin-fahren.de gibt sie Tipps zu schönen Reisezielen und Touren – zwischen Südspanien und Nordkap – und rund um Camping und Wohnmobil.

Weiterlesen über ihren Roadtrip durchs Friaul


Wanderung im UNESCO-Weltkulturerbe der Cinque Terre

Während meines Roadtrips durch Italien habe ich so einige tolle Orte entdeckt. Eines der absoluten Highlights waren die sogenannten Cinque Terre. Die Dörfer Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore an der ligurischen Steilküste gehören seit 1997 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bis heute gibt es zwischen ihnen keine Straßenverbindung.

Der Wanderweg „Azzurro“ entlang des 12 Kilometer langen Küstenstreifes verbindet die Orte jedoch miteinander und zählt zu den schönsten und beliebtesten Strecken in Italien. Er führt die ganze Zeit auf naturbelassenen Pfaden am Meer entlang und die Aussicht ist einfach nur grandios. Die Tour ist rund 11 Kilometer lang und dauert laut offizieller Angaben fast 6 Stunden. Die Markierung der Wanderung ist rot-weiß-rot mit dem Schriftzug SVA.

Wenn du den Weg gehen möchtest, solltest du ein bisschen Kondition mitbringen, denn es warten so einige Treppenstufen auf dich. Da die Dörfer unten am Meer liegen, musst du permanent auf- und absteigen. Leider sind auch immer mal wieder Abschnitte gesperrt. Informiere dich am besten vor deiner Tour darüber, um Enttäuschungen vor Ort zu vermeiden. Zudem benötigst du eine Eintrittskarte in den Nationalpark, die sogenannte Cinque Terre Card, die du in allen Bahnhöfen und Touristeninformationen kaufen kannst.

Ich habe zwei Tage in den Cinque Terre verbracht und währenddessen in La Spezia übernachtet, das gut mit dem Auto zu erreichen ist und eine direkte Zugverbindung in die Dörfer hat. Jedes der Cinque Terre verfügt über einen eigenen Bahnhof.

Nachdem ich vom Hafen in La Spezia aus zunächst einen Ausflug mit dem Schiff entlang der atemberaubenden Steilküste gemacht habe, bin ich am nächsten Tag mit dem Zug bis nach Monterosso gefahren und habe von dort meine Wanderung durch die Cinque Terre begonnen. Leider konnte auch ich aufgrund von Sperrungen nicht komplett bis nach Riomaggiore laufen, aber der Teil, den ich gehen konnte, hat sich trotzdem absolut gelohnt.

Dieser Wandertipp stammt von Christina von Trip to the Planet:
Christina schreibt auf Ihrem Reiseblog TRIP TO THE PLANET für die kleine Auszeit zwischendurch über Kurztrips, Städtereisen, Tagesausflüge, Wanderungen, Radtouren und Roadtrips. Allgemeine Reisetipps und Reisefotografie kommen ebenfalls nicht zu kurz.

Weiterlesen über die Cinque Terre


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Wandern in Italien: Touren in Mittelitalien

Die Nordgrenze Mittelitaliens liegt ungefähr auf der Linie La Spezia-Rimini. Südlich wird es begrenzt von der historischen Grenze des Königreichs Neapel. Mittelitalien umfasst die Regionen Toskana, Umbrien, Marken und Latium. Historisch wird manchmal auch die Emilia-Romagna dazugezählt, da sie lange Zeit zum Kirchenstaat gehörte, während man geographisch mitunter auch die Abruzzen zu Mittelitalien zählt. Historisch wurden die Abruzzen aber immer Süditalien zugeordnet und auch sprachlich eher süditalienisch geprägt sind.
Mitunter wird auch, v.a. aus historischen-kulturellen Gründen, Sardinien zu Mittelitalien gerechnet, auch wenn manche sie aus geographischen und wirtschaftlichen Gründen Süditalien zuschlagen.

Die Toskana von ihrer schönsten Seite: Wanderweg Bella Vista su San Gimignano

Die Toskana ist bekannt für ihre mittelalterlichen Städte, das reiche kulturelle Erbe, für wunderbares Essen und für ihre bezaubernden Landschaften. Zudem ist die Region aber auch ein grandioses Reiseziel für genussvolle Wanderungen. Ein wahres Highlight ist der Panorama-Wanderweg „Bella Vista su San Gimignano“, welcher rund um das wunderschöne Städtchen San Gimignano führt. Auf dieser malerischen Route erlebt man eine herrliche Landschaft und geniale Ausblicke auf die Altstadt mit den Geschlechtertürmen.
Für diesen Rundweg brauchst du weder gute Ausrüstung noch alpine Kenntnisse, denn die Route ist leicht begehbar. Jedoch ist der Weg hügelig und eine gewisse Grundfitness definitiv von Vorteil. Genügend zu trinken, Sonnenschutz und ein Snack für zwischendurch kann auch nicht schaden, denn es gibt nur eine Einkehrmöglichkeit.

Deine Wanderung startest du am besten vom südlichen Parkplatz in San Gimignano, dem Parking 2 Montemaggio. Weiter geht es in die Via Vecchia per Poggibonsi, in der auch schon deine Wanderung beginnt. Von hier führt ein breiter Schotterweg rund um die Altstadt, das sind rund 9-10 Kilometer. Je nach Fitness und inklusive Fotopausen kannst du mit einer Gehzeit von 3-4 Stunden rechnen.
Unterwegs genießt man eine Toskana-Idylle vom Feinsten, staunt über die pittoresken Bauernhöfe und natürlich über die grandiosen Aussichtspunkte auf die sogenannte Stadt der Türme. Man kommt vorbei an schönen Weinanbaugebieten, und auch eine Winzerei befindet sich auf dem Weg.

Schlussendlich erreicht man wieder die Altstadt von San Gimignano, wo man sich unbedingt beim Eisweltmeister in der Gelateria Dondoli eine leckere Belohnung holen sollte.

Dieser Wandertipp stammt von Martina und Jürgen von PlacesofJuma:
Auf PlacesofJuma schreiben Martina und Jürgen über ihre Reisen rund um den Globus. Die beiden lieben Fotografie und sind daher stets auf der Suche nach den schönsten Plätzen und Orten.

Weiterlesen über San Gimignano auf PlacesofJuma


Wandern bei Florenz rund um den Monte Morello

Florenz, die Hauptstadt der italienischen Renaissance, ist vor allem als Reiseziel für Kulturliebhaber bekannt und selbst bei den Florentinern gilt die Stadt nicht als eine, die für Wanderer gut gelegen sei. Was für ein Irrtum!
Florenz liegt direkt an den letzten Ausläufern des Apennin. Während Florenz selbst in der Ebene, auf gerade einmal 60m über dem Meerespiegel liegt, steigen die Erhebungen östlich der Stadt schnell auf mehrere hundert Meter an. Man kann eigentlich direkt von der Haustür starten und in die Hügel hineinwandern – oder man nimmt einen Bus oder den Zug. Denn Florenz ist als Hauptstadt der Toskana sehr gut öffentlich angebunden.

teilweise führt der Weg durch idyllische Olivenhaine, wie hier unweit von Serpiolle

Nördlich von Florenz wachsen das florentiner Stadtviertel Castello und der kleine Industrieort Sesto Fiorentino geradezu ineinander. Östlich von diesem gewerbelastigen Bereich, in dem sich auch der Flughafen befindet, liegt ein kleines Wanderparadies mit zahlreichen gut beschilderten Wanderwegen: Das Wandergebiet rund um den Monte Morello.

Der Monte Morello ist ein Berg, dessen höchster Gipfel (der Poggio all’Aia) 934m hoch ist. Dabei befindet er sich nur knapp 9km vom Vorstadt-Bahnhof Firenze-Castello entfernt, der auf 54m liegt. Wer hier wandern geht, muss also mit einem rechnen: Es geht mitunter steil aufwärts.

Dafür erwarten den Wanderer herrliche Ausblicke über Florenz und das Florentiner Becken, waldige Hügel, lauschige Olivenhaine, etruskische Gräber und mittelalterliche Kirchenruinen – und das vor allem auf Wanderwegen, die man fast für sich alleine hat. Denn bei den Florentinern hält sich ja noch hartnäckig die Idee, dass Florenz von den Bergen zu weit entfernt wäre, um ein guter Ausgangspunkt zum Wandern zu sein.

Dieser Wandertipp stammt von mir selbst, Ilona von wandernd:
Mein Reiseherz gehört schon lange Italien und gewandert bin ich schon immer gerne, v.a. in meinen Wiener und Münchner Jahren. Seit ich diesen Sommer nach Florenz umgezogen bin, erkunde ich das nähere und weitere Umland der toskanischen Hauptstadt gerne per pedes.

Weiterlesen über Sehenswürdigkeiten und Aktivitäten in und um Florenz


Wandergebiet Monti e Colline Pratesi und die Berge der Calvana

Nur wenige Kilometer nördlich vom eben vorgestellten Wandergebiet liegt ein weiteres Paradies zum Wandern in Italien, das entdeckt werden möchte: Die Monti e Colline Pratesi (Berge und Hügel von Prato) und die daran östlich anschließende Bergkette der Calvana.

Auch Prato liegt in der Ebene, im Tal des Bisenzio, auf gerade einmal 70m, der höchste Gipfel der Colline und Monti Pratesi ist der Monte Maggiore mit 916m. Im Wandergebiet bei Prato hat man viele Möglichkeiten, um nicht ganz so hoch hinaus zu müssen. Ich selbst wanderte von Prato aus vorbei an beeindruckenden etruskischen Gräbern zur Casa Bastone, einer leider nicht bewirtschafteten Berghütte auf etwas über 400m. Von hier genießt man einen herrlichen Ausblick ins Tal.

Von hier aus folgte ich dem Weg nach Südosten, passierte verfallene Siedlungen und die Kirchenruine von San Biagio, bis ich schließlich im B&B Casa Matta für eine Nacht einkehrte. Das Gasthaus liegt mitten im Nirgendwo und bietet einen unglaublichen Blick über die waldigen Hügel von Prato.
Wer möchte, könnte allerdings von der Casa Bastone aus weiter in die Berge vordringen, etwa über La Retaia (772m) und Monte Cantagrilli (818m). Oder man nimmt den Zug oder Bus ab Prato Richtung Vaiano und startet seine Tour von dort, um die Calvana zu erwandern.


Mein Weg führte mich am nächsten Tag durch die Wälder zurück ins Tal, bis nach Calenzano. Die Tour wäre durchaus an einem Tag machbar, die Wege sind allerdings mitunter durchaus anspruchsvoll: Stellenweise geht es steil aufwärts und der Weg ist steinig und voll losem Geröll. Trittsicherheit sollte man also mitbringen. Schwindelfreiheit war für meine Tour nicht notwendig.

Dieser Wandertipp stammt von mir selbst, Ilona von wandernd:
Mein Reiseherz gehört schon lange Italien und gewandert bin ich schon immer gerne, v.a. in meinen Wiener und Münchner Jahren. Seit ich diesen Sommer nach Florenz umgezogen bin, erkunde ich das nähere und weitere Umland der toskanischen Hauptstadt gerne per pedes.

Weiterlesen über weitere Ausflüge ab Florenz mit Bus und Bahn.


Drei Tage zu Fuß durchs Chianti auf der Via Romea del Chianti

Die Via Romea del Chianti ist ein Wanderweg, der in vier Etappen von Florenz nach Siena führt. Wir selbst wanderten in drei Tagen von San Casciano in Val di Pesa, kurz vor Florenz, bis nach Siena.

Auf diesen drei Tagen hatten wir die Gelegenheit, das Chianti in all seiner landschaftlichen Vielfalt zu erleben: Olivenhaine und Weinberge natürlich sowieso, aber auch die rauheren, waldigeren Pfade und die Schafsweiden und Weizenfelder kurz vor Siena. Dazu kommt man durch einige wunderschöne, typisch toskanische Dörfer, die zum Teil zu den schönsten Borghi Italiens zählen.
Eine absolut empfehlenswerte Wandertour, bei der natürlich auch der Genuss nicht zu kurz kommt. Neben dem Wein, den es hier zu Genüge gibt, gibt es auch großartige toskanische Küche zu verkosten.

Dieser Wandertipp stammt von mir selbst, Ilona von wandernd:
Mein Reiseherz gehört schon lange Italien und gewandert bin ich schon immer gerne, v.a. in meinen Wiener und Münchner Jahren. Seit ich diesen Sommer nach Florenz umgezogen bin, erkunde ich das nähere und weitere Umland der toskanischen Hauptstadt gerne per pedes.

Weiterlesen über meine Wanderung auf der Via Romea del Chianti.


Durch die Weinberge des Chianti: Rund um Montefioralle durch die Weinberge

Wer an die Toskana denkt, denkt unweigerlich an das Chianti-Gebiet. Nicht nur aufgrund des Weines, sondern auch aufgrund der schönen Landschaft. Im Chianti-Gebiet gibt es keine Bahnhöfe, aber von Florenz und Siena aus kann man auch ohne Auto leicht zu einer Wandertour durch die Weinberge starten. Es empfiehlt sich auch wirklich, das Auto stehen zu lassen, denn wer möchte im Chianti nicht wenigstens den gleichnamigen Wein probieren?

Meine Wanderung startete in Greve in Chianti, wohin ich von Florenz aus in einer knappen Stunde mit dem Bus gefahren war. Der Plan war, eine Rundwanderung nach Montefioralle und zurück zu machen: Das kleine mittelalterliche Dorf hat gerade einmal 60 Einwohner und liegt herrlich inmitten der Weinberge.

Die Route zwischen Greve und Montefioralle ist beliebig verlängerbar. Die kürzeste Variante wäre gerade einmal 3,3km lang. Ich wanderte weiter und an die meisten Abzweigungen hatte ich die Option, die Tour zu verlängern, wenn ich wollte. Meine letztendliche Tour, die mich über San Cresci und durch die Weinberge südlich von Montefioralle führte, war etwa 10km lang. Unterwegs boten sich mir vielfältige Ausblicke auf das kleine befestigte Dorf, das so trutzig und pittoresk auf einem Hügel thront.

Chianti mit Ausblick

Die kleinen Gassen von Montefioralle sind schnell durchschritten, denn der Ort hat eigentlich nur eine Straße, die sich kreisförmig durch das Dorf windet. Wer möchte, kann hier einkehren – oder damit bis in Greve warten, wo es auch zahlreiche Möglichkeiten gibt, die regionalen Köstlichkeiten zu probieren. Und wem der Sinn nach einer Weinverkostung steht, der sollte die Enoteca Falorni in Greve besuchen, bei der man über 100 verschiedene Sorten italienschen Weins probieren kann. Nur gut, wenn man dann das Auto stehengelassen hat und mit dem Bus angereist ist.

Dieser Wandertipp stammt von mir selbst, Ilona von wandernd:
Mein Reiseherz gehört schon lange Italien und gewandert bin ich schon immer gerne, v.a. in meinen Wiener und Münchner Jahren. Seit ich diesen Sommer nach Florenz umgezogen bin, erkunde ich das nähere und weitere Umland der toskanischen Hauptstadt gerne per pedes.

Weiterlesen über meine Wanderung rund um Montefioralle

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Wandern in der Vena del Gesso in der Emilia-Romagna

Vena del Gesso heißt übersetzt soviel wie: Gipsader. Das klingt völlig unspektakulär, aber die Beschaffenheit dieses sehr weichen Gesteins sorgt dafür, dass dieser Regionalpark mit ganz besonderen Felsformationen aufwarten kann. Schon von Weitem sieht man, wie zerklüftet die Berge aussehen. Und wenn man dann zu Boden schaut, glitzert es überall, als sei der Boden mit Glasscherben übersäht, die in der Sonne funkeln. Denn diese spezielle Art des Gips, den man hier findet, diente schon bei den alten Römern als Fensterglas!

Blick in die Vena del Gesso

Der Einstieg in die Vena del Gesso geht, wenn man mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen möchte, am besten über Brisighella. Nach einer Besichtigung des wunderschönen mittelalterlichen Borgos geht es steil aufwärts und von dort kann man seine Wanderung in die Vena del Gesso starten.

Man kann natürlich nur eine kleine Rundwanderung machen, die wieder in Brisighella enden soll. Man hat die Wege hier mit Informationstafeln versehen, die viel Wissenswertes über die Geologie der Gegend und über die Geschichte von Abbau und Verwendung des Gipses zu erzählen wissen.

Der Kammweg, den ich wanderte. Vom Santuario del Monticino bis zum Uhrturm in Brisighella

Wer möchte, kann aber auch mehrere Tage durch die Vena del Gesso wandern. Der Wanderweg ist in vier Etappen aufgeteilt und führt von Imola durch den Parco della Vena del Gesso Romagnola über Brisighella nach Faenza. Anschluss an das Zugnetz hat man dabei in Imola, Brisighella und Faenza. Auch die Alta Via dei Parchi, ein italienischer Fernwanderweg, führt unter anderem auch durch die Vena del Gesso.
Ich selbst habe bei meinem Besuch in Brisighella nur eine kleine Wanderung oberhalb des Dorfes unternommen, aber seither steht die Via del Gesso auf meiner Wunschliste und ich hoffe, dass ich bald dazu kommen werde, sie zu wandern.

Dieser Wandertipp stammt von mir selbst, Ilona von wandernd:
Mein Reiseherz gehört schon lange Italien und gewandert bin ich schon immer gerne, v.a. in meinen Wiener und Münchner Jahren. Seit ich diesen Sommer nach Florenz umgezogen bin, erkunde ich das nähere und weitere Umland der toskanischen Hauptstadt gerne per pedes.

Weiterlesen über die Wandermöglichkeiten und Sehenswürdigkeiten in Brisighella


Unterwegs in den Vie Cave der Südtoskana

Die Toskana gehört ohne Zweifel zu den schönsten Urlaubsregionen in Italien. Dich erwarten Landschaften wie aus dem Bilderbuch und alte Städte inmitten sanfter Hügel. Aber wusstest du, dass man in der Toskana auch gut wandern kann? Eine der besten Wanderregionen findest du im Süden der Toskana rund um die verträumten Örtchen Pitigliano, Sovana und Sorano. In der Gegend gibt es  die sogenannten „Vie Cave“. Das sind bis zu über 20 Meter tiefe, in den Tuffstein geschlagene Durchgänge.

Eine Wanderin in der Via Cava di San Giuseppe bei Pitigliano

Die Via Cava di San Giuseppe gehört zu den bekanntesten Vie Cave in der Region

Man nimmt an, die Vie Cave entstanden zur Zeit der Etrusker. Es gibt aber auch Stimmen, die die Vie Cave noch vor die Zeit der Etrusker einordnen. Wozu die „Wege der Höhlen“ einst dienten, ist bis heute nicht geklärt. Fest steht aber, dass die Vie Cave heute ein beliebtes Wanderziel in der Toskana sind. Die künstlichen Hohlwege muten abenteuerlich an und sind gut an einem Tag zu schaffen.

Zu den schönsten Vie Cave gehören die nur rund 300 Meter lange Via cava dell’Annunziata, die Via Cava di San Giuseppe (800 Meter) und die Via Cava di Fratenuti (1,4 Kilometer) am Fuße von Pitigliano. Beim Städtchen Sovana solltest du unbedingt die Via cava di San Sebastiano e necropoli durchwandern. Rund um Sorano lohnt ein Abstecher in die Via Cava di San Rocco. Die Touren sind allesamt nicht lang. So kannst du an einem Tag leicht drei oder mehr Vie Cave durchwandern.

Dieser Wandertipp stammt von Biggi und Flo von Phototravellers:
Biggi und Flo schreiben auf ihrem Reiseblog Phototravellers.de über unvergessliche Abenteuer und
geben nützliche Fototipps.

Weiterlesen über ihre Reise durch die Toskana.

Anmerkung:

Nachdem mir Biggi und Flo Geschmack auf diese Wanderung gemacht haben, habe ich sie im Mai 2024 selbst ausprobiert. Hier findet ihr den Bericht über meine Wanderung in den Vie Cave bei Pitigliano.


Wandern in den Marken: Nationalpark Monti Sibillini und Regionalpark Gola della Rossa e di Frasassi

Die italienische Region Marken scheint für die meisten noch ein weißer Fleck auf der Landkarte zu sein. Tiefe Wälder, sanfte Hügel und Berggipfel mit bis zu 2500m laden hier zu wunderschönen Wanderungen ein.

Ein Highlight der Region ist der wilde Monti Sibillini Nationalpark im Süden der Marken. Der 70 000 Hektar große Park beherbergt über 20 Gipfel, die 2000 Höhenmeter übersteigen. Da die Baumgrenze bei ca. 1750m liegt, hat man von den Grasgipfeln traumhafte Weitsichten bis zur Adria. Die beliebteste Wanderung geht auf den Monte Vettore, den höchsten Gipfel des Nationalparks und der gesamten Region Marken. Der 5km lange Aufstieg ist technisch nicht schwierig, es geht auf teils breiten Schotterpisten stetig 900 Höhenmeter hoch. Die 360 Grad Aussichten sind die Anstrengung definitiv wert. Für einen Besuch des Wanderparadieses ist es wichtig zu wissen, dass die Südwesteseite des Parks durch schwere Erdbeben 2016/2017 betroffen war und der Aufbau, teils ganzer Dörfer, längst nicht abgeschlossen ist.

Auf dem Gipfel des Monte Vettore, dem höchsten Berg des Sibillini Nationalparks

Ein weiteres Wanderhighlight der Marken befindet sich weiter nördlich, im Parco Naturale regionale della Gola della Rossa e di Frasassi. Dort laden die einmaligen Frasassi-Höhlen, eines der größten Höhlensysteme Europas, zur Entdeckung ein. Riesige Hallen unter der Erde, bizarre Felsformationen, unterirdische Seen und eine Vielzahl faszinierender Stalagmiten und Stalaktiten können Besucher auf 1,5km, der bisher erkundeten 30km langen Höhlengänge, erkunden.

In der Schlucht des Flusses Sentino, der teils „Schuld“ an den wunderschönen Tropfsteinhöhlen ist, befinden sich viele weitere, kostenfrei zugängliche kleinere Höhlen sowie der Tempel von Valadier, der in eine solche reingebaut wurde.

Dieser Wandertipp stammt von Linda von Hiking the Alps und Insieme Piemonte:
Linda ist passionierte Wanderin und schreibt darüber in ihrem Wanderblog hikingthealps.com. Seit sie viel Zeit im Piemont verbringt, ist der Blog insieme-piemonte.com hinzugekommen, in dem sie über die vielen schönen Orte und Täler der Regionen berichtet.

Weiterlesen über den Monti Sibillini Nationalpark


In einer der tiefsten Schluchten Europas: Wandern zur Gola Gorropu auf Sardinien

Die Gola Gorropu ist der ganze Stolz der Sarden. Mitten im Karstgebirge des Supramonte im Osten der Insel befindet sich der riesige Canyon.
Um ihn zu erreichen, fährst du die außerordentlich szenische Straße SS 125 entlang. Sie schlängelt sich von einem Ausläufer des Supramonte bis in das Tal vor der Schlucht hinab.

Auf der Abfahrt kommst du an zahlreichen kleinen Aussichtspunkten vorbei, an denen du die Aussicht genießen kannst. Tiefer im Tal befindet sich ein abgelegener Parkplatz mit einer kleinen Raststätte, an der du dich noch einmal stärken kannst. Von hier aus gelangst du über eine kleine Brücke direkt zum Startpunkt des Wanderweges. Der erste Teil der Wanderung führt dich an dem Riu Flumineddu entlang, an dessen Flussbett du dich immer wieder kurz ausruhen und die Füße ins Wasser halten kannst. Absolut traumhaft an heißen Tagen.

Am Eingang der Schlucht triffst du einige Parkwächter. Im Austausch gegen 5€ Eintritt erzählen sie dir, wie die Schlucht entstanden ist und was sie so besonders macht. Zuhören lohnt sich auf jeden Fall.
Die Schlucht ist in drei Abschnitte unterteilt, die jeweils schwerer werden. Der Schwierigkeitsgrad reicht von ‘über kleine Steine springen und durch Felsspalten klettern’ bis hin zu ‘ohne volle Kletterausrüstung samt Helm geht’s hier nicht weiter’. Hier ist für jeden etwas dabei. Im ersten Abschnitt sind auch Familien mit Kindern unterwegs.

in der riesigen Schlucht sehen die Wanderer aus wie Ameisen

In der Schlucht läufst du auf dem Flussbett des Riu Flumineddu, der ab hier nur noch unterirdisch verläuft. Die Steilwände ragen auf beiden Seiten bis zu 500 Meter in die Höhe. Die Wände sind gesäumt mit kleinen Höhlen, in manche davon kannst du sogar reingehen. Es macht super viel Spaß, sich seinen Weg über die Felsen tiefer hinein in die Schlucht zu bahnen. Es kann zwischendurch auch passieren, dass du dich vor einem unüberwindbaren Hindernis wiederfindest, aber hier gilt natürlich die altbekannte Regel: der Weg ist das Ziel.

Pass nur auf, dass du dich nicht so doof anstellst wie ich und dich am Ende auf einem riesigen Felsen stehst, von dem du nicht mehr herunterkommst. Meine Erfahrungen und eine ausführliche Wegbeschreibung findest du hier.

Dieser Wandertipp stammt von Patrick von A World To Uncover. Wenn du dich für schöne Wanderwege, die besten Tauchspots, Fotolocations und Rezepte aus aller Welt interessierst, schaue gerne auf seinem Blog vorbei.

Weiterlesen über die Wanderung in der Gola Gorropu


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Wandern in Italien: Touren in Süditalien

Süditalien bzw. Unteritalien (auf italienisch auch Mezzogiorno genannt) umfasst die Regionen, die bis zur italienischen Einigung zum Königreich Sizilien gehörten: Abruzzen, Molise, Kampanien, Basilikata, Apulien, Kalabrien und Sizilien. 
Mitunter wird aus geographischen und wirtschaftlichen Gründen auch die Insel Sardinien dazu gezählt, obwohl sie historisch-kulturell nicht wirklich zu Süditalien zählt.

Wanderparadies Abruzzen: Naturreservat Gole di San Venanzio

Die Abruzzen sind das reinste Wanderparadies! Auf der Suche nach reizvollen Wandergebieten hat man hier die Qual der Wahl. Die drei Nationalparks der Region bieten neben einem dichten Wandernetz eine immense landschaftliche Vielfalt. Der Gran Sasso Nationalpark beispielsweise lockt mit den höchsten Gipfeln des Apennin sowie spektakulären Bergpanoramen. Im Majella Nationalpark wiederum erwarten euch Jahrhunderte alte Buchenwälder, mystische Schluchten und verborgene Einsiedeleien. Zudem runden eine Vielzahl lokaler Naturschutzgebiete das Wanderangebot der Region ab.

So zum Beispiel auch die “Riserva Naturale Gole di San Venanzio“; ein Naturreservat, das mir ganz besonders am Herzen liegt. Da es direkt vor unserer Haustür liegt, nennen wir es auch liebevoll unseren “wilden Vorgarten”. Eine handvoll Wanderwege führen durch unsere dorfeigene Riserva rund um die namensgebende Schlucht des Heiligen Venanzio.

Einer meiner liebsten Pfade führt entlang eines antiken Aquädukts zu einer in den Fels geschlagenen Aussichtsplattform. Von dort hat man eine wunderbare Sicht auf die Schlucht von San Venanzio, die gleichnamige Einsiedelei und den Fluss Aterno. Das Aquädukt wurde vor zweitausend Jahren ausgehoben, um die Bewässerung der Felder in der Ebene von Raiano zu ermöglichen. Auf etwa fünf Kilometern Länge schlängelt es sich durch den Felsen. Den Weg säumen 136 kleine Brunnen, Uccole genannt, die auch heute noch zugänglich sind. (Aus Sicherheitsgründen nur mit einer offiziellen Führung gestattet!)

Anschließend kann man an einen anderen Wanderweg anknüpfen, der hinab in die Schlucht und zum Fluss führt. Dort thront eingezwängt zwischen den beiden felsigen Ufern des Flusses, die Einsiedelei von San Venanzio, das Symbol des Reservats. Diese enge Verflechtung aus Natur, Geschichte, Spiritualität und Legende fasziniert mich hier immer wieder aufs Neue. Verborgene Schätze wie unsere kleine Riserva in Raiano sind mehr als nur ein Heimvorteil, sondern einer der Gründe, warum mich Italien, insbesondere die Abruzzen und seine Dörfer so in ihren Bann gezogen haben und ich nicht müde werde, sie zu erkunden.

Dieser Wandertipp stammt von Jule von Expedition Abruzzen:
Jule kommt ursprünglich aus Berlin und betreibt gemeinsam mit ihrem Mann Ivan (einem Abruzzesen) den Blog Expedition Abruzzen. Dort stellen sie ein ländliches, wildes und recht unbekanntes Italien abseits von den bekannten Touristenmagneten vor, das seit 2018 auch ihre gemeinsame Heimat ist.

Weiterlesen über den Majella Nationalpark, ein weiteres Wanderparadies in den Abruzzen.


Auf dem Pfad der Götter an der Amalfiküste (Sentiero degli Dei)

Die Amalfiküste ist weltberühmt für die kleinen Dörfer, die sich an die Berghänge schmiegen. Jeder fährt mindestens einmal mit einem Boot die Küste entlang, um die märchenhafte Kulisse zu bewundern. Aber es gibt noch eine zweite Aussicht, die du auf keinen Fall verpassen darfst. Den Blick auf die Amalfiküste von oben. Vom Pfad der Götter aus.

Tina auf dem Pfad der Götter (Sentiero degli Dei) an der Amalfiküste

Um zum Start der Wanderung in Bomerano zu kommen, nutzt du am besten einen der blauen SITA-Buse. Denn der Endpunkt des Pfades der Götter liegt acht Kilometer weiter die Küste entlang. Die Busse fahren meist am Hafen der verschiedenen Orte ab. Und schon bei der Anfahrt nach Bomerano konnten wir unglaubliche Blicke auf die Amalfiküste werfen.
Die nächsten drei Stunden wanderten wir dann den relativ einfachen Pfad der Götter. Quer durch eine wundervolle Landschaft und begleitet von atemberaubenden Aussichten auf die Steilküste. Bis nach Nocelle. Besonders schön war natürlich der Blick gegen Ende der Wanderung. Auf das malerisch gelegene Dorf Positano!

Ab Nocelle wurde es dann allerdings anstrengend. Wir mussten nämlich 1500 Treppenstufen nach unten. Über eine halbe Stunde brauchten wir für diesen Teil. Aber auch wenn der Schluss mühselig war, zählt die Wanderung am Pfad der Götter zu den schönsten von ganz Italien.
Am Ende der Treppe kannst du wieder in einen SITA-Bus einsteigen und zurück zum Startpunkt fahren. Oder du machst es wie wir und gehst noch ein paar Stufen weiter nach unten. Bis zum Strand von Positano. Von dort kannst du deinen Rückweg auch mit dem Boot zurücklegen.

Dieser Wandertipp stammt von Tina und Manfred:
Tina und Manfred schreiben auf Urlaubsreise.Blog über ihre Reisen quer durch die Welt. Auch in Italien haben die beiden schon zahlreiche schöne Orte besucht.

Weiterlesen: Tipps für die Amalfiküste auf Urlaubsreise.blog


Wandergebiet Cilento Nationalpark

Der “Parco nazionale del Cilento e Vallo di Diano” – rund 150 km südlich von Neapel in der Region Kampanien gelegen – ist nicht nur Unesco Welterbe, sondern hat sich auch zu einem Geheimtipp für Wanderfreunde gemausert. Nicht zuletzt, weil die Landschaften des Cilento Berge und Meer auf einzigartige Weise miteinander vereinen. Die Küste ist noch weitgehend unverbaut, das Hinterland kaum besiedelt. Dich erwarten eine atemberaubende Natur mit zerklüfteten Steilküsten, abgeschiedene Buchten und die betörend duftende Macchia, die so typisch für den Mittelmeerraum ist.

An der Küste des Cilento bei Scario

Während unseres Italienurlaubs unternehmen wir eine kurze, aber recht anstrengende Wanderung auf den steinigen Pfaden der Costa Massetta. Startpunkt ist das schmucke Städtchen Scario, das zu San Giovanni a Piro gehört. Das Wetter ist eher mittelprächtig, wir starten unsere Wanderung im Nieselregen. Doch später bricht ab und an die Sonne durch die Wolken und lässt ihre Strahlen über die rauen Felsformationen der Küste und über Scario tanzen. Unter uns liegt der Golf von Policastro. Das Meer schimmert smaragdgrün, umrahmt vom üppigen Grün, das die steilen Klippen überzieht. Stetig geht es bergauf, immer wieder bieten sich grandiose Ausblicke auf die Costa Masseta. Schließlich erreichen wir den Torre Spinosa, dessen Mauern trutzig in den Himmel aufragen. Nach einer kurzen Rast folgen wir dem teilweise recht steilen Pfad weiter aufwärts bis zum Aussichtspunkt Pianoro Ciolandrea – ein echtes Highlight dieser Wanderung!

Torre Spinosa

Dieser Wandertipp stammt von Marion von Escape from Reality: 
Mit ihrem Reiseblog Escape from Reality möchte Marion ihre Leser inspirieren, aus dem Alltag auszubrechen: Von Reisen in ferne Länder bis zu kleinen Auszeiten, Ausflügen und Wanderungen vor der Haustür.

Weiterlesen über ihren Urlaub im Cilento.


Wandern im Foresta Umbra im Nationalpark Gargano

Der Gargano liegt im Norden Apuliens. Wenn du auf die Karte schaust, findest du ihn dort, wo der „Stiefel“ seinen Sporn hat. Der größte Teil des Gargano ist Nationalpark, vor allem wegen seiner alten Pinienwälder. Im Herzen des Gargano befindet sich das Naturschutzgebiet der Foresta Umbra (auf Deutsch: schattiger oder dunkler Wald).
Im Besucherzentrum gibt es eine Karte mit einer Übersicht der Wanderwege durch die Foresta Umbra. Die Karte kannst du dir auch von der Homepage des Museums herunterladen.

Wir haben uns bei Komoot eine Route ausgesucht. Es geht zunächst auf breiten und bequemen Wegen durch den schattigen Wald. Hier in der Foresta Umbra wachsen vor allem Buchen. Unser Weg führt uns zum Laghetto Umbra, einem kleinen Weiher. Das Wasser schimmert tiefgrün und von einem kleinen Steg aus können wir die Fische unter der Oberfläche hin- und herflitzen sehen.

Weiter wandern wir durch den tiefgrünen Wald. An einigen Stellen stehen Picknicktische und Bänke. Auch Informationstafeln über die Flora und Fauna sind gelegentlich zu finden. An einer Wegkreuzung biegen wir links ab und gelangen zur Caserma Murgia. Ein verlassenes, aber stattliches Gebäude, das wohl in besseren Zeiten als Forsthaus gedient hat. Auf der Mauer der Terrasse machen wir es uns gemütlich und nehmen unseren Snack ein. Nach der Pause verlassen wir die breiten Wege. Nun geht es auf schmalen Pfaden durch den Wald.

Ab und zu müssen wir schon genau hinsehen, um den Pfad im dichten Laub auf dem Boden zu erkennen. Immer wieder liegen größere Äste oder umgestürzte Bäume über den Weg und machen die Wanderung zu einer sportlichen Herausforderung. Es ist auf jeden Fall sehr abwechslungsreich und macht uns viel Spaß. Bei der Trattoria, die leider geschlossen hat, erreichen wir wieder die kleine Straße, wo wir geparkt haben.

Dieser Wandertipp stammt von Gina und Marcus von 2 on the go:
Auf ihrem Blog 2 on the go berichten sie über individuelle Reisen und richten sich damit besonders an Menschen im mittleren Lebensalter. Neben dem Bericht über ihre Weltreise gibt es Artikel zu Fernreisen, Kurzreisen, Wandern, Vanlife und viele Tipps rund ums Thema Reisen.
Die Wanderung haben sie auf ihrer Wohnmobilreise durch den Süden Italiens unternommen.

Wandern um Matera im Parco della Murgia Materana

Matera ist eine kleine Stadt in der Region Basilicata im Süden von Italien. Materas Wahrzeichen sind die Sassi di Matera. Das ist ein komplexes Netz aus Höhlenbauwerken, das bis in die Steinzeit zurückreicht. Bis 1952 haben tausende Einwohner von Matera noch in den Sassi gewohnt, bis sie wegen der schlechten Lebensbedingungen geräumt wurden.

Die Sassi sind heute das Wahrzeichen der Stadt, aber es gibt auch mehr als 150 Felsenkirchen im Naturpark Parco della Murgia Materana, der durch eine Schlucht von den Sassi di Matera getrennt ist.

Der Nationalpark ist durch die Hängebrücke Ponte Tibetano della Gravina mit Matera verbunden. Wer nicht gleich den ganzen Nationalpark erkunden möchte, kann zum Aussichtspunkt Belvedere Murgia Timone spazieren. Der Blick reicht von dort aus auf das ganze Plateau, mit den Sassi di Matera auf der anderen Seite der Schlucht.

Plane für die kleine Wanderung eine Stunde in jede Richtung ein, also insgesamt zwei Stunden reiner Gehzeit. Die Strecke ist 4 km lange, mit 700 Höhenmetern durch die Schlucht. Eine Gelegenheit für Pausen sind die vielen Höhlen, die es entlang der Route gibt.

Dieser Wandertipp stammt von Daria und Thomas von Konpasu.de:
Daria und Thomas zeigen dir auf Konpasu.de, wie du mit wenig Zeit viel von der Welt siehst.
Weiterlesen über Matera auf Konpasu.de

Wandern am Monte Pellegrino bei Palermo

Ein Berg, der seinen Namen verdient, ist der Monte Pellegrino – übersetzt: der Pilgerberg. Er liegt zwischen Palermo und Mondello und ist somit direkt von der Stadt aus begehbar. Der Monte Pellegrino misst zwar nur 609 Meter, da er aber direkt am Meer liegt, mutet er höher an, weil er grandiose Aussichten auf Palermo, die Küste und die bezaubernde Bucht von Mondello bietet.

 

Will man den Berg überschreiten, startet man am besten beim Kreisverkehr zwischen Via Isaac Rabin und Via Martin Luther King an der Scala vecchia. Dort geht es serpentinenartig und durchaus steil den Wanderweg Nr. 104 hoch. Einige Male kreuzt man dabei auch die Straße, die hinaufführt. Man gelangt über den Weg direkt zum Santuario Santa Rosalia: Eine Grottenkirche, welche auch Goethe schon besucht hat.
Anschließend kann man die kleine Straße rechterhand bis zur Belvedere Monte Pellegrino hinauf wandern, die mitten ins Naturschutzgebiet führt und einen traumhaften Ausblick aufs Meer, auf Stadtteile von Palermo und das Riserva Naturale di Capo Gallo hat. Hat man sich sattgesehen, dreht man wieder um und nimmt beim Santuario dann die Via Monte Ercta hinab nach Mondello. Hier geht man zwar auf der Straße, der Verkehr ist hier aber nicht stark und der Ausblick in die Bucht hinunter ist einfach fabelhaft. Dort darf man sich dann am Strand in der Bar Scimone mit den besten Cannoli der Gegend belohnen und die Füße in den Sand stecken!

Wer sich den Fußweg hoch sparen will, kann auch in den Bus 812 steigen, der bis zum Santuario rauffährt und von dort dann den Monte Pellegrino erkunden. Zu sehen gibt’s nämlich nicht nur die Grottenkirche, in der die Stadtheilige Rosalia gefunden worden sein soll, sondern auch Naturspielplätze wie ein Labyrinth oder diverse Grotten. In den Grotten von Addaura etwa zeugen prähistorische Zeichnungen davon, dass dieses Gebiet schon in der Steinzeit bewohnt war.

Dieser Wandertipp stammt von Barbara von Reisepsycho:
Auf ihrem Blog „Reisepsycho“ schreibt Barbara über Tipps und Erfahrungen ihrer Reisen. Man merkt, dass es ihr Europa besonders angetan hat – allen voran Italien und Portugal. Sie liebt gutes Essen, Abenteuer, das Meer und als Österreicherin natürlich ihre Berge.

Weiterlesen über Barbaras Reise durch Sizilien auf Goethes Spuren


Zu Fuß unterwegs rund um den Ätna

Wer Urlaub in Sizilien plant, denkt meist eher an Strand und Sehenswürdigkeiten, aber nicht zuerst ans Wandern. Meines Erachtens versäumt ihr aber einiges, wenn ihr auf Sizilien nicht Wandern geht. Gerade im Nordosten ist die Natur der vulkanischen Mittelmeerinsel so vielfältig, dass ihr sie nur bei ausgiebigen Wanderungen wirklich kennenlernen könnt.

Allein die spektakulären Vulkanlandschaften rund um den Ätna sind mehrere Touren wert, weil sie völlig unterschiedlich sind. Auf der Südostseite wandern wir über sanfte Hügel und am Kraterrand entlang durch bunten Vulkansand. An der Nordflanke des Ätna geht es mal über schwarzen Sand durch weiße Birkenwälder, mal durch erstarrte Vulkanschlacke zu verschütteten Häusern und ersten zarten Pflänzchen.

Wandern auf Sizilien: südlich des Ätna

Deutlich grüner, aber fast alpin zeigt sich die Natur auf Sizilien im Naturpark des Peloritani-Gebirges. Nicht umsonst trägt die Rocca Novara den Beinamen Matterhorn Siziliens. Plant also einige Höhenmeter ein, wenn ihr dort wandert.

Das mediterrane Sizilien wiederum kann man bei einer Rundwanderung am Capo Milazzo in allen Facetten kennenlernen. Rückblickend hat mir diese Wandertour im äußersten Norden der Insel von unseren fünf Wanderungen auf Sizilien am besten gefallen. Sie ist etwa vier Kilometer lang und mit Strand, Steilküste, einer Ruine und mehreren Aussichtspunkten, Kakteen, Palmen und Pinienwald extrem abwechslungsreich. Nur Verpflegung solltet ihr einpacken. Denn Siziliens Nordkap bietet Natur pur.

Wandern in Italien Sizilien am Capo Milazzo

Wandern am Capo Milazzo auf Sizilien

Dieser Wandertipp stammt von Angela von Unterwegs mit Kind: Auf dem Reiseblog Unterwegs mit Kind gibt die Journalistin Angela Tipps für Wanderungen, Ausflüge und Reisen mit Kindern. Dabei legt sie Wert darauf, dass auch die Erwachsenen auf ihre Kosten kommen.

Weiterlesen über entspannte Wanderungen auf Sizilien mit Kindern

Weitwandern auf Sizilien

Tipps für Weitwanderwege auf Sizilien bekommst du von Ella von rundumsizilien.de im nächsten Abschnitt unter „Fernwanderwege in Italien


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Die schönsten Routen zum Weitwandern in Italien

Wandern in Italien ist nicht nur in Tagestouren möglich, denn das Land ist durchzogen von zahlreichen Fernwanderwegen, viele davon folgen alten Pilgerpfaden, häufig sind es auch gesamteuropäische Projekte. Natürlich ist es mir absolut unmöglich, hier alle Fernwanderwege Italiens darzustellen, sondern ich beschränke mich nur auf eine relativ willkürliche Auswahl.
Eine sehr gute Übersicht über die markierten Wanderwege Italiens (aber eigentlich ganz Europas!) bekommt ihr auf Waymarked Trails, auch ein Download des gpx-Tracks ist möglich.

Wandern in Italien ist für jeden möglich: Das Land bietet Wege jeglicher Länge und jeglichen Schwierigkeitsgrades. Ob Tagestouren oder Fernwanderwege – alles gibt es hier!

Fernwanderwege in Italien

Weitwandern auf Sizilien

In Sizilien haben es mir besonders die Weitwanderwege bzw. Mehrtagestouren angetan. So komme ich in Gegenden, die auf Tagestouren nicht erreichbar sind und kann gleich mehrere Landschaftsformen erkunden. Ich zähle bisher 10 Weitwanderwege in Sizilien, die ich nach und nach erkunden will.

Magna Via Francigena – Sonnenaufgang in Sutera

Der wohl bekannteste ist die Magna Via Francigena , welche in 9 Etappen auf 180km von Palermo nach Agrigento führt. Er durchquert die westliche Inselhälfte von Nord nach Süd. Abgesehen von der Länge und der der vielen Höhenmeter ist der Wanderweg technisch gesehen nicht schwer, da hauptsächlich auf Forststraßen und Feldwegen gewandert wird. Außerdem ist das Netzwerk gut ausgebaut und du kommst leicht an Informationen.

Wenn du dir mehr Abenteuer wünschst und fit bist, empfehle ich dir den eher unbekannten Cammino dell’Anima. Er führt in 6 Etappen auf 130km von Messina nach Tindari und durchquert dabei das wenig erschlossene Gebirge im Nordosten der Insel. Die Wege sind nicht immer sichtbar, teilweise sehr steil und mitten im Nirgendwo. Auf einzelnen Etappen siehst du den ganzen Tag keinen Menschen und für die kleinen Dörfer ist Tourismus ein Fremdwort.

Weitwandern in Italien: Cammino dell'Anima - Ausblick auf Novara di Sicilia

Cammino dell’Anima – Ausblick auf Novara di Sicilia

Dieser Wandertipp stammt von Ella von Rundum Sizilien:

Auf ihrem Blog Rundum Sizilien schreibt Ella über ihre Wanderungen und Reisen in Sizilien, sowie über die sizilianische Lebensart. Sie lebt seit 2020 auf der Insel, will Besucher zu einer Reise abseits der Massen inspirieren und die Organisation vereinfachen.

Weiterlesen: Rundum Sizilien Outdoor


Sentiero Italia

Der Sentiero Italia (SI) ist mit Abstand der längste Wanderweg in Italien. Über 6000 km führt er durch das ganze Land. Er beginnt in Triest im Nordosten, zieht sich durch den Alpenbogen und folgt schließlich dem Apennin bis ganz in den Süden des Stiefels. Zudem gibt es Routen durch Sardinien und Sizilien.
Der Sentiero Italia wird vom C.A.I. gepflegt, ist allerdings nicht durchgängig markiert, wer wandern in Italien möchte, kann sich allerdings auch einzelne Etappen auswählen.

Mehr Infos zum Sentiero Italia gibt es auf der offiziellen Webseite.


Alta Via dei Parchi

500km weit und in 27 Etappen unterteilt führt dieser italienische Wanderweg durch den Apennin in den Regionen Toskana, Emilia-Romagna und Marken. Dabei führt der Weg durch mehrere National- und Regionalparks, woher sich sein Name herleitet. Alta Via dei Parchi bedeutet soviel wie „hoher Weg der Parks“.

Die Alta Via dei Parchi führt auch durch die Vena del Gesso, die weiter oben vorgestellt wurde

Mehr Informationen auf der offiziellen Webseite.


Europäischer Fernwanderweg E1

Der Europäische Fernwanderweg E1 beginnt in Norwegen und endet im Süden Siziliens, die Alpen überquert er in der Schweiz. Wer ihn komplett gehen will, braucht also mehr als nur ein paar Tage Zeit, denn er ist etwa 8000 km lang. Aber natürlich kann auch der E1 nur in Auszügen gegangen werden und eignet sich deshalb auch zum Wandern in Italien. In weiten Teilen folgt er in Italien – ähnlich wie der Sentiero Italia – dem Apennin. Die beiden Fernwanderwege decken sich allerdings nur einzelnen Abschnitten.

Mehr Infos gibt es auf der offiziellen Webseite.
Den Verlauf sieht man auch auf Waymarked Trails.


G.E.A.: Grande Escursione Appenninica

Auf etwa 400 km Länge folgt dieser vom C.A.I. gepflegte Wanderweg dem Apennin. Er führt vom Passo dei Due Santi, direkt an der Grenze zwischen der Emilia-Romagna und der Toskana bis zum Passo di Bocca Trabaria, genau auf der Grenze zwischen Umbrien und den Marken. Er verläuft zum großen Teil an oder in der Nähe der Regionengrenze zwischen der Toskana und der Emilia-Romagna.

Mehr Informationen auf der offiziellen Webseite.

Pilgerwege in Italien

Via Francigena bis Rom und Via Francigena del Sud (mit Variante Micaelica)

Mit Abstand der bekannteste Pilgerweg Italiens: Die Via Francigena (der Frankenweg), die im Süden Englands beginnt, durch Frankreich und die Schweiz verläuft und schließlich entlang alter Pilgerwege bis nach Rom führt. Allerdings verläuft sie, nach allem, was man hört, nicht zwangsläufig immer auf den landschaftlich schönsten Routen, da sie eben einer alten Route folgt. Die Länge des kompletten Frankenwegs auf italienischem Boden beträgt über 2000 km.

Blick auf den Petersdom in Rom – das Ziel zahlreicher Pilgerwege durch Italien

In Rom endet die vielbegangene Via Francigena, doch die Route führt noch weiter nach Süden bis nach Santa Maria di Leuca, ganz im Süden Apuliens. Auf unserer Radtour durch Apulien sind wir dieser Route auf Teilstrecken begegnet und gefolgt. Vor vielen Jahren hatte ich tatsächlich geplant, diese Route zu gehen. Ich hatte, als ich arbeitslos war, eine Abmachung mit mir selbst getroffen: Sollte ich bis zu einem bestimmten Tag keine Arbeit finden, würde ich einmal durch Italien wandern. Aber das Schicksal hatte offenbar anderes mit mir vor und so fand ich wenige Tage vor Ablauf der Frist eine Stelle.
Wer möchte, kann auf der Südroute, der sogenannten Via Francigena del Sud, auch die „Variante Micaelica“ wählen, die bis zum Grottenheiligtum des Erzengels Michael auf dem Monte Gargano führt.

Die Grottenkirche auf dem Monte Sant‘ Angelo ist das Ziel der Variante Via Micaelica der Via Francigena del Sud


Franziskusweg

Auch der Franziskusweg führt nach Rom, beginnt diesmal allerdings entweder in Assisi (Umbrien) oder La Verna (Toskana). Es gibt auch eine Route von Florenz bis Assisi. Wie unschwer zu erraten ist, ist er nach dem Heiligen Franziskus von Assisi benannt.
Die Gesamtlänge beträgt etwa 618 km und führt durch Toskana, Umbrien und das Latium.

Mehr Infos dazu auf der offiziellen Webseite.


Via Romea Germanica

Piazza Grande in Arezzo, Toskana. Die Stadt liegt auch auf der Via Romea

Auf 2200 km führt die Via Romea (auch Via Romea Germanica) von Stade bei Hamburg nach Rom. Der historische Weg überquert die Alpen auf der Brenner-Route und passiert in Italien unter anderem Bozen, Padua, Ferrara, Ravenna, Arezzo, Orvieto und Viterbo. Laut offizieller Etappen-Einteilung liegen die Etappen ab Etappe 49 auf italienischem Boden.

Die Webseite über die europäische Gesamtstrecke der Via Romea Germanica ist noch im Aufbau. Bisher sind die Etappen 49 (ITA 1) bis 82 (ITA 34 – bis Castiglione del Lago) online. Den Gesamtverlauf findet man auch auf Waymarked Trails.


Il Cammino di Sant‘ Antonio

Auch der Cammino di Sant‘ Antonio (Weg des Heiligen Antonius) folgt den Spuren eines bekannten italienischen Heiligen: Antonius von Padua. Über mehr als 400 km führt er von Camposampiero über Padua und Bologna durch den Apennin bis nach La Verna, einem franziskanischen Heiligtum. Die Idee geht zurück auf eine Initiative der Minoritenbrüder aus dem Jahr 2010 und sollte Antoninische Kultorte miteinander verbinden. Konkret Camposampiero (wohin sich Antonius von Padua in seinen letzten Lebensjahren zurückgezogen hatte) mit Padua, der Einsiedelei von Montepaolo und La Verna (wohin sich wiederum St. Franziskus in seinen letzten Lebensjahren zurückgezogen hatte).

Mehr Informationen auf der offiziellen Webseite.

Venetien Rundreise: Blick auf die Antonius-Basilika in Padua

Blick auf die Antonius-Basilika in Padua – Etappenziel des Cammino di Sant‘ Antonio


Via del Volto Santo und Via Matildica del Volto Santo

Die Via del Volto Santo ist ein vergleichsweise kurzer Wanderweg, der auf 150 km von Pontremoli in der Toskana nach Lucca in der Toskana führt. Dabei führt der Weg auch durch die Apuanischen Alpen (die trotz des Namens geologisch nichts mit den Alpen zu tun haben). Zu dieser Gebirgskette gehören auch die großen Marmorvorkommen bei Carrara.
Ziel ist die Stadt Lucca in der Toskana mit dem Volto Santo, das im Dom verehrt wird. Eine Darstellung Christi am Kreuz aus Nussbaumholz.

Mehr Informationen auf der offiziellen Webseite.

Lucca in der Toskana: Endziel der hier vorgestellten Wanderwege ist das Volto Santo, das hier im Dom von Lucca verehrt wird

Eine Variante ist die Via Matildica del Volto Santo. Auf etwa 290 km folgt dieser Weg den Spuren der Matilde von Canossa (man kennt sie vom berühmten Gang nach Canossa) und führt von Mantua bis Lucca. Auf den letzten Etappen verläuft dieser Weg parallel zur Via del Volto Santo. Auch auf den ersten zwei Abschnitten folgt dieser Weg anderen Pilgerwegen.

Mehr Informationen auf der offiziellen Webseite.


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Ich hoffe, die Vielzahl und die Vielfalt der hier vorgestellten Touren und Gebiete für Wanderungen in Italien hat euch vor Augen geführt, welch Wanderparadies Italien eigentlich ist und dass es hier noch vieles zu entdecken gibt.

Ihr habt auch Tipps für Touren in Italien? Ich freue mich über eure Erfahrungsberichte und Hinweise in den Kommentaren!

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5 Gedanken zu “Wandern in Italien: 20+ Touren zwischen Südtirol und Sizilien [+Karte]

  1. Liebe Ilona,

    wow, da sind ja super Tipps zusammengekommen! es ist wirklich beeindruckend, dass Italien so viele schöne Wanderregionen zu bieten hat.
    Bei unserer nächsten Italienreise werden wir sicher das ein oder andere davon ausprobieren.

    Liebe Grüße
    Gina und Marcus

  2. Liebe Illona,

    ich dachte letztens hatte ich eine Seite mit Mega-Infos. Jetzt bin ich über Deinen Super Artikel gestolpert.

    Ich habe ihn mir gleich gespeichert, denn diesen werde ich sicherlich für die nächste Reise nach Italien nutzen und nochmals lesen 😉

    LG
    Frank

  3. Liebe Ilona,
    wow so ein umfassendes Thema und du hast es wirklich geschafft von allem etwas reinzupacken!
    Für Sizilien hab ich zwar nichts neues entdeckt, aber dafür für die vielen anderen schönen Regionen Italiens – danke!
    LG, ella

    • Liebe Ella,
      vielen lieben Dank für deinen netten Kommentar. Ich freue mich sehr, wenn Dir der Beitrag gefallen hat 🙂
      Ich hab mich auch sehr gefreut, wie viele sehr abwechslungsreiche Wanderideen zusammen kamen. Und natürlich: Wenn man eine Ecke schon gut kennt, dann braucht es viel, um zu überraschen.

      Jetzt geh ich mal deinen Blog anschauen. Ich würde nämlich gerne mal wieder nach Sizilien 🙂

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