Tipps für das Zugfahren in Italien. Reiseziele für Bahnreisende

Reisen mit dem Zug ist schon lange ein Schwerpunkt meines Blogs. Einer meiner guten Vorsätze für 2019 war nun, weniger zu fliegen. Fliegen ist schlecht für die Umwelt, das wissen wir alle und die Jugendlichen von #Fridays4Future machen uns da – aus gutem Grund – gleich noch einmal ein schlechtes Gewissen. Zug statt Flug lautet also die Devise! Und da auch Reisen nach Italien ein Schwerpunkt meines Blogs sind – was liegt näher als Reisen mit dem Zug nach Italien? Ebenso soll hier auf das Zugfahren in Italien näher eingegangen werden.

Andere Teile der Serie:

Reisen mit dem Zug in Mittel- und Osteuropa
Reisen mit dem Zug in West- und Nordeuropa
Reisen mit dem Zug in Südeuropa

Zugfahren nach Italien

„Allontanarsi dalla linea gialla“ – wer bei diesem Satz gleich Reiselust verspürt, war sicher schon einmal mit dem Zug in Italien unterwegs. Ihr kennt ihn nicht? Dann hier auf youtube anhören. 

Wer mit dem Zug nach Italien will, für den empfiehlt sich ein Zwischenstopp in München, denn München ist der Bahnhof in Deutschland, von dem aus die meisten Züge in recht kurzer Zeit in die verschiedensten Städte Italiens fahren.
Ich halte sonst wenig von der Behauptung, München sei „die nördlichste Stadt Italiens“, aber in diesem Fall stimmt es tatsächlich.

München liegt  an den ICE-Strecken von Hamburg, Köln oder Berlin kommend, zudem gibt es eine Railjetverbindung nach Wien.
Von Hamburg oder Berlin braucht man zwischen 4 und 5,5 Stunden. Von Wien dauert die Fahrt ungefähr 4,5 Stunden. Allerdings gibt es natürlich auch von Wien gute Verbindungen nach Italien.

Ich bin großer Fan des ÖBB Nightjets, der Nachtzüge der Österreichischen Bundesbahnen. In den letzten Jahren bin ich mehrfach damit nach Italien gereist und habe das auch in Zukunft vor. Am liebsten nehme ich ein Schlafabteil, da ich dort wirklich gut schlafen kann. Früher bin ich auch schon mal im Sitzwagen gefahren, aber aus dem Alter bin ich jetzt doch langsam raus.

Außerdem kommt ihr mit dem Sparpreis Europa der Bahn ab 39,90 € – nach Italien.

Für das Zugfahren in Italien selbst empfiehlt sich ein Blick auf trenitalia.it – die Seite der italienischen Bahn, die recht günstige Preise hat. Das kann sich mitunter auch empfehlen für Hin- oder Rückfahrten, wenn man diese „stückeln“ möchte. Bei meiner Rückfahrt von Rom habe ich das Ticket Rom-Bologna über Trenitalia gebucht, Bologna-München über die DB.

Ankunft mit dem Nachtzug in Bologna


Reiseziele für Bahnreisende in Italien

Mehr lesen über meine Venetien Rundreise mit dem Zug

Mit dem Zug nach Venedig

Nach Venedig fährt von München aus der Nachtzug nach Venedig. Er braucht ungefähr 9 Stunden und kommt früh um 8:24 Uhr in Venedig Santa Lucia an.
Der EC, der tagsüber mehrmals fährt, braucht nicht ganz 7 Stunden. Der Eurocity passiert bei dieser Fahrt u.a. Kufstein, Innsbruck, Brixen, Bozen, Trient, Verona, Vicenza und Padova – also eine ganze Reihe weiterer lohnenswerter Ziele.
Der Nightjet über Salzburg, Villach, Udine und Pordenone. Abgesehen von Salzburg und Villach passiert auch der Railjet von Wien diese Städte auf dem Weg nach Venedig. Er braucht etwa 7,5 Stunden.


Reisetipps für Venedig gibt es hier.

Thomas von Reisen und Essen berichtet von seiner Nachtzugfahrt nach Venedig.


Mit dem Zug nach Florenz

Auch nach Florenz führt ab München ein Nachtzug der ÖBB. Es ist der Nachtzug bis Roma-Termini, der um 6:15 Uhr in Florenz hält. In Villach wird der Zug mit dem aus Wien kommenden Nightjet vereinigt. Die Fahrt dauert von beiden Städten etwa 10 Stunden.
Tagsüber kann man mit einem Umstieg in Bologna von München bis nach Florenz fahren.

Florenz Duomo

Florenz – Blick auf den Duomo

Viele Tipps für euren Trip nach Florenz bekommt ihr in  meinem Artikel:
Florenz Sehenswürdigkeiten, Aktivitäten und Reiseplanung


Mit dem Zug in andere toskanische Städte: Lucca, Pisa, Siena, Arezzo

Der Nachtzug nach Rom fährt auch über Arezzo, wo er etwa eine dreiviertel Stunde nach Florenz ankommt. Zudem ist Arezzo auch sonst von Florenz gut erreichbar, ebenso wie die anderen genannten toskanischen Städte: Lucca, Pisa, Siena.

Lucca: Blick von oben auf die Piazza dell‘ Anfiteatro

Hier gibt es eine Zusammenstellung von Städten, die von Florenz aus mit dem Zug gut erreichbar sind.


Mit dem Zug nach Rom

Der Nachtzug, der die Reisenden von München nach Florenz bringt, fährt weiter bis Roma-Termini, wo er um 9:22 Uhr ankommt. In Villach wird der Zug mit dem aus Wien kommenden Nightjet vereinigt.
Tagsüber ist die Fahrt mit einem Umstieg in Bologna möglich.

Blick auf den Petersdom in Rom

Meine Artikel über Rom:
Alternative Sehenswürdigkeiten in Rom für Geschichte Fans
Spuren antiker Tempel in den Kirchen Roms

Viele Tipps für Rom bekommt ihr hier von Nicole, einer Wahlrömerin.
Auch hier gibt es Geheimtipps für Rom.


Mit dem Zug nach Neapel

Von München aus dauert die Fahrt nach Napoli etwa 10 Stunden, mit einem Umstieg in Bologna.
Wer lieber schlafend reist, kann den Nachtzug bis Rom nehmen und von dort den Schnellzug (Freccia) nach Napoli.

Tipps für euren Trip nach Neapel bekommt ihr hier von einer langjährigen Wahl-Neapolitanerin.
Auch hier bekommt ihr Tipps für Ausflüge am Golf von Neapel mit öffentlichen Verkehrsmitteln.


Mit dem Zug nach Sorrent

Wer schon einmal in Neapel ist, kann von dort den ganzen Golf von Neapel mit den öffentlichen Verkehrsmitteln unsicher machen.
Sorrent ist über die Linie der Circumvesuviana leicht zu erreichen. Die Circumvesuviana passiert dabei u.a. Pompei, Herkulaneum und auch Torre Annunziata, wo die Villa Oplonti liegt.
Sorrent ist ein idealer Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Golfe von Neapel und Salerno. Die Amalfiküste ist von dort mit dem Bus erreichbar.

Hier gibt es sehr viele Tipps für euren Aufenthalt in Sorrent.


Mit dem Zug nach Mailand

Mailand erreicht man von München aus mit einem Umstieg in Verona in etwas mehr als 7 Stunden.
Von Stuttgart dauert die Fahrt – mit Umstieg in Zürich – 8 Stunden.
Von Frankfurt kann man sogar ohne Umstieg fahren. Die Fahrt dauert nur 7,5 Stunden und führt über Mannheim, Karlsruhe, Baden-Baden, Freiburg und Basel.
Von Wien kommend gibt es die Möglichkeit, tagsüber 10:15 Stunden zu fahren, mit Umstieg in Venedig, was allerdings heißt, dass man erst kurz vor Mitternacht in Mailand ankommt. Oder aber man macht unterwegs einen Zwischenstopp. Außerdem kann man mit dem Nightjet bis Bologna und von dort weiter nach Mailand.

Tipps für euren Trip nach Mailand gibt es hier.


Mit dem Zug nach Parma

Parma erreicht man von Wien mit Umstieg in Innsbruck und in Bologna. Oder aber wieder – wie schon bei der Fahrt nach Mailand – mit dem Nightjet bis Bologna und von dort mit dem Regionalzug. Die Fahrt dauert jeweils etwa 11 Stunden.
Von München kommend muss man nur einmal in Bologna umsteigend. Die Fahrt dauert 8 Stunden. Eine lohnenswerte Alternative mit dem Nachtzug gibt es hier nicht.

Parma – (c) Reisepsycho.com

Hier findet ihr Tipps für eine Reise nach Parma.


Mit dem Zug nach Bologna

Bologna wurde jetzt schon mehrfach als Umsteigebahnhof für Reisende nach und von Rom, Neapel, Florenz oder Mailand genannt. Daraus kann man schon die sehr gute Verbindung nach Deutschland und Österreich ablesen.

Tipps für Bologna bekommt ihr hier.


Mit dem Zug nach Trient, Verona, Padova

Der Eurocity von München passiert bei der Fahrt nach Venedig u.a. Brixen, Bozen, Trient, Verona, Vicenza und Padova – also eine ganze Reihe weiterer lohnenswerter Ziele.

Trient – (c) Reisepsycho.com

Hier erfahrt ihr mehr über die Sehenswürdigkeiten in Trient.
Hier gibt es Eindrücke von Padua.
Und hier gibt es Tipps für Verona.


Mit dem Zug nach Bozen, Brixen

Der Eurocity von München passiert bei der Fahrt nach Venedig u.a. Brixen, Bozen, Trient, Verona, Vicenza und Padova – also eine ganze Reihe weiterer lohnenswerter Ziele.

Bozen – (c) Reisepsycho.com

Tipps für einen Trip nach Bozen bekommt ihr hier.


Tipps für das Zugfahren in Italien

Mit dem Zug nach Italien zu kommen ist also nicht besonders schwierig. Aber auch das Zugfahren in Italien ist recht unkompliziert und günstig. Auch recht spontan kann man selbst für die Schnellzüge („Freccia“ – sprich: Fretscha) noch günstige Tickets bekommen.
Denkt daran, dass Tickets in Italien für gewöhnlich vor der Fahrt entwertet werden müssen („validare“). Dazu hängen an den Gleisen kleine Kästen (türkisblau oder gelb für gewöhnlich), in die man die Tickets stecken muss. Dies gilt allerdings nicht für Onlinetickets, wohl aber für Tickets, die an Automaten am Bahnhof gekauft werden. Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig entwerten. Denn mit einem nicht-entwerteten Ticket zu fahren, kann teuer werden.

VORSICHT! Immer die Tickets selbst entwerten. Mitunter stehen an den größeren Bahnhöfen vermeintlich hilfsbereite Personen, die euch dabei helfen möchten. Für die kleine Hilfestellung werden sie hinterher aggressiv Geld verlangen!
Ebenso solltet ihr an großen Bahnhöfen an den Ticketschaltern auf eure Taschen und Rucksäcke aufpassen. Taschendiebe nutzen die Ablenkung gerne aus. Zudem kann es passieren, dass sehr souverän Leute auf euch zukommen, um euch bei der Buchung der Tickets zu unterstützen. Auch hier handelt es sich meist um Bettler, die hinterher Geld verlangen.

In Italien gibt es eine ganze Reihe von unterschiedlichen Zugbetreibern, nicht nur trenitalia.
Anders als in Deutschland werden in der Verbindungssuche nicht auch die Verbindungen von Privatbahnen angezeigt. Das kann die Recherche mitunter etwas schwierig machen, weil man erst einmal wissen muss, welche Privatbahnen in welcher Region operieren. Das gilt besonders für Süditalien (in Apulien verkehren z.B. vier verschiedene Zugbetreiber)
Mein erster Weg führt mich dann immer zu rome2rio.com, wo ich die Verbindungen recherchiere, die mich interessieren. Dann weiß ich schon einmal, welche Unternehmen diese Strecken betreiben. Und auch der Link zu den Homepages ist angegeben.

Barbara von Reisepsycho.com reiste 2018 für zwei Monate auf den Spuren Goethes kreuz und quer mit den öffentlichen Verkehrsmitteln durch Italien.

Bei Reiselife gibt es einen Bericht über eine Zugfahrt von Rom nach Sizilien sowie einen Bericht über eine Italien-Rundreise mit dem Zug.

Im Blog rail.cc berichtet Felix über ein Nachtzugfahrt von Mailand nach Sizilien.


Spartipp für Bahnreisende

Zugtickets können bis zu sechs Monate vor Fahrtantritt gebucht werden. Je früher ihr bucht, desto größer ist die Chance, einen Sparpreis zu ergattern.
Für meine Nachtzugfahrt nach Rom habe ich so nur 100€ im Schlafwagen gezahlt. Die Rückfahrt über Bologna kostete 60€. Dabei habe ich die Strecke Bologna-München über die Deutsche Bahn, die Strecke Rom-Bologna über trenitalia gebucht.

Wer mehr viel Bahn fährt, der sollte sich über die Anschaffung einer Bahncard / Vorteilscard Gedanken machen. 


Mehr Reise-Tipps für Italien


 

6 Gedanken zu “Tipps für das Zugfahren in Italien. Reiseziele für Bahnreisende

  1. Das nenn ich doch mal einen nützlichen Guide! Sehr umfassend und informativ!
    Ja, Zugfahren in Italien macht wirklich Spaß. Erstens weil es relativ günstig ist, zweitens weil ich kaum Probleme wegen Verspätungen hatte auf meinen vielen Fahrten, und drittens weil man wirklich viele Orte bequem erreicht.
    Danke übrigens für die Verlinkungen 🙂
    Lg Barbara

    • Das stimmt, ich hatte auch wenig Probleme… ok, ich meine, WENN, dann richtig. Da denk ich mir dann jedes Mal, dass die DB so schlecht gar nicht ist, weil immerhin sagen sie einen, was los ist.
      Aber das waren zwei Mal – von sehr vielen Zugfahrten.
      Aber ich reise echt gerne mit dem Zug durch Italien. Alleine deshalb, weil ich so keine Lust hätte, mich mit dem Auto in die Städte zu begeben 😀 Und wie du sagst: Billig ists obendrein.

  2. Liebe Ilona,
    das ist eine super Zusammenfassung! Auch wenn ich üblicherweise mit dem Auto fahre: nach Venedig zum Beispiel fahre ich seit Jahren mit der Bahn und Florenz will ich sobald ich Zeit finde die Anreise mit Auto, Bahn und Bus vergleichen!
    Es sind auch viele weiterführende Artikel verlinkt, die ich noch nicht kenne – da habe ich noch einiges zu lesen.
    Liebe Grüße
    Elena

    • Ja, gerade in die Städte mit dem Auto wär mir viel zu mühsam. Klar, im Hinterland ists sehr praktisch, aber Venedig? Florenz? Rom? Da ist es mit dem Zug doch viel entspannter.

  3. Wie läuft es denn, wenn man die Tickets vorher online kauft- sind die dann schon entwertet? Und gilt das auch gleich als Sitzplatzreservierung? In einige Züge soll man ja nicht reinkommen können, wenn man nicht vorher reserviert hat.

    • Hallo Malin,

      Ja, die Schnell- und Fernzüge sind in Italien reservierungspflichtig. Also etwa,die Freccia-Züge, aber auch ICs. Rein kommst du schon – aber du hast dann halt keinen Platz. Ich hatte das Problem mal, als wir ein Stück innerhalb Italiens mit dem Freccia gefahren sind – aber ein Ticket der DB hatten, ohne Reservierung für diese Teilstrecke. Da saßen wir dann halt für eine halbe Stunde im Restaurant. Wenn man ein italienisches Ticket kauft bei trenitalia, dann ist da immer automatisch eine Reservierung dabei.
      Wenn man Tickets online kauft, dann sind sie schon entwertet. Wenn man sie am Automaten oder am Schalter kauft, müssen sie allerdings entwertet werden.

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